Interview
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Interview

Witwen: Der grosse Abschied vom Geliebten

Verwitwete Menschen sind meistens Frauen. Auch die Autorin Cornelia Kazis hat vor einem Jahr ihren Mann verloren. Sie erzählt, wie ihr das Erinnern hilft und weshalb es schwierig sein kann, eine Zahnpastatube wegzuwerfen.

Annika Bangerter / ch media



Cornelia Kazis (67) sitzt in einem Basler Café, in einem Innenhof umrahmt von Altstadthäusern. Sie hält weder einen Stift noch ein Aufnahmegerät in ihren Händen. In den vergangenen Monaten hat sie Gespräche mit Witwen geführt und ein Buch über das Weiterleben nach dem Verlust geschrieben. An diesem Herbsttag erzählt die pensionierte Radiojournalistin von ihrer eigenen Trauer.

Cornelia Kazis ist seit einem Jahr Witwe – sie erzählt von ihren Erfahrungen.

Bevor Ihr Mann gestorben ist, haben Sie ein spezielles Kleid gekauft. Es sollte in den schwersten Stunden nach seinem Tod als eine Art Schutzschild dienen. Hat Ihnen diese Vorbereitung geholfen?
Cornelia Kazis: Ja. Das Kleid war eine erste Konfrontation und eine Vorwegnahme von dem, was auf mich zukommen könnte. Ich habe es sogar meinem Mann gezeigt und gesagt: ‹Schau, das ist mein Witwenkleid. Du bist sehr krank, sieben Jahre älter als ich und ein Mann. Die Wahrscheinlichkeit, dass ich Witwe werde, ist sehr gross.› Mir hat es geholfen, zu wissen, dass ich nach der Todesnachricht dereinst als Erstes in eine Ummantelung schlüpfen kann.

Was hat Ihr Mann dazu gesagt?
Er fand es schön, dass ich für mich sorge. Mein Mann lebte damals bereits elfeinhalb Jahre mit Krebs, eine chronische Krankheit, die ihn nicht stark im Alltag beeinträchtigte. Wir gingen davon aus, dass ich das Kleid allenfalls in zwei, drei Jahren tragen würde. Es dauerte aber nur vier Monate.

In Ihrem soeben erschienenen Buch erzählen sieben Frauen, wie sie nach dem Tod ihres Partners oder ihrer Partnerin weiterleben. Wie haben Sie den Verlust erlebt?
Als unglaublichen Schmerz, auch körperlich. In den ersten Tagen nach seinem Tod ging es darum, alltägliche Sachen zu schaffen. Aufstehen, duschen, sich anziehen, kochen, schlafen. Das brauchte viel Disziplin und Kraft. Es fühlte sich an, als ob ich aus der Welt gefallen wäre. Ich wunderte mich, dass die Trams noch fuhren. Ich wunderte mich, dass der Briefträger Post brachte, wo doch meine Welt untergegangen war. Ich war in Trance, verlegte permanent Sachen oder verlor Dinge. Weshalb ich Sekunden zuvor die Tür des Kühlschranks geöffnet hatte oder in den Keller gestiegen war, wusste ich manchmal nicht mehr.

Gab es Gefühle, die Sie überrascht haben?
Als der Tod da war, wusste ich: Nun hat mein Mann keine Schmerzen mehr. Rasch fühlte ich, dass er an einem sicheren Ort war, den ich nicht kannte. Ich musste mich nicht mehr um ihn sorgen. Es herrschte eine stille Klarheit. Das löste kurzzeitig eine Trauereuphorie aus. Es war ein Erlösungstaumel – anstatt tieftraurig war ich eigentlich glücklich. In der Theorie wusste ich um dieses emotionale Paradox, die Intensität erstaunte mich dennoch.

In Ihrem Buch schildern die Witwen, wie sie auf ganz unterschiedliche Weise zurück in einen Alltag fanden. Eine Frau stürzte sich in bis zu 20 Stunden lange Arbeitstage, eine andere brach zu einer Reise nach Hawaii auf. Was hat Ihnen geholfen?
Die Arbeit am Buch. Das war meine Art der Trauerbewältigung. Zudem wurde ich von einem Freundeskreis und meiner Familie getragen. Mir hat es auch geholfen, im Vorfeld schwierige Situationen wie den ersten Geburtstag oder den ersten Todestag durchzudenken. So wie es auch eine Frau im Buch schildert. Sie wusste, an Silvester werden rund um sie herum sich Paare in die Arme fallen. Deshalb nahm sie sich vor, im neuen Jahr als Erstes ihren Ehering zu küssen. Auch die Eroberung von neuen Tätigkeitsfeldern gibt Kraft.

