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Eishockey-WM: Das sagen die Schweizer vor dem Viertelfinal

Switzerland's Ken Jager celebrates after scoring the third goal during the 2026 IIHF Men's Ice Hockey World Championship preliminary round group A game between Switzerland and Finland, at th ...
Am Donnerstag treffen die Schweizer auf Schweden.Bild: keystone

Die Schweizer möchten mit genug Geduld in den Halbfinal – zittern aber um Suter

Die Schweizer reiten an der Heim-WM nach einer mehr als überzeugenden Vorrunde auf einer Euphoriewelle. Im Viertelfinal am Donnerstagabend wartet mit Schweden ein unangenehmer Gegner. Doch wenn nicht jetzt, wann dann?
27.05.2026, 20:0827.05.2026, 20:08

Es sind «langweilige» Aussagen, welche die Spieler und Cheftrainer Jan Cadieux immer wieder von sich geben: «Wir kontrollieren, was wir kontrollieren können, wollen uns auf uns selbst fokussieren, nehmen Shift für Shift.» Doch letztendlich geht es genau darum, um erfolgreich zu sein. Gerade an einer Heim-WM ist es noch wichtiger, in einer Bubble einzutauchen und sich nicht von aussen ablenken zu lassen. Das ist den Schweizern bisher optimal gelungen – sie haben zum ersten Mal die Vorrunde mit dem Maximum von 21 Punkten abgeschlossen.

Fast überall top

Dementsprechend gross ist die Euphorie und die Erwartungshaltung hierzulande, der Traum, zum ersten Mal Weltmeister zu werden, lebt mehr denn je. Die Schweiz schoss gruppenübergreifend am meisten Tore (39) und kassierte am wenigsten Gegentreffer (7) – beides ihre besten Werte seit Einführung der Achtergruppen im Jahr 2012. Die Gastgeber verzeichneten zudem die beste Schusseffizienz (16,53 Prozent) und stellten das beste Boxplay (92,86). Im Powerplay (34,78) waren einzig die USA (35,00) minimal besser. Zusätzlich stellt die Schweiz auch den aktuellen Topskorer des Turniers: Sven Andrighetto, der mit vier Toren und neun Assists zu Buche steht.

Dass die Schweizer auf einer Mission sind, war nach dem hart erkämpften 4:2-Sieg am Dienstag gegen das zuvor ebenfalls verlustpunktlose Finnland deutlich zu spüren. Die Spieler freuten sich zwar, hielten die Emotionen aber in Grenzen, im Wissen, dass es nun mit der K.o.-Phase erst richtig losgeht.

Angstgegner Schweden

Die erste Hürde könnte aus mentaler Sicht kaum höher sein. Die Schweden sind durchaus als Angstgegner der Schweizer zu bezeichnen, gab es gegen die Skandinavier doch weder an Weltmeisterschaften noch an Olympischen Spielen in einer Alles-oder-nichts-Partie einen Sieg. Am nächsten kamen die Schweizer einem solchen im WM-Final 2018, als sie erst im Penaltyschiessen unterlagen.

Auch 2013 spielten die beiden Teams im Endspiel gegeneinander, damals resultierte nach einer 1:0-Führung eine 1:5-Niederlage. In einem WM-Viertelfinal trafen sie zweimal aufeinander – 2005 (1:2) und 2017 (1:3). Als die WM 1998 letztmals in Zürich stattfand, kam es im Halbfinal zum Duell, wobei es zwei Spiele gab, die mit 1:4 und 2:7 endeten. Auch ausserhalb der grossen Turniere siegten praktisch immer die Schweden: Von April 2016 bis Mai 2024 gewannen sie 16 Mal in Folge, ehe diese Serie im November mit einem Schweizer Erfolg endete.

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Meistens jubelten die Schweden gegen die Schweiz.Bild: IMAGO/TT

Geduld als Schlüssel

Doch eben, die Mannschaft lebt im Moment. «Jede WM ist das Team etwas anders aufgestellt, von daher ist es schwierig, Turniere miteinander zu vergleichen – jedes schreibt seine eigene Geschichte», betont Captain Roman Josi. Was wird entscheidend sein? «Die Schweden haben ein sehr schnelles und technisch sehr gutes Team. Wir müssen ihnen die Räume eng machen. Wichtig ist jedoch vor allem, dass wir unser Spiel 60 Minuten durchziehen, attackieren und an unsere Stärke glauben.»

Cadieux ergänzt: «Gegen Finnland waren wir im zweiten Drittel etwas zu wild. Es gilt zu akzeptieren, dass wir manchmal während eines Spiels etwas ruhiger sein und das Tempo besser kontrollieren müssen. Geduld wird gegen Schweden wichtig sein. Sie sind diszipliniert und kompakt, werden auf unsere Fehler warten.» Der 46-Jährige ist überzeugt, dass die Spieler individuell und die Mannschaft als Ganzes auch aufgrund der harten Niederlagen in der Vergangenheit gewachsen sind.

Switzerland's Headcoach Jan Cadieux blows the whistle during a training of team Switzerland ahead of the 2026 IIHF Ice Hockey World Championship in the Swiss Life Arena in Zurich, Switzerland on  ...
Trainer Jan Cadieux im Training.Bild: keystone

Suter hofft auf grünes Licht

Wichtig wäre eine Rückkehr von NHL-Stürmer Pius Suter, der im dritten Spiel gegen Deutschland einen harten Check einstecken musste und in den letzten vier Partien fehlte. Er war am Mittwoch im optionalen Training auf dem Eis und hofft, grünes Licht zu erhalten. Das Tor dürfte Leonardo Genoni hüten; der Keeper des EV Zug musste sich in seinen vier Vorrundenspielen bloss zweimal geschlagen geben.

Beim Sieg gegen Finnland war Büne Huber, der Frontmann von Patent Ochsner, unter den Zuschauern. Er hat «W. Nuss vo Bümpliz» geschrieben, jenes Lied, mit dem seit dem Erfolg gegen Deutschland jeweils mit den Fans auf der Ehrenrunde gefeiert wird. Diesen Hühnerhaut-Moment soll es noch drei weitere Male geben. Cadieux gab sich zuversichtlich: «Wir sind bereit für den nächsten Schritt.» Bereit, die Negativserie gegen Schweden zu beenden. Wenn nicht jetzt, wann dann? (riz/sda)

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