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Das Kernkraftwerk Leibstadt darf wieder angefahren werden. Bild: KEYSTONE

Das Atomkraftwerk Leibstadt darf wieder ans Netz – allerdings unter Auflagen

17.12.17, 10:48 17.12.17, 15:35

Das Atomkraftwerk Leibstadt, das seit September wegen der Jahresrevision nicht am Netz war, darf wieder angefahren werden. Die Revision dauerte länger als geplant, weil an Brennelementen Qualitätsmängel festgestellt worden waren.

Die Experten hätten bei den Kontrollen keine Befunde mehr gefunden, die das Wiederanfahren und einen sicheren Leistungsbetrieb in Frage stellen würden, teilte das Eidgenössische Nuklearinspektorat (Ensi) am Samstag mit.

Das Atomkraft (AKW) Leibstadt darf jedoch nicht auf Volllast ans Netz: Die Leistung der Brennelemente und des Kerndurchflusses müssen gemäss der Mitteilung weiterhin begrenzt werden. Diese verschärfte Massnahme hatte das AKW im Februar 2017 durchgeführt, um «lokale Dryouts» zu vermeiden.

Bei einem Dryout wird die Hüllrohroberfläche im Betrieb nicht mehr mit einem Kühlmittelfilm benetzt, wodurch es lokal zu einem starken Anstieg der Oberflächentemperatur kommt. Dies bewirkt eine verstärkte Oxidation des Hüllrohrmaterials.

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Brennstäbe mit Qualitätsmängel ersetzt

Im Rahmen der Revision hat das AKW Leibstadt 22 Brennelemente ersetzt. Diese wiesen gemäss Ensi «Qualitätssicherungsfehler» auf. Sechs dieser Elemente waren bereits drei beziehungsweise vier Betriebszyklen im Einsatz gewesen.

Die Atomaufsichtsbehörde sprach von einem Fehler bei der Qualitätssicherung der Hüllrohre. Sollten alle betroffenen Brennstäbe im schlimmsten Fall gleichzeitig einen Hüllrohrschaden aufweisen, würde die Aktivität im Kühlwasser ansteigen.

Im Rahmen der Revision wurde zudem ein Lecktest durchgeführt, der beim AKW Leibstadt nur alle zehn Jahre gemacht wird, weil er so aufwändig ist. Neben Instandhaltungs- und Wartungsarbeiten wurde der Wasserabscheider-Zwischenüberhitzer ersetzt. Dieser dient gemäss der Mitteilung dazu, das kondensierte Wasser aus dem Dampf zu entfernen und den Dampf zu «trocknen».

Das AKW darf erst wieder auf Volllast zurückkehren, wenn lokale Dryouts ausgeschlossen werden können. Die Kernkraftwerk Leibstadt AG hatte bereits Anfang November mitgeteilt, dass die Anlage wegen des Ersetzens der betroffenen Brennelemente erst Ende Dezember wieder ans Netz gehen werde. (sda)

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.
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17
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17Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Rodney McKay 17.12.2017 16:30
    Highlight Man hat bei der Inspektion das Problem gefunden, und entsprechende Auflagen erlassen. (Kein Betrieb unter Volllast) Das ist sicher nicht optimal, da gebe ich allen Kritikern recht. Ob in Frankreich, Tschechien, Ungarn, Rumänien, Slowenien, Ukraine etc. auch so gewissenhaft Inspektionen durchgeführt werden, wage ich zu bezweifeln. Man bedenke, dass Radioaktivität keine Grenzen kennt.
    17 4 Melden
  • malu 64 17.12.2017 13:53
    Highlight Würde die ganze idiotische Weihnachsbeleuchtung in der Schweiz ausgeschaltet, könnte man auch Leibstadt in Frieden ruhen lassen!
    22 14 Melden
    • ARoq 17.12.2017 15:48
      Highlight Glaube ich nicht. Selbst wenn alle 3,7 Mio Haushalte eine idiotische Weihnachtsbeleuchtung hätten, wäre das nur 3,7 Mio * 10 W = 37 MW oder 2,9% der Leistung von Leibstadt.

