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«Wir wollen sein ein einzig Volk von Brüdern!»: Am 1. August 1291 wird auf dem Rütli die Alte Eidgenossenschaft eingeschworen. bild: zeno

Es wurde nicht nur geschworen: 18 andere Ereignisse, die am 1. August geschehen sind

Neben dem Rütlischwur haben sich in den vergangenen Jahrhunderten an unserem Nationalfeiertag auch noch andere denkwürdige Dinge ereignet. 



1. August 30. v. Chr.: Antonius stürzt sich in sein Schwert

Cleopatra holds the mortally wounded body of Marc Antony following his suicide. Artist: Bartolomeo Pinelli. Image date: 1819.

Antonius stirbt in Kleopatras Armen. bild: germane

Endlich geht der 14-jährige Bürgerkrieg Roms zu Ende. Antonius hat ein Jahr zuvor von seinem Rivalen Octavian – der spätere römische Kaiser Augustus – kräftig auf den Deckel gekriegt. Er verlor seine Flotte in der Seeschlacht bei Actium – und damit die Chance, Herr Roms zu werden. Geschlagen zieht er sich in seine ägyptischen Gemächer zurück, wo seine Geliebte Kleopatra auf ihn wartet. Er trinkt sich noch ein paar letzte Male das Leben schön.

Dann kommt Octavian mit seinen Truppen nach Alexandria – und Antonius stürzt sich in sein Schwert. Blutüberströmt lässt er sich an Seilen in den Isis-Tempel hieven, wo er in den Armen Kleopatras seinen letzten Atemzug tut. Sie folgt ihm elf Tage später hinterher; der Überlieferung zufolge mit Schlangengift.

1. August 10 v. Chr.: Kaiser Claudius wird geboren 

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Lawrence Alma-Tadema: «Proklamation von Claudius zum Kaiser», 1867. Claudius dachte laut Sueton erst, der Soldat wolle ihn umbringen, doch er rief ihn nur zum neuen Kaiser aus. bild: bilder-geschichte 

Claudius wurde auf den römischen Thron gepflanzt, nachdem Kaiser Caligula von seinem Leibgardisten das Kinn gespalten wurde. Eigentlich wollte man ihn nicht als Kaiser, aber alle übrigen Kandidaten waren Caligulas Säuberungen zum Opfer gefallen. Er wird in den Quellen als Schwächling, als Loser mit Wackelkopf beschrieben: Wenn er nach dem Festmahl einnickte, wurde er mit Oliven- und Dattelkernen beworfen. Aber so blöd war er gar nicht. Claudius war sehr gebildet, sprach fliessend (und oft sehr feucht) Griechisch und schrieb Geschichtsbücher über Karthago und die Zeit Caesars. Aber weil er ein kränkelnder, baufälliger Mann war, lachte man über ihn.

Und er hatte eine Schwäche für durchtriebene Frauen. Seine dritte Ehefrau Messalina feierte vor ihrer Hinrichtung zügellose Sexorgien und zerriss damit Claudius' Herz in tausend winzige Teile. Danach wollte er nicht mehr heiraten, erlag dann aber doch dem verspielten Charme seiner Enkelin Agrippina und letztlich ihrem vergifteten Pilzsüppchen, das den Thron freiräumte für ihren Sohn Nero.

1. August 527: Justinian I. wird römischer Kaiser

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Justinian I., Mosaikdetail aus der Kirche San Vitale in Ravenna. bild: wikimedia

Als einer der bedeutendsten Herrscher der Spätantike gilt Justinian. Er war der letzte (ost)römische Kaiser, dessen Muttersprache Latein war. Eine Schwellenfigur, die das antike Imperium Romanum ins Byzantinischen Reich überführte. Er schloss die neuplatonische Philosophenschule in Athen und schaffte das altrömische Amt des Konsuls ab. Die Antike war vorbei – doch ein letzter grosser Bau schenkte ihr der Kaiser noch: Die Hagia Sophia, diese grösste Kirche der Christenheit, der Mittelpunkt der Orthodoxie – bis die Osmanen 1453 Konstantinopel eroberten.

