DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Milan jubelt nach dem Treffer zum 4:2 gegen Juventus Turin.
Milan jubelt nach dem Treffer zum 4:2 gegen Juventus Turin.
Bild: keystone

Plötzlich dominant – Milans erstaunliche Wandlung seit der Corona-Pause

Bis zur Corona-Pause drohte der AC Milan eine Saison zum Vergessen. Seit dem Restart sind die Mailänder aber nicht zu stoppen – auch nicht von Juve und Lazio. Eine entscheidende Rolle spielt einmal mehr Zlatan Ibrahimovic.
08.07.2020, 10:5608.07.2020, 14:33
Dario Bulleri
Dario Bulleri
Dario Bulleri
Folgen

Am 8. März schien die AC Milan – einmal mehr in jüngster Vergangenheit – am Boden zu sein. Gegen Abstiegskandidat Genua hatte der Meister von 2011 eine desolate Leistung gezeigt und zuhause mit 1:2 verloren. So lagen die «Rossoneri» auf dem enttäuschenden 9. Platz, als das Coronavirus Italien mit voller Wucht traf und dafür sorgte, dass die Serie A über drei Monate lang pausieren musste.

Auch beim Restart durften sich die Milan-Fans keine grossen Hoffnungen auf eine Wende machen. Mit der Roma, Lazio und Juventus warteten in den ersten fünf Runden gleich drei der besten fünf Teams der Liga. Doch nach der Corona-Pause stand plötzlich ein anderes Milan auf dem Platz. 13 Punkte holten die Mailänder in diesen fünf Partien, einzig gegen SPAL liessen sie zwei Punkte liegen.

Stefano Pioli dirigiert sein Team in Richtung Europa League.
Stefano Pioli dirigiert sein Team in Richtung Europa League.
Bild: keystone

Vor allem gegen die zwei Teams an der Spitze, Lazio und Juve, beeindruckte das Team von Stefano Pioli. In Rom gewann Milan diskussionslos mit 3:0, gegen Juve drehten die Mailänder einen 0:2-Rückstand und setzten sich mit 4:2 durch. Zuvor war es in dieser Saison noch keinem Team gelungen, sowohl Juve als auch Lazio zu schlagen. Damit ist Milan neben Atalanta Bergamo das einzige Team der Liga, das seit dem Restart noch ungeschlagen ist.

Endlich Euphorie! Kult-Moderator Tiziano Crudeli jubelt während dem Spiel gegen Juventus.

Ibrahimovic auch mit 38 Jahren entscheidend

Eine entscheidende Rolle spielt dabei einmal mehr Zlatan Ibrahimovic. Auch im Alter von 38 Jahren hat der Schwede gezeigt, dass er in Spielen gegen grosse Gegner den Unterschied ausmachen kann. Obwohl er beim Restart noch verletzt fehlte, war er in den beiden Partien gegen Lazio und Juve an insgesamt vier Toren beteiligt.

Damit hat der Schwede seit seiner Rückkehr nach Mailand in neun Spielen bereits fünf Tore und drei Vorlagen auf dem Konto. «Die Gegner haben Glück gehabt. Wäre ich zu Beginn der Saison schon hier gewesen, hätten wir den Titel geholt», so der wie gewohnt selbstbewusste Schwede nach dem Sieg über Juve.

Seit der Rückkehr von Ibrahimovic läuft es bei Milan wieder besser.
Seit der Rückkehr von Ibrahimovic läuft es bei Milan wieder besser.
Bild: keystone

Doch nicht nur aufgrund der Skorerwerte hat sich die Rückholaktion Ibrahimovics ausgezahlt. Auch in den Trainings übernimmt der erfahrene Stürmer eine wichtige Rolle, viele der jungen Teamkollegen profitieren von ihm. «Neben dem Platz ist er ein anderer Mensch. Er ist wie ein grosser Bruder, er gibt mir immer Tipps, wie ich mich verbessern kann», schwärmte etwa der 17 Jahre jüngere Stürmer Rafael Leao gegenüber Sky Sport. Und Aussenverteidiger Theo Hernandez sagte im Interview mit «Onda Cero»: «Er ist ein fantastischer Teamkollege, äusserst positiv. Ihm gefällt es überhaupt nicht, zu verlieren. Wenn wir Fehler machen, motiviert und fordert er uns.»