Was machen Sie neu?
Ich fahre jetzt Velo, flicke Dinge im Haushalt oder führte erstmals das Auto in der Motorfahrzeugkontrolle vor. Es sind Alltagssituationen, nicht die grossen Geschichten. Aber sie geben einem das Gefühl von Selbstwirksamkeit. Gleichzeitig machen unvorhergesehene Alltagssituationen auch trauriger, als ich dachte.

Wann hat der Alltag Sie überrascht?
Als ich das erste Mal auf einem Formular den Zivilstand «verwitwet» ankreuzen musste. Ganz schwierig war es für mich auch, die Zahnpastatube oder die Seife wegzuschmeissen, die er noch benutzt hatte. Es waren Situationen, die das ‹Nie mehr›-Gefühl plastisch machten. Das erste Jahr ist diesbezüglich sehr hart, weil es viele solche Erlebnisse gibt.

Welche Reaktionen aus dem Umfeld haben Ihnen geholfen?
Die Frage ‹Wie geht es dir?› überfordert und ist kaum zu beantworten. Es ist leichter, auf den konkreten Zustand eine Antwort zu geben – etwa auf die Frage ‹Wie geht es dir heute?›. Auch gemeinsames Erinnern hilft. Ich bin nicht die Einzige, die trauert. Mit meiner Tochter gehe ich zum Beispiel jeden Samstag auf den Flohmarkt, wo wir immer etwas finden. Zu Hause überlegen wir uns dann, was mein Mann, ihr Vater, wohl dazu gesagt hätte. Das ist manchmal ganz heiter. Schön ist es auch, wenn jemand konkret Hilfe anbietet – etwa bei Computerproblemen zu helfen oder wenn es etwas Schweres zu tragen gibt.

Für Ihr Buch sprachen Sie auch mit Expertinnen. Die Historikerin Heidi Witzig beschreibt die früheren Erwartungen an verwitwete Frauen: Die hinterbliebenen Frauen hatten ein Jahr lang Schwarz zu tragen, und Festivitäten waren ihnen vorerst untersagt. Das ist inzwischen überholt. Haben Sie dennoch Erwartungen an Ihre Trauer oder Ihren Alltag erlebt?
Ganz subtile vielleicht. Es gab Komplimente, die mit Spitzen versehen waren. Mir wurde beispielsweise gesagt: ‹Ich bewundere dich, wie du schon wieder tanzen kannst, obwohl dein Mann doch erst gerade gestorben ist.› Wohlwissend, dass man in dieser Phase enorm dünnhäutig und sensibel für Zwischentöne ist, lösten solche Bemerkungen bei mir Fragen aus wie: Ist es in Ordnung, wenn ich tanze oder wenn ich lache? Höre ich heute Aussagen über andere Frauen, wie ‹Sie sollte mal loslassen und seine Kleider entsorgen›, macht mich das wütend. Jeder Mensch trauert anders. Die Vielgesichtigkeit von Trauerprozessen aufzuzeigen, ist ein zentrales Anliegen meines Buchs.

Ein Porträt handelt davon, dass der Verlust bereits vor dem Tod beginnen kann. Eine Frau, die ihren an Demenz erkrankten Mann gepflegt hat, beschreibt sich als «Witwe mit Mann».
Über dieses Thema des uneindeutigen Verlustes muss in der Schweiz viel mehr gesprochen werden. Auch über die 320'000 Witwen, das ist eine stattliche Zahl. Langzeitstudien zeigen, dass die Mehrheit es schafft, sich – in unterschiedlichem Tempo – zu erholen und eine neue Normalität aufzubauen. Sie beweisen viel seelische Widerstandskraft und Ressourcen. Resilienz ist in aller Munde und zur neuen Leistungsnorm avanciert. Da könnte man von den Witwen viel lernen. Man müsste sie einfach fragen.

Ihr Buch schildert auch aufwühlende Geschichten. Eine Frau beschreibt die erlebten zwanzig Jahre ohne ihren Mann als Tortur. Eine andere hat auch noch Jahre später Mühe, einzuschlafen.
Der Verlust ist da. Und er bleibt. Aber so unterschiedlich die Frauen und ihre Geschichten sind, alle haben sie es geschafft, Fuss im Neuland zu fassen. Ihre Aufbrüche und ihre Fähigkeiten zu neuen Erlebnissen finde ich sehr ermutigend. Die Frauen orientierten sich neu, bauten neue Freundschaften auf oder wagten sogar eine neue Liebesbeziehung. Das ist tröstlich.