1. August 1417: König Heinrich V. greift Frankreich an 

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Die Heirat von Heinrich V. mit Katharina von Valois, der Tochter des französischen Königs Karl VI. («le Fou» genannt). bild. wikimedia

Der englische König Heinrich V. landet während des Hundertjährigen Krieges mit seinem Heer in der Normandie. Er will die Ansprüche des englischen Throns auf die französische Krone durchsetzen. Ein guter Zeitpunkt, muss sich Heinrich gedacht haben, Frankreich wird ja gerade vom geistesgestörten Karl VI. (wahrscheinlich Schizophrenie) regiert, dessen «Absencen» – wie man am Hof verharmlosend sagte – sich häuften. Er litt unter aggressiven Anfällen, einmal erschlug er seine eigenen Männer im Zorn. Dann lag er wieder deprimiert im Bett, von der Wahnvorstellung besessen, er sei aus Glas und könne jederzeit zerbrechen. 

Heinrich V. hatte Erfolg. Zwei Jahre später standen die Engländer vor den Toren von Paris und Heinrich wurde im Vertrag von Troyes als Erbe und König von Frankreich anerkannt. Doch sein Heer war von bitterer Not geplagt und er selbst starb kurz darauf an der Ruhr.

1. August 1498: Kolumbus betritt als erster Europäer Venezuela 

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Massaker in Cumana, 1521: Missionierende Franziskaner werden von Einheimischen gelyncht. Die Indianer ertrugen die Ausbeutung durch die Conquistadores nicht mehr länger.  bild: wikimedia

Auf seiner dritten Reise erreichte Christoph Kolumbus die östliche Küste Venezuelas. Es war das erste Mal, dass er seine Füsse auf amerikanisches Festland setzte. In der Folge wurden die Einheimischen versklavt, zum Perlentauchen gezwungen oder von Händlern entführt, um auf den Plantagen auf Hispaniola oder Kuba zu arbeiten. 

1. August 1619: Die ersten Sklaven werden nach Jamestown verschifft

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Jamestown, Virginia bekommt seine ersten Sklaven. bild: datavizblog

Jamestown war die erste dauerhafte englische Siedlung in Nordamerika. Am 30. Juli 1607 wurde sie gegründet und zwölf Jahre später hielten die Siedler in der Kirche die erste gesetzgebende Versammlung der US-amerikanischen Geschichte ab. Nur zwei Tage danach bekamen die Bürger von Jamestown noch etwas: Die ersten 20 schwarzen Sklaven. 

1. August 1774: Die Entdeckung von Sauerstoff

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Joseph Priestley (1733 - 1804), englisch-amerikanischer Theologe des Unitarismus, Philosoph, Physiker Chemiker und Entdecker von Sauerstoff. bild: wikimedia

Joseph Priestley heisst der Mann, der als Entdecker des Sauerstoffs gilt. Beim Erhitzen von Quecksilber(II)-oxid erhielt er reines Quecksilber und ein farbloses Gas, das den Verbrennungsvorgang beschleunigte. Ein Gas, das in Wasser unlöslich ist. Er nannte es «dephlogistierte Luft». Priesley erkannte nicht, dass er ein bis dahin unbekanntes Element entdeckt hatte – sogar das zweithäufigste der Erde nach Eisen: Was er beschrieb, war Sauerstoff, der später die Ordnungszahl 8 im Periodensystem bekommen sollte.

1. August 1793: Marie Antoinette wird verlegt

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Marie Antoniette auf dem Weg zum Schafott.
bild: getty images

Die drei Zauberworte «Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit» dröhnen durch die französischen Gassen. Für die Opfer des Terrors gelten sie allerdings nicht. Die gefangen gehaltene Marie Antoinette – die Königin Frankreichs – wird gerade vom Temple ins Gefängnis der Conciergerie überstellt. Ihr Gemahl Louis XVI. hat seinen Kopf bereits im Januar verloren, unter dem Jubelgeschrei der Menge. Marie Antoniette wird denselben Weg gehen müssen. Am 16. Oktober wird sie auf einem Schinderkarren zum Schafott gefahren: 

«Eine gealterte Frau, nicht mehr schön, nur noch stolz. Den Mund hochmütig verschossen, wie zu einem Schrei nach innen, die Augen gleichmütig und fremd, sitzt sie mit ihren rückgeschnürten Händen so herausfordernd aufrecht auf ihrem Schinderkarren, als wäre er ein Thronsessel. Eine unsägliche Verächtlichkeit spricht aus jeder Linie ihres versteinerten Gesichts, eine unerschütterliche Entschlossenheit aus der hochgebäumten Brust, Dulden, das sich in Trotz verwandelt, Leiden, das innen zur Kraft geworden ist, gibt dieser gequälten Gestalt eine neue und furchtbare Majestät. Selbst der Hass kann auf diesem Blatte die Hoheit nicht leugnen, mit der Marie Antoinette die Schmach des Schinderkarrens durch ihre grossartige Haltung bezwingt.»

