Schweiz
Forschung

Rund 80 Prozent der LGBTIQ-Personen erleben Diskriminierung

Rund 80 Prozent der LGBTIQ-Personen erleben Diskriminierung

15.05.2026, 05:00

Anti-queere Gewalt und Diskriminierung sind im öffentlichen Raum omnipräsent. Der zum achten Mal von der LGBTIQ-Helpline veröffentlichte Bericht «Hate Crime» verzeichnete für das vergangene Jahr 281 Meldungen. Diese Zahl stelle nur die Spitze des Eisbergs dar.

Eine kürzlich in Genf durchgeführte Studie zeige, dass mehr als 80 Prozent der LGBTIQ-Personen bereits Diskriminierung oder Gewalt im öffentlichen Raum erlebt hätten, hiess es in der Mitteilung der Helpline vom Freitag. Im Jahr 2025 hätten sich die Meldungen mit 281 auf hohem Niveau stabilisiert. Im Jahr 2024 war mit 309 Meldungen ein vorläufiger Höchststand erreicht worden.

epa07699459 People participate in the Pride March LGBTQ + Pride (Lesbian, Gay, Bi, Trans and more), in Geneva, Switzerland, 06 July 2019. EPA/MARTIAL TREZZINI
Menschen am Pride-Umzug in Genf (Archivbild).Bild: keystone

Zwei Drittel der gemeldeten Vorfälle ereigneten sich im öffentlichen Raum. Dabei handle es sich sehr oft um Beleidigungen und Belästigungen, sei es in Form von Worten oder Gesten. Die Meldungen umfassen 52 Fälle von Diskriminierung und 45 Fälle von körperlicher Gewalt.

Fast zwei Drittel der Betroffenen berichteten von psychischen Folgen. «Hate Crime», also Hassverbrechen, die in institutionellen Kontexten wie in der Schule, am Arbeitsplatz oder im Gesundheitswesen begangen werden, haben besonders schwerwiegende Auswirkungen. Mit zehn Prozent werde lediglich eine Minderheit der gemeldeten Hassverbrechen bei der Polizei angezeigt, hauptsächlich bei Fällen körperlicher Gewalt.

Aktionsplan vom Bundesrat

«Hate Crime»gegen LGBTIQ-Personen bezeichnen Beleidigungen und Handlungen, die gezielt aufgrund der sexuellen Orientierung, der Geschlechtsidentität oder der Geschlechtsmerkmale einer Person begangen werden und durch Hass, Vorurteile oder Ablehnung gegenüber queeren Menschen motiviert sind. Im Januar verabschiedete der Bundesrat einen nationalen Aktionsplan gegen Hassverbrechen an lesbischen, schwulen, bisexuellen, trans-, intersexuellen und queeren Personen.

Anlässlich des Internationalen Tages gegen Homophobie, Biphobie, Interphobie und Transphobie (IDAHOBIT) am 17. Mai rufen die LGBTIQ-Dachorganisationen dazu auf, die Dunkelziffer zu senken und Fälle unter stophate.ch zu melden. Seit 2018 veröffentlicht die LGBTIQ-Helpline jährlich die eingegangenen Meldungen. (hkl/sda)

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