So haben sich im Windschatten von Ibrahimovic auch Spieler, die schon als Fehltransfers abgestempelt worden sind, massiv gesteigert. Ante Rebic etwa, der in den ersten 17 Saisonspielen nur auf 179 Spielminuten kam, hat in den letzten zwölf Partien in der Meisterschaft zehn Treffer erzielt. Franck Kessié, dessen Abgang eigentlich sicher schien, blüht plötzlich wieder auf. Und Regisseur Ismaël Bennacer wird plötzlich mit Topteams wie Real Madrid oder Manchester City in Verbindung gebracht.

Franck Kessié herzt Zlatan Ibrahimovic.
Franck Kessié herzt Zlatan Ibrahimovic.
Bild: keystone

Pioli macht seinen Job fast zu gut …

Dank dieser Verwandlung ist Milan auch in der Tabelle wieder auf dem Weg nach oben. Nachdem bis zur Corona-Pause eine erneute Saison ohne Europacup-Teilnahme drohte, liegen die Mailänder mittlerweile auf dem fünften Platz, mit dem sie sich direkt für die Europa League qualifizieren würden. Es wäre das bestmögliche Resultat nach dem Restart, die Top 4 sind mit 14 Punkten Vorsprung und mehr schon zuvor enteilt.

Der plötzliche Höhenflug stellt die Chefetage von Milan nun vor eine schwierige Entscheidung. Schon seit Monaten stehen die Verantwortlichen der «Rossoneri» mit Ralf Rangnick in Kontakt. Es gilt als offenes Geheimnis, dass der Red-Bull-Stratege auf die kommende Saison hin nach Mailand wechseln und dort sowohl Stefano Pioli als Trainer als auch Vereinslegende Paolo Maldini als technischen Direktor ablösen soll.

Ralf Rangnick soll der neue starke Mann bei Milan werden.
Ralf Rangnick soll der neue starke Mann bei Milan werden.
Bild: keystone

Nun spielt Milan aber so gut wie schon lange nicht mehr. Einige Fans sind deshalb skeptisch: Ein weiterer Trainerwechsel – der achte in den letzten gut sechs Jahren – wäre in diesem Moment nicht ohne Risiko.

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Juve und? Diese Klubs wurden schon italienischer Meister

1 / 18
Juve und? Diese Klubs wurden schon italienischer Meister
quelle: ap/ansa / alessandro di marco
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

So würden sich deine Fussball-Stars in der Badi verhalten

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Unvergessen

Vucinic lässt der Schweiz die Hosen herunter und trägt sie als Kopfschmuck

8. Oktober 2010: Dass die Schweiz in Montenegro mit 0:1 verliert, gerät beinahe zur Nebensache. Für Aufsehen sorgt vielmehr der unkonventionelle Jubel des einzigen Torschützen Mirko Vucinic.

Nach dem enttäuschenden Ausscheiden in der Gruppenphase an der WM 2010 will es die Schweizer Nati am nächsten Turnier besser machen. Doch die EM 2012 verpasst sie – weil der Start völlig in die Hose geht.

Zuerst ein 1:3 in Basel gegen England, dann eine unerwartete 0:1-Niederlage auswärts gegen Montenegro. In Podgorica fehlt es der Schweiz an Durchschlagskraft, sie hat keine Ideen, wie sie den Gegner überwinden kann. So fällt das einzige Tor auf der anderen Seite. In der 67. Minute vernascht …

Artikel lesen
Link zum Artikel