Stefan Zweig, «Marie Antoinette»

1. August 1800: Gründung des Vereinigten Königreichs von Grossbritannien und Irland

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Die Vereinigung von Grossbritannien und Irland.

König Georg III. unterzeichnet den Act of Union, der die Königreiche Grossbritannien und Irland miteinander vereint. Irland sollte mehr als 100 Abgeordnete ins britische Parlament entsenden. Die versprochene Emanzipation der Katholiken zog sich jedoch in die Länge. 

Rund 120 Jahre später fiel die Union im Irischen Unabhängigkeitskrieg (1919-1921) unter der Führung Michael Collins auseinander: 1927 hatte sich das Land freigekämpft, der Norden blieb aber Teil des vereinten Königreichs. 

1. August 1818: Maria Mitchell wird geboren

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Frauen durften nicht durch grosse Teleskope gucken. Die Astronomin Maria Mitchell tat es trotzdem. bild. wikimedia

Maria Mitchell kämpfte dafür, dass sich der Blick der Frauen des 19. Jahrhunderts nicht nur in Strickereien verlor, sondern sich auf die Sterne richtete. Als Quäkerin durfte sie sich früh mit der Astronomie beschäftigen, ihre Religion sah Bildung als ein Gut an, das für alle erstrebenswert ist. Mit vierzehn eichte sie die Uhren der Seeleute, mit siebzehn gründete sie ihre erste eigene Schule für Mädchen. 1847 entdeckte sie den nach ihr benannten Mitchell-Kometen. Sie war das erste weibliche Mitglied der American Academy of Arts and Sciences und die erste Professorin für Astronomie. 

«Das Wichtigste in den Wissenschaften ist nicht die Mathematik der Logik, sondern die Fantasie, Poesie und Schönheit

Maria Mitchell

1. August 1855: Dufourspitze wird erstmals bestiegen

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Die erste Tragödie am Matterhorn, gezeichnet von Gustave Doré: Der Bezwinger der Doufourspitze stürzt ihn den Tod. bild: wikimedia

Mit seinen 4634 Metern ist die Doufourspitze in den Walliser Alpen der grösste Gipfel der Schweiz. Das erste Mal bestiegen wurde er von Charles Hudson, einem anglikanischen Geistlichen, der zu einem der bedeutendsten Alpinisten wurde – zwei Zermatter Bergführer bahnten ihm und seiner englischen Seilschaft den Weg.

Nur zehn Jahre später stürzte Hudson bei der ersten Besteigung des Matterhorns im Abstieg tödlich ab.

1. August 1912: Inbetriebnahme der Jungfraubahn-Station 

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Von der Kleinen Scheidegg durch Eiger und Mönch bis auf das Jungfraujoch: Die Jungfraubahn überwindet auf einer Länge von 9,34 Kilometern fast 1400 Höhenmeter.  bild: jungfrau

Die italienischen Mineure, die in der Nacht auf den 21. Februar 1912 im Tunnel der Jungfraubahn arbeiteten, wollten die Baustelle nicht verlassen. Auf den Durchschlag auf dem Jungfraujoch war eine Sonderprämie ausgesetzt. Die Bauarbeiter liessen eine riesige Ladung Dynamit hochgehen und sprengten sich ins Freie. Um 5:35 Uhr widerhallte der Ruf «durch!» an den Tunnelwänden und die Arbeiter sanken sich in tiefer Ergriffenheit in die Arme. 

16 Jahre lang dauerte der Bau der Zahnradbahn, bis sie am 1. August 1912 endlich eröffnet werden konnte. Das ursprüngliche Budget von 8 Millionen wurde um das Doppelte überschritten und «dieser Triumph moderner Ingenieurkunst», wie die NZZ die Bahn anpries, kostete 30 Arbeitern das Leben.