Die Psychologin Pasqualina Perrig-Chiello sagt im Buch, wer verwitwet ist, muss sich neu erfinden. Sie auch?
Ja, denn der geteilte Alltag fällt weg. Das etablierte Wir gibt es nicht mehr. Ich musste beispielsweise lernen: Wie frühstückt man allein? Wie geht man allein ins Bett? Ich und mein Mann hatten viel miteinander gesprochen. Die plötzliche Stille beim Frühstück stimmte mich sehr traurig. Ich wollte deswegen jedoch nicht auf das Frühstück verzichten. Da griff ich auf eine andere Heimat zurück, auf Radio SRF 2. Dadurch hörte ich alte Kolleginnen und Kollegen und hatte wieder Stimmen im Ohr.

Sprechen Sie noch mit Ihrem Mann?
Am Abend, wenn ich allein ins Bett gehe, erzähle ich ihm von meinem Tag. Ich glaube, er hört es. Manchmal wende ich mich auch tagsüber an ihn. Wenn ich beispielsweise einen Auftritt habe, berühre ich seinen Ehering und frage ihn: Kannst du mir bitte beistehen, dass es klappt? Das tut gut. Mein Mann ist tot, aber die Beziehung zu ihm geht weiter.

Ihr Mann ist vor 14 Monaten gestorben. Wie geht es Ihnen heute?
Es geht mir relativ gut, mein Mann wäre stolz auf mich. Ich kann das Gute im Schlimmen erkennen: Wir sind in Liebe auseinandergegangen, ich habe eine Familie, die mit mir trauert, und fühle mich in meinem Umfeld aufgehoben. Gleichzeitig möchte ich die Trauer nicht ganz verlieren – sonst geht noch etwas von ihm weg.

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36Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • MoreBanana 14.10.2019 14:50
    Highlight Highlight Danke Watson, für dieses schöne Interview.
  • Eipa 13.10.2019 20:52
    Highlight Highlight Junge Witwen und Witwer gehen häufig vergessen, so auch in diesem Artikel. Zur Trauerbewältigung gibt es aktuell ein neues Projekt für diese Menschen, eine Art 'Selbsthilfegruppe':
    https://www.youngwidowersdinner.club/zuerich
  • häxxebäse 13.10.2019 18:51
    Highlight Highlight Meine hochachtung an die damen.

    Mir stockt umgehend der atem wenn ich mir auch nur kurz vorstelle, dass mein mann sterben könnte. Ich bin so gern mit ihm zusammen. Ich würde nicht nur meinen mann, sondern meinen besten freund verlieren.
  • Hummingbird 13.10.2019 16:51
    Highlight Highlight Mir ging es ähnlich nach der Trennung von meinem Mann. Er liess alles liegen und ging ans andere Ende der Welt wohnen. Ich denke, es gibt viele Parallelen zwischen einer Beziehungstrennung und einer Verwittwung, abgesehen davon, dass man die Verwittwung nicht wählt. In beiden Fällen gibt es das "Wir" nicht mehr. Je länger man zusammen war, umso grösser die Auswirkungen.
    • Frausowieso 14.10.2019 08:41
      Highlight Highlight Trauer kann durch jeden Verlust ausgelöst werden. So kann auch der Verlust eines Jobs, einer Wohnung oder Freundschaft Trauer auslösen.
      Wenn jemand stirbt, ist das jedoch noch einmal eine Stufe stärker. Zum Verlust des Menschen kommt noch die Endgültigkeit und der Schmerz über seinen Tod. Wenn dich jemand verlässt, den du liebst, ist es vielleicht tröstlich, dass es dem Menschen gut geht. Es gibt wohl wenig, dass emotional so prägend ist, wie jemand geliebstes beim Sterben zu begleiten.
    • ChillDaHood 14.10.2019 11:07
      Highlight Highlight Ich kann Hummingbird verstehen. Obwohl ich "nur" verlassen wurde, hat mich der Text sehr mitgenommen. Wie es ist, jemanden, den man liebt durch Tod zu verlieren weiss ich nicht. Aber wie es ist, jemanden durch eine Trennung zu verlieren, wenn die Gefühle auf der eigenen Seite ungebrochen sind. Ich konnte den grössten Teil des Interviews nachvollziehen.

