International
Afrika

Frachter vor Mauritius verliert Öl – Umweltkatastrophe droht

Frachter vor Mauritius verliert Öl – Umweltkatastrophe droht

07.08.2020, 11:1407.08.2020, 11:14

Der Küste des Urlaubsparadieses Mauritius droht eine Umweltkatastrophe. Ein Frachter sei vor rund zwei Wochen vor dem Inselstaat auf Grund gelaufen und verliere nun Öl, sagte die Exekutivdirektorin der Mauritian Wildlife Foundation, Deborah de Chazal, am Freitag der Deutschen Presse-Agentur.

Bislang sei rund ein Viertel der 4000 Tonnen Öl ausgelaufen. Man befürchte eine Umweltkatastrophe, sagte sie. «Wir sind sehr besorgt über die Auswirkungen des Ölaustritts auf Meeres- und andere Ökosysteme.»

Es seien bereits Sperren eingerichtet worden, um das Öl in der Nähe des Wracks einzudämmen und einige wichtige Orte, wie einen nahe gelegenen Marinepark, zu schützen, sagte de Chazal. Es komme Hilfe aus dem Ausland, denn Mauritius habe nicht genug Ausrüstung, um die Ölkatastrophe alleine zu bewältigen. Auch werde überlegt, ob das übrige Öl aus dem Frachter gepumpt werden könne, sagte sie.

Bei einem Treffen am Freitag wollte das Umweltministerium zusammen mit Organisationen einen Plan erarbeiten, wie das Öl beseitigt werden könne, berichtete die örtliche Zeitung «L'Express». Dazu werden auch freiwillige Helfer benötigt. Auch die Mauritian Wildlife Foundation wird nach eigenen Angaben helfen.

Die Sorgen über die Auswirkung auf die Umwelt sind gross. Auf der Insel lebten etliche vom Aussterben bedrohte und stark gefährdete Tiere. Man sei auch sehr besorgt über die vom Öl ausgehenden Dämpfe, sagte de Chazal. Auch seien die Mangrovenwälder entlang der Küste bedroht, ebenso Meereslebewesen, etwa Fische, Korallen und Seevögel.

Der Frachter Wakashio war bei Pointe d’Esny an der Ostküste der Hauptinsel Mauritius auf Grund gegangen, nahe dem Ort Mahébourg. Wie es zu dem Unfall kam, war zunächst unklar. Nach Angaben von Schifffahrts-Webseiten fuhr der Frachter unter der Flagge Panamas und war unterwegs nach Tubarão in Brasilien.

Der Inselstaat Mauritius gilt als Urlaubsparadies, allerdings ist er stark von den Folgen des Klimawandels bedroht, etwa von Wirbelstürmen und einem steigenden Meeresspiegel. Die einstige französische und britische Kolonie Mauritius mit rund 1.3 Millionen Einwohnern liegt vor Madagaskar im Indischen Ozean. (aeg/sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Öltanker stösst mit Chemiefrachter zusammen und sinkt
1 / 6
Öltanker stösst mit Chemiefrachter zusammen und sinkt
Vor den indonesischen Riau-Inseln sind ein Öltanker und ein Chemiefrachter zusammengestossen.
quelle: epa/epa / m urip
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Wie eine Austauschstudentin die Explosion in Beirut erlebte
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Trump genehmigt Erschiessung von Attentäter – erstmals seit 1961
US-Präsident Donald Trump hat der Hinrichtung von Nidal Hasan durch ein Erschiessungskommando zugestimmt. Der ehemalige Militärpsychiater hatte 2009 auf dem Stützpunkt Fort Hood in Texas 13 Menschen getötet.
US-Präsident Donald Trump hat die Hinrichtung des verurteilten Fort-Hood-Attentäters Nidal Hasan durch ein Erschiessungskommando genehmigt. Verteidigungsminister Pete Hegseth hatte diese Form der Vollstreckung empfohlen, wie das Pentagon am Montag mitteilte.
Zur Story