1. August 1914: Das Deutsche Reich erklärt Russland den Krieg 

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Russische Gefangene nach der von den Deutschen gewonnenen Schlacht bei Tannenberg. bild. wikimedia

Der Kriegserklärung folgen noch am selben Tag die ersten Schüsse. An der Grenze in Ostpreussen herrscht die Angst. Die Provinz ist vom Zarenreich, zu dem damals weite Teile Polens gehören, umschlossen. Mehr als 500 Kilometer misst die gemeinsame Grenze, die völlig ungenügend gesichert ist: 173'000 Deutsche stehen einer Übermacht von 485'000 Russen gegenüber.

1. August 1936: Adolf Hitler eröffnet die Olympischen Spiele

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Einmarsch über die Treppe am Marathontor zur Eröffnungsfeier: Henri de Baillet-Latour (IOC-Präsident), Adolf Hitler und Theodor Lewald (Präsident das Organisationskomitees). bild: wikimedia

Die 11. Olympischen Spiele finden in Berlin statt; Adolf Hitler eröffnet sie und der US-amerikanische Athlet Jesse Owens gewinnt gleich vier Goldmedaillen: 100 Meter, 200 Meter, im Weitsprung und mit der 4x100-Meter-Staffel. «Die Amerikaner sollten sich schämen, dass sie sich ihre Medaillen von Negern gewinnen lassen», soll Hitler auf der Tribüne getobt haben.

1. August 1944: Anne Franks letzer Tagebucheintrag

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Anne Frank beim Schreiben.
bild: the100

Anne Frank bekam zu ihrem 13. Geburtstag ein rot-weiss kariertes Tagebuch. Da musste sie bereits den Judenstern tragen. Amsterdam war von den Nazis besetzt, eine Flucht für die Familie Frank nicht mehr möglich – also tauchten sie unter. In ihrem Versteck las Anne viel und füllte ihr Tagebuch mit all den Gedanken, zu denen ein junges und begabtes Mädchen in einer solchen Situation fähig war. Am 4. August wird die Familie verraten. Annes Mutter stirbt im KZ Auschwitz, sie selbst in Bergen-Belsen. Einzig ihr Vater überlebt – und gibt das Tagebuch seiner Tochter heraus, dessen letzte Worte lauten: 

«und suche immer wieder nach einem Mittel, so zu werden, wie ich so gern sein möchte, und wie ich sein könnte, wenn ja, wenn keine anderen Menschen auf der Welt lebten.»

Aus dem Tagebuch der Anne Frank

1. August 1956: Belgien führt die Fahrprüfung ein

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1902-1905: Der Mercedes-Simplex 60PS schaffte es auf 117 Kilometer pro Stunde. bild: zmescience

Reichlich spät und als letztes Land in Europa führt Belgien am 1. August 1956 die Fahrprüfung ein. Die erste fand am 14. August 1893 in Paris statt, unter Aufsicht des Bergbauamts. Das Deutsche Reich folgte im Jahr 1909, allerdings waren die Angehörigen regierender Fürstenhäuser von der Führerscheinpflicht ausgenommen. 

1. August 1962: Räuber Hotzenplotz kommt heraus

Illustration: F.J. Tripp und Mathias Weber

Eigentlich arbeitete Otfried Preussler gerade an «Krabat», doch weil er nicht weiterkam, entschloss er sich, dazwischen etwas Lustiges zu schreiben; ein Kasperlitheater, in dem der Räuber Hotzenplotz die Hauptrolle spielt. Er wollte es erst dabei bewenden lassen, doch dann bekam er Bittschriften von Kindern, die mehr von dem Räuber lesen wollten, sie schickten ihm sogar Vorschläge für den Fortgang der Geschichte. Und so schrieb er noch zwei weitere Bücher. 

1. August 1981: MTV geht auf Sendung

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Das erste ausgestrahlte Video auf MTV: The Buggles  – «Video Killed The Radio Star» YouTube/TheBugglesVEVO

Um 00:01 Uhr wurde MTV in den USA ins Kabelfernsehen eingespeist. Dass ein Programm sich allein auf Musikvideos beschränkte, war eine Neuheit. Als erster Clip wurde «Video Killed the Radio Star» von The Buggles gesendet. 

Fällt euch noch ein anderes 1.August-Ereignis ein? 

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