Journalistin spricht Trump auf Epstein an – dann folgen die Beleidigungen
Bei einer Pressekonferenz im Weissen Haus am Dienstag konfrontierte die CNN-Reporterin Kaitlan Collins den US-Präsidenten Donald Trump mit kritischen Fragen zur Aufarbeitung der Epstein-Files. Der 79-Jährige wich zuerst aus – und ging dann zum Gegenangriff über. Vor allen Anwesenden machte er die Journalistin nieder:
Collins hatte Trump gefragt, ob er die neu-veröffentlichten Akten aus dem Fall Epstein gelesen habe und sprach den US-Präsidenten auch darauf an, dass darin auch Namen wie Elon Musk oder Howard Lutnick aufgeführt sind. Lutnick ist als Handelsminister Teil von Trumps Regierung. Er hatte zuvor in einem Interview behauptet, den Kontakt zu Epstein, direkt nachdem er ihn kennengelernt hatte, wieder abgebrochen zu haben – eine Lüge, wie die Files jetzt zeigten.
Er habe viele andere Dinge zu tun und die Akten nicht gelesen, lautete Trumps Antwort. Was die beiden Namen anginge, so sei er sicher, dass sie «in Ordnung» seien. Sonst hätte es grössere Schlagzeilen gegeben, so der Präsident. Für ihn sei jetzt ohnehin der Zeitpunkt gekommen, dass das Land sich mit einem anderen Thema beschäftige.
Damit gab sich Collins aber nicht zufrieden. Sie bohrte weiter und fragte, was er zu all den Opfern und Überlebenden sagen würde, die finden, dass sie keine Gerechtigkeit erfahren hätten. Darauf liess sich der US-Präsident aber nicht mehr ein.
Stattdessen begann er, persönlich gegen die Journalistin zu pöbeln. Dass sie «so schlecht» sei und nie lächle – und das, obwohl sie doch eine junge Frau sei, spottete Trump. Wegen Leuten wie ihr hätte CNN schlechte Einschaltquoten und die Organisation solle sich für sich schämen, so der Präsident weiter. Ausserdem äusserte er auch eine Theorie, warum sie nie lächle: Weil sie wisse, dass sie nie die Wahrheit erzähle.
Auf X wurde ein Video von Trumps verbalem Angriff auf Collins von einem offiziellen Account des Weissen Hauses geteilt – und gefeiert. «@POTUS NUKES @kaitlancollins», heisst es in der Überschrift des Beitrags. Übersetzt heisst das so viel wie «vernichtet» oder «atomisiert».
.@POTUS NUKES @kaitlancollins:
— Rapid Response 47 (@RapidResponse47) February 3, 2026
"I've known you for ten years. I don't think I've ever seen a smile on your face. You know why you're not smiling? Because you know you're not telling the truth. You're a very dishonest organization — and they should be ashamed of you." 🔥 pic.twitter.com/GJFcH6vqvi
Nicht der erste Zwischenfall mit Journalistinnen
Der US-Präsident ist bekannt dafür, immer wieder Medienvertreterinnen und -vertreter persönlich anzugreifen. Erst kürzlich bezeichnete er etwa eine Journalistin an Bord der Air Force One als «Schweinchen».
«Ruhe, Schweinchen!» – so reagiert Trump auf kritische Fragen der Medien
Im vergangenen November bezeichnete er die New-York-Times-Journalistin Katie Rogers als «drittklassige Reporterin», die sowohl innerlich als auch äusserlich hässlich» sei. Im selben Monat fragte er die CBS-News-Reporterin Nancy Cordes, ob sie eine «dumme Person» sei.
Auch für Kaitlan Collins war es nicht das erste Mal, dass sie in Trumps Fadenkreuz geriet. Im vergangenen Dezember bezeichnete er die 33-Jährige auf seiner Plattform Truth Social als «dumm» und «bösartig», weil sie ihn gefragt hatte, warum sein geplanter Ballsaal fürs Weisse Haus plötzlich teurer werde.
(lzo)
- USA veröffentlichen Tausende neue Epstein-Videos – auch Pornos
- So geht es den Brüdern der von ICE erschossenen Renée Good
- Trump drohte ihm mit Krieg – jetzt besucht Kolumbien-Präsident Petro das Weisse Haus
- Trump unterschreibt Haushaltspaket: Shutdown beendet
- Kid Rock vs. Bad Bunny: Trump-Fans planen alternative Halbzeitshow zum Super Bowl