      Ich weiss aber auch, dass ich das offen so nicht sagen darf. Die Blitzer oben zeigen das auch. Sich als Gescheiterter mit Liebe bis zum Tod zu vergleichen nehmen einem viele übel.
  • Das Lächeln am Fusse der Leiter 13.10.2019 15:45
    Highlight Highlight Mein Grossvater war ein sehr lebenslustiger, kreativer Mann. Wie sehr meine Grossmutter dazu beigetragen hat, begriff ich nach ihrem Tod. Ich habe sie bis zum letzten Atemzug begleitet. Etwas in meinem Grossvater starb mit ihr. Es war seine Leidenschaft für das Leben. Er wurde zum Schatten seiner selbst. Ich war bei ihm, wann immer ich konnte. Aber er starb einsam und allein im Spital. Ich hoffe er ist vereint mit seiner grossen Liebe, ohne die er nicht leben konnte. Sie beide wurden im Leben eine Einheit. Ihr Tod hat seinen Lebenswillen ausgelöscht.
  • Calvin Whatison 13.10.2019 13:32
    Highlight Highlight Im Glauben zu wissen, dass man sich dereinst wieder sieht.

    Liebe, die bedingungslos ist.

    In der Hoffnungen, wo auch immer du jetzt bist, es dir gut gehen möge.

    ❤️
  • Finöggeli 13.10.2019 12:35
    Highlight Highlight Offtopic Frage an die Redaktion: Mir fällt auf, dass in letzter Zeit Watson und die Luzerner Zeitung fast exakt identische Stories haben (abgesehen vom Lokal-Teil von der LZ). Ist das jetzt so ein Ding, das man weiterzieht? Dann kann einfach Watson lesen (wo ich auch mit einer anständigen Community diskutieren kann) und das LZ-Abo kündigen und mich einmal pro Jahr mit den gesparten 400 CHF so richtig besaufen.
    • Gzuz187ers 13.10.2019 15:10
      Highlight Highlight Ist bei der AZ genau gleich
    • Baba 13.10.2019 16:49
      Highlight Highlight Der Grund: ch.media... Watson gehört zum 'Wanner-Imperium'.
  • Cosmopolitikus 13.10.2019 12:28
    Highlight Highlight Eine wunderschöne Art von einem geliebtem Menschen Abschied zu nehmen. Für jeden ist dieser Prozess anders, aber für viele sind die hier geschilderten Erlebnisse sicherlich tröstlich.
  • 3,2,1... vorbei 13.10.2019 12:22
    Highlight Highlight Ich (36) bin nun schon 20 Jahre mit meiner grossen Liebe zusammen.
    Natürlich denkt man in meinem Alter noch nicht gross über den Tod nach.
    Ich rechne damit, das einer von uns in 40 Jahren alleine sein könnte.
    Das wären dann 60 gemeinsame Jahre. Ich hoffe dass wir beide noch lange Seite an Seite verbringen können, beide gesund bleiben und noch viel gemeinsam erleben.

    Aktuell kann ich mir ein leben ohne meine Frau nicht vorstellen. Und ich glaube dass ich auch in 20, 30, 40 oder 50 Jahren dies nicht kann.

    Aber irgendwann wird es wohl soweit sein, das einer von uns alleine zurück bleibt.
    • bcZcity 13.10.2019 14:41
      Highlight Highlight Wenn man liebt, ist der Schmerz leider unausweichlich. Alles hat immer 2 Seiten! Geniesst die gemeinsame Zeit so gut es geht, so dass ihr Euch nie Vorwürfe machen müsst nicht gelebt und geliebt zu haben!

      Das Leben ist nicht fair, ausser der Tod, den der trifft jeden!
  • Roxy_red 13.10.2019 10:49
    Highlight Highlight Danke für dieses sensible Interview. Ich kenne ein paar Verwitwete, denen der Kontakt zu Menschen in der gleichen Situation enorm geholfen hat.
  • Theor 13.10.2019 10:32
    Highlight Highlight Ganz starkes Interview in einer Welt/zu einer Zeit, wo gerade wir Jungen Gefahr laufen, überhaupt noch den Wert von einer beständigen Beziehung zu schätzen.

    Vieleicht soll es nicht mehr sein, dass man in 30 - 40 Jahren immernoch so an einem anderen Menschen hängen wird; aber mir als Romantiker tut es gut, zu lesen, dass es auch immernoch Menschen gibt, die zusammen Alt werden können und sich bis in den eigenen Tod treu bleiben und einander vermissen können.

