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In der Schweiz fehlen Hunderte Plätze für Frauen und Kinder in Not

16.09.2021, 06:31

Die Situation der Frauenhäuser in der Schweiz hat sich seit ihrer Gründung Ende der 70-er und Anfang der 80-er Jahre zwar verbessert. Dies auch, weil die Finanzierung durch den Staat an Bedeutung gewonnen hat. Die meisten Frauenhäuser sind aber auf Spenden angewiesen.

Der Europarat empfiehlt pro 10'000 Einwohnerinnen und Einwohner ein Familienzimmer für eine Mutter und ihre Kinder. (Archivbild)
Der Europarat empfiehlt pro 10'000 Einwohnerinnen und Einwohner ein Familienzimmer für eine Mutter und ihre Kinder. (Archivbild)
Bild: keystone

Da Struktur und Finanzierung der Frauenhäuser je nach Kanton und mitunter auch je nach Unterkunft unterschiedlich seien, brauche es eine nationale Strategie, sagte Marlies Haller, Vorständin der Dachorganisation Frauenhäuser Schweiz und Liechtenstein (DAO), gegenüber den Tamedia-Zeitungen.

Die Plätze in Schutzunterkünften für Frauen und Kinder, die Gewalt erlebt hätten, seien knapp. Der Europarat empfehle pro 10'000 Einwohnerinnen und Einwohner ein Familienzimmer für eine Mutter und ihre Kinder. Nach dieser Berechnung müsste die Schweiz rund 860 Plätze anbieten. Tatsächlich sei die Zahl jedoch bedeutend tiefer.

Der DAO seien in der Schweiz 22 Frauenhäuser angeschlossen, sagte Haller weiter. Davon befänden sich je drei in den Kantonen Bern, Zürich und Wallis, je zwei in den Kantonen Tessin und Genf und je eines in neun weiteren Kantonen. Ausser im Kanton Jura gebe es in allen Kantonen der lateinischen Schweiz ein Frauenhaus.

Vor dem Hintergrund knapper Plätze bestehe Handlungsbedarf. Kinder machten im Schnitt mindestens die Hälfe der Bewohnerinnen der Frauenhäuser aus. Es sei wichtig, dass sie in einem Umfeld ohne Gewalt aufwachsen könnten.

Damit die Frauenhäuser ihren Auftrag angemessen wahrnehmen könnten, empfehle die Konferenz der kantonalen Sozialdirektorinnen und -direktoren (SODK) eine jährliche Auslastung von 75 Prozent. Haller verlangt von den Kantonen, dass sie die Empfehlungen der SODK ernst nehmen. Leider gebe es auch andere Signale.

Die Umsetzung sei nicht gratis. Und nicht alle Kantone könnten und wollten Gelder dafür sprechen. Wo keine Ressourcen bereit gestellt würden, sollte der Bund zum Beispiel mit Anschubfinanzierungen aushelfen. (sda)

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