«N*gerchinge»: Fasnachtstradition in Solothurner Gemeinde sorgt für Kritik
Im solothurnischen Dorf Egerkingen wird aktuell die Fasnacht mit einem Plakat beworben, das für Kritik sorgt. Darauf ist der Schriftzug «N*gerchinge» zu sehen, dazu eine dunkelhäutige Person auf einer Rakete, die ins All fliegt. Oberhalb des Motivs steht «Das Universum ruft», berichtet 20 Minuten.
Mehrere Anwohnerinnen und Anwohner kritisieren laut des Berichts das Plakat, doch Gemeindepräsident Bernhard Studer (FDP) sieht darin kein Problem.
Es handle sich um eine «katholische Tradition», heisst es. Im 19. Jahrhundert seien Mitglieder der CVP als «Schwarze» bezeichnet worden. In Egerkingen hätten FDP-Anhänger während der Fasnacht den Ortsnamen deshalb mit einem zusätzlichen «N» ergänzt, um sie auf die Schippe zu nehmen.
Die Tradition wird auch von Anian Liebrand, Geschäftsführer des Egerkinger Fasnachtskomitees und EDU-Mitglied, verteidigt. Für ihn sei die Fasnacht ein Schweizer Kulturgut, das auf keinen Fall reguliert oder zensiert werden dürfe.
Seit Dienstag ist das zusätzliche «N» auf einem Plakat abgeklebt. Der Fasnachtsname «N*gerchinge» sorgt jedoch nicht zum ersten Mal für Diskussionen: Bereits 2019 hatten der Afrikanische Diaspora-Rat und die Eidgenössische Kommission gegen Rassismus den Namen scharf kritisiert. (fak)