    Es gibt mehr da draussen als immer nur "Ich", wenn die zwei richtigen einander finden, ist das "Wir" immer noch das schönste Pronomen.
  • bcZcity 13.10.2019 10:31
    Highlight Highlight Am schlimmsten ist es wohl, die Endgültigkeit zu konfrontieren. Man kann noch so lange die Türe anschauen, wo der geliebte Mensch 1000x durchgekommen ist, er kommt nie mehr. Er wird nie mehr mit einem sprechen. Für die Ewigkeit!

    Für den menschlichen Verstand, wahnsinnig komplex!

    Trost findet, wenn man dies vollständig akzeptiert und dem Gehirn klar macht dass dieser Mensch wirklich nicht mehr ist und es dem geliebten Menschen "besser" geht, egal auf welche Art o. Religion o.a.

    Die Erinnerung bleibt, bis man selber das Ticket zur letzten Fahrt einlöst, welches wir alle immer bei uns tragen.
    • sowhat 13.10.2019 12:14
      Highlight Highlight Richtig, für den menschlichen Verstand nicht zu fassen. Auch wenn man od. frau sich das noch 100x sagt.
      Die Präsenz bleibt. Und das ist auch gut so.
  • Gubbe 13.10.2019 10:03
    Highlight Highlight Ach, verwitwet sind praktisch nur Frauen? Der Artikel ist überaus traurig, im Sinne des Wortes, geschrieben. Aber eben nur auf Frauen. Was ist den mit all den Männern, die ihre Frau verloren haben? Ich glaube kaum, dass es all diesen besser geht. Ich möchte meine Frau nicht verlieren. Sei es an Demenz oder anderem Siechtum.
    • karl_e 13.10.2019 12:03
      Highlight Highlight Hab mich auch gefragt, wo denn die Witwer geblieben sind.
    • sowhat 13.10.2019 12:18
      Highlight Highlight Whataboutism: s. WkipedIia
    • Shura 13.10.2019 12:23
      Highlight Highlight In diesem Artikel geht es in erster Linie um das Buch, welches sie geschrieben hat. Sie hat dort Halt nur Witwen interviewt, weil es aufgrund der Lebenserwartung der Frauen mehr Witwen als Witwer gibt,wie eingangs geschildert.
      Wieso jetzt der whataboutism bezüglich Witwern? Es steht ja nirgends geschrieben, dass es Witwer weniger schwer hätten als Witwen, oder ähnliches. Mich stört es, das bei jedem Artikel über Frauen Kommentare a la „und die Männer?“ oder ähnliche kommen. Es gibt genügend Artikel die nur von Männern handeln... Vielleicht kommt auch ein Folgeartikel über Witwer, wer weiss
    Weitere Antworten anzeigen
  • sowhat 13.10.2019 10:01
    Highlight Highlight Die Beziehung hört ja nicht auf. Sie ist nur anders.
    • tea_is_love 13.10.2019 11:40
      Highlight Highlight Erst buddeln, dann knuddeln? Oder wie muss ich das verstehen?



      ...ich geh ja schon 🙈
    • sowhat 13.10.2019 12:10
      Highlight Highlight @tea_is_love, so wie dein Tee für dich Liebe ist, ist für Andere Liebe etwas das man empfindet. Knuddelst du deinen Tee?

      Ok eine ernsthafte Antwort hast du auch verdient: man empfindet die Präsenz des Verstorbenen nach wie vor. Wenn auch nicht physisch, so doch empfindungsmässig. Er ist nich weg, nur grade nicht hier. Und wenn du's nicht verstehst, machts nichts. Muss dich nicht belasten.
    • Garp 13.10.2019 12:57
      Highlight Highlight Du kannst nur von Dir spreche, sowhat. Das ist kein universelles Gesetz. Ich, nicht man.
    Weitere Antworten anzeigen
  • NY125 13.10.2019 09:43
    Highlight Highlight Nein - ich habe nur Zwiebeln geschnitten.
    Spannendes Thema und gutes Interview. Man kann viel von Hinterbliebenen, nicht nur Witwen, lernen. Auch ist es wichtig anzuerkennen das Trauer individuell ist.
  • Corny 13.10.2019 09:42
    Highlight Highlight Welch ein Geschenk, mit seiner grossen Liebe zusammen zu sein. Auch wenn der Abschied dann umso schwerer ist.

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