      Da gibt es sinnvollere Argumente um Leibstadt ruhen zu lassen.
      21 3 Melden
    • malu 64 17.12.2017 19:24
      Highlight Du rechnest aber sehr optimistisch! Alle diese sogenannten Festbeleuchtungen verbrauchen garantiert mehr. Ich denke dabei auch an Städte und Dörfer. Ein richtiger Wettbewerb unter Nachbarn, welcher seinen Kaninchenstall schöner beleuchtet. Sinnlose Spielereien für grosse Kinder!
      8 7 Melden
    • ARoq 17.12.2017 20:08
      Highlight Ich rechne konservativ. Die Weihntachtsbeleuchtung läuft nicht den ganzen Tag und bei weitem ist nicht jeder Haushalt weihnachtbeleuchtet.
      7 0 Melden
    • _kokolorix 17.12.2017 20:40
      Highlight @ARoq
      10W sind ganz bestimmt deutlich unter dem Durchschnitt. All die minderwertigen Billigsttrafos erzeugen jede Menge Abwärme. Ich würde mal mit dem 10fachen rechnen, dann sind wir bei 30% Leibstatt. Wenn wir dann noch die Beleuchtungen der Städte weglassen, würds wahrscheinlich bald aufgehen
      4 5 Melden
  • andrew1 17.12.2017 12:52
    Highlight Abschalten und durch ein neues akw ersetzen statt noch lange laufen zu lassen wäre das vernünftigste.
    11 39 Melden
    • Radesch 17.12.2017 15:55
      Highlight Tut mir leid, aber der Bau von Atomkraftwerken ist in der Schweiz verboten.
      26 5 Melden
    • Fabio74 17.12.2017 20:42
      Highlight findest einen der dies finanzieert so ganz ohne Subventionen des Staates? Kaum.
      9 3 Melden
  • pamayer 17.12.2017 12:09
    Highlight "Die Atomaufsichtsbehörde sprach von einem Fehler bei der Qualitätssicherung der Hüllrohre."

    Warum wurde ein solcher Satz nie gesagt? Erst zig Jahre im Nachhinein.
    Momoll, vollstes Vertrauen.
    Und Jodtabletten im Schrank.

    Die Schweiz strahlt ja sowas von vorbildlich.
    18 14 Melden
    • 7immi 17.12.2017 17:22
      Highlight die hüllrohre sind hoffentlich noch nicht so alt. das hüllrohr ist die ummantelung eines brennstabs und wird somit mit ihm ersetzt.
      5 0 Melden
  • who cares? 17.12.2017 11:59
    Highlight Wenn gewisse Tests aus dem Grund nur alle 10 Jahre gemacht werden "weil er so aufwändig ist", sollte man die gesamte Anlage abstellen.
    31 15 Melden
    • 7immi 17.12.2017 17:27
      Highlight wenn man durch andere tests, zb an potentiellen schwachstellen, die gesamtsituation sinnvoll abschätzen kann reicht das. bei verdacht oder wenn man zeit hat wird der intervall verkürzt wie es jetzt der fall war. ist durchaus üblich.
      10 7 Melden
  • derEchteElch 17.12.2017 11:24
    Highlight Ohjeee... warum nicht einfach dauerhaft abschalten.. 🙄
    76 37 Melden
    • MaxHeiri 17.12.2017 12:44
      Highlight Und stattdessen Kohle aus Deutschland oder selber ein Gaskombikraftwerk bauen?

      Watt 2000 Gesellschaft ist ein Witz mit der zunehmenden Digitalisierung.
      19 35 Melden
    • Eskimo 17.12.2017 13:07
      Highlight Weil um ein AKW zu ersetzen ungefähr 4400 Windräder aufgestellt werden müssten. Beim ständig wachsenden Strombedarf durch Bevölkerungswachstum und da immer mehr auf elektrisch anstatt Öl, Benzin, Kohle und Diesel gesetzt werden muss ( was durchaus Sinn macht) sind wir auf jedes AKW angewiesen.
      19 19 Melden
    • _kokolorix 17.12.2017 20:49
      Highlight Das ist alles Bullshit. Wir brauchen nicht mehr Strom wegen der Digitalisierung oder dem Bevölkerungswachstum. Die Effizienz-Steigerungen der Geräte würde das locker in einen Minderverbrauch umwandeln. Der Mehrverbrauch ist vor allem auf ignorante Dummheit und Bequemlichkeit zurückzuführen. Millionen von Geräte werden im Standby betrieben um nicht 20s auf den Neustart warten zu müssen. Wie bescheuert ist dass denn. Ausserdem wurde mit der Strommarktliberalisierung jeglicher Sparwille bei der Industrie abgewürgt, je mehr die verbrauchen, desto billiger wird es
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