Schweiz
Solothurn

Egerkingen: Diskriminierende Fasnachtstradition sorgt für Kritik im Dorf

«N*gerchinge»: Fasnachtstradition in Solothurner Gemeinde sorgt für Kritik

04.02.2026, 10:4504.02.2026, 10:45

Im solothurnischen Dorf Egerkingen wird aktuell die Fasnacht mit einem Plakat beworben, das für Kritik sorgt. Darauf ist der Schriftzug «N*gerchinge» zu sehen, dazu eine dunkelhäutige Person auf einer Rakete, die ins All fliegt. Oberhalb des Motivs steht «Das Universum ruft», berichtet 20 Minuten.

Mehrere Anwohnerinnen und Anwohner kritisieren laut des Berichts das Plakat, doch Gemeindepräsident Bernhard Studer (FDP) sieht darin kein Problem.

«Es ist ja Fasnacht, die Zeit, in der man Narrenfreiheit hat und sagen kann, was man will. Ich persönlich habe kein Problem damit.»

Es handle sich um eine «katholische Tradition», heisst es. Im 19.  Jahrhundert seien Mitglieder der CVP als «Schwarze» bezeichnet worden. In Egerkingen hätten FDP-Anhänger während der Fasnacht den Ortsnamen deshalb mit einem zusätzlichen «N» ergänzt, um sie auf die Schippe zu nehmen.

Das Logo vom Naare-Verein Egerkingen.
Das Logo vom Naare-Verein Egerkingen. bild: facebook

Die Tradition wird auch von Anian Liebrand, Geschäftsführer des Egerkinger Fasnachtskomitees und EDU-Mitglied, verteidigt. Für ihn sei die Fasnacht ein Schweizer Kulturgut, das auf keinen Fall reguliert oder zensiert werden dürfe.

Seit Dienstag ist das zusätzliche «N» auf einem Plakat abgeklebt. Der Fasnachtsname «N*gerchinge» sorgt jedoch nicht zum ersten Mal für Diskussionen: Bereits 2019 hatten der Afrikanische Diaspora-Rat und die Eidgenössische Kommission gegen Rassismus den Namen scharf kritisiert. (fak)

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Relativist
04.02.2026 10:54registriert März 2018
Bedeutet das, dass ich die Herren Studer und Liebrand nach Art. 177 des Strafgesetzbuchs (StGB) beleidigen darf ohne Konsequenzen zu befürchten, weil 'es isch jo Fasnacht'.
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Tylototriton
04.02.2026 11:44registriert August 2024
Wäre interessant, ob es das EDU-Mitglied auch gutheissen würde, wenn während der Fasnachtszeit auf Jesusbilder geschossen würde, so ganz im Sinne der Narrenfreiheit...
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Nick Tamer
04.02.2026 10:53registriert März 2018
Immer dieses Argument, mit Narrenfreiheit und Zensur. Es geht ja gar nicht um Regulierung, sondern um den eigenen Anspruch. Im Namen der Freude ein Wort zu benutzen, das Leute verletzt, kann doch nicht der Anspruch der Fasnacht sein. Lasst uns an der Fasnacht nach oben treten, nicht nach unten. Grund genug gibts in der Welt…
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