DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Mexiko: Wo sind die 43 entführten Studenten? Behörden rollen den Fall neu auf

26.09.2015, 07:5326.09.2015, 17:50

Ein Jahr nach der Entführung und dem mutmasslichen Mord an 43 Studenten bewerten die Behörden den Fall neu. Nach den Worten des Staatsanwaltes für Menschenrechte soll nie festgestanden haben, dass die jungen Männer getötet und ihre Leichen verbrannt wurden.

«Die Ermittlungen waren immer ergebnisoffen», sagte Eber Betanzos, am Freitag. Die Studenten würden weiterhin als vermisst geführt. Das gelte auch für die beiden jungen Männer, deren Überreste auf einer Müllkippe entdeckt wurden.

Gerichtsmediziner der Universität Innsbruck hatten zwar Knochenfragmente zwei der verschleppten Studenten zugeordnet. Nur ein Richter könne die Opfer für tot erklären, sagte Betanzos.

Suche wird fortgesetzt

Die Suche nach den jungen Männern werde fortgesetzt, sagte der Staatssekretär für Menschenrechte, Roberto Campa. Die Studenten würden als Opfer des Verschwindenlassens geführt. Unter Verschwindenlassen verstehen Strafrechtler die Entführung von Zivilisten durch staatliche Sicherheitskräfte, ohne die Angehörige über deren Verbleib zu informieren.

Am 26. September 2014 hatten Polizisten die 43 Studenten in der Stadt Iguala im Bundesstaat Guerrero verschleppt und sie der kriminellen Organisation Guerreros Unidos übergeben. Bislang lautete die offizielle Version, Bandenmitglieder hätten die jungen Männer getötet und ihre Leichen verbrannt.

«Das ist die historische Wahrheit», sagte der damalige Generalstaatsanwalt Jesús Murillo Karam, als er die Ermittlungsergebnisse vorlegte.

Hält das Militär die Studenten fest?

Die Angehörigen der Opfer weisen die offizielle Version zurück und fordern weitere Untersuchungen. Viele von ihnen glauben, das Militär halte die linksgerichteten Studenten an einem geheimen Ort fest.

Zuletzt hatte auch eine unabhängige Expertengruppe erhebliche Zweifel an den Ermittlungsergebnissen der Generalstaatsanwaltschaft geäussert. So sei es unmöglich, so viele Leichen in kurzer Zeit zu verbrennen, hiess es im Bericht. (egg/sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Abonniere unseren Newsletter

0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Grubenunglück in Mexiko: Wasser erschwert Rettung von zehn Kumpeln

Zwei Tage nach einem Grubenunglück in Mexiko erschwert ein Wassereinbruch die Suche nach zehn eingeschlossenen Bergleuten. Die Rettungskräfte versuchten am Freitag, mit 19 Pumpen den Wasserstand in dem Kohlebergwerk zu senken, wie die Koordinatorin des nationalen Katastrophenschutzes, Laura Velázquez, am Freitag sagte. Erst dann könnten Taucher und Rettungskräfte den 60 Meter tiefen Grubenkomplex sicher betreten.

Zur Story