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epa08459003 George Floyd's brother Terrence Floyd (white t-shirt) addresses the protesters as they gather near the intersection of 38th and Chicago in front of the Cup Foods at the spot where George Floyd was arrested on the seventh day of protests over the arrest of George Floyd, who later died in police custody, in Minneapolis, Minnesota, USA, 01 June 2020. A bystander's video posted online on 25 May, appeared to show George Floyd, 46, pleading with arresting officers that he couldn't breathe as an officer knelt on his neck. The unarmed black man later died in police custody.  EPA/CRAIG LASSIG

George Floyds Bruder Terrence besuchte am Montag den Tatort in Minneapolis. Bild: keystone

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Ein Land sieht schwarz: Warum der Rassismus in den USA schlimmer geworden ist

In den USA bilden Coronapandemie, Massenarbeitslosigkeit und Polizeigewalt einen toxischen Mix, der keine Gruppe so stark trifft wie die Afroamerikaner. Ihre Lage hat sich in den letzten Jahren nicht verbessert. Im Gegenteil.



Das Knie drückt auf den Hals. Minutenlang. Nichts scheint den weissen Polizisten Derek Chauvin zu beeindrucken, als er George Floyd langsam zu Tode würgt. Nicht das Flehen des Opfers, dessen letztes Wort «Mama» ist. Nicht die Smartphones, die das Geschehen dokumentieren. George Floyd ist schwarz. Er stirbt am 25. Mai 2020 in Minneapolis.

Ein Fall von Polizeigewalt, wie er in den USA (zu) alltäglich ist? Dieses Mal ist vieles anders. Chauvins Brutalität hat die grösste Protestbewegung seit Jahren ausgelöst. George Floyd ist ihre Symbolfigur, sein Hilferuf «I can’t breathe» ihre Parole. Teilweise schlägt sie in Gewalt um, und Präsident Donald Trump giesst Öl ins Feuer, statt zur Versöhnung aufzurufen.

Proteste in Minneapolis

Das Jahr 2020 hatte in den USA verheissungsvoll begonnen. Die Wirtschaft brummte, die Arbeitslosigkeit war so tief wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Trumps Chancen auf eine Wiederwahl waren intakt. Nun ist knapp die Hälfte vorbei, und 2020 ist zu einem Annus Horribilis in der turbulenten Geschichte des Landes geworden.

Die Coronapandemie hat die strukturellen Schwächen der vermeintlichen Weltmacht Nummer eins schonungslos offen gelegt. Mehr als 100’000 Amerikaner sind bislang an Covid-19 gestorben, doppelt so viele wie im Vietnamkrieg. Die Arbeitslosigkeit ist eskaliert. Fast 40 Millionen Menschen haben zumindest zeitweise ihren Job verloren.

Die Afroamerikaner sind vom Virus und der Wirtschaftskrise so stark betroffen wie keine andere Bevölkerungsgruppe. Sie sterben überdurchschnittlich oft an Covid-19 und werden überdurchschnittlich oft arbeitslos. Die Tötung von George Floyd war in diesem Kontext nicht mehr als der letzte Funke, der eine tief sitzende Frustration zur Explosion brachte.

Manche verglichen George Floyds Tod mit einer Hinrichtung. Die Schwarzen selbst fühlten sich an die Lynchmorde erinnert, die in den Südstaaten bis weit ins 20. Jahrhundert vorkamen. Die Gesetzeshüter schauten nicht nur zu, sie beteiligten sich teilweise aktiv daran, schwarze Männer für Nichtigkeiten an Bäumen aufzuknüpfen.

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«Southern trees bear a strange fruit», sang Jazzlegende Billie Holiday.

Dieses Mal ist vieles anders, wenn sogar die fast krankhaft unpolitische Basketball-Ikone Michael Jordan ihre Empörung über «den tief verwurzelten Rassismus und die Gewalt gegen farbige Menschen in unserem Land» äussert. Der alles andere als unpolitische George Clooney bezeichnete den Rassismus in einem Essay für «The Daily Beast» als «unsere Pandemie».

«Wir sind alle infiziert und in 400 Jahren haben wir noch keinen Impfstoff gefunden.»

George Clooney

Der Hollywoodstar bezieht sich mit diesem Vergleich auf die erste Ankunft eines Schiffs mit Sklaven aus Afrika in der englischen Kolonie Jamestown in Virginia anno 1619. Es war der Beginn der «Erbsünde» Amerikas, wie die Sklaverei heute häufig bezeichnet wird.

Oberflächlich betrachtet hat sich vieles positiv entwickelt. Doch der Schein trügt. Mehr als 50 Jahre nachdem die Bürgerrechtsbewegung die rechtliche Gleichstellung erkämpft hat, ist der strukturelle Rassismus in den USA nicht nur lebendig wie eh und je. Manches hat sich in den letzten Jahrzehnten für die schwarze Bevölkerung sogar verschlechtert.

Segregation

FILE-In this Oct. 19, 1960 file photo, Dr. Martin Luther King Jr. under arrest by Atlanta Police Captain R.E. Little, left rear, passes through a picket line outside Rich's Department Store, in atlanta. On King's right are Atlanta Student Movement leader Lonnie King and Spelman College student Marilyn Pryce. Holding the sign is Spelman student activist Ida Rose McCree. Following the publication of

Unter Führung von Martin Luther King (Mitte) erkämpften sich die Schwarzen die Gleichstellung. Faktisch aber existiert die Rassentrennung noch heute. Bild: AP

Die Rassentrennung wurde in den 1960er Jahren formell aufgehoben. In der Realität hat sie sich eher vertieft. Viele Weisse aus dem Mittelstand sind in die Suburbs «geflüchtet» und haben zuvor durchmischte Stadtviertel den Schwarzen und Latinos überlassen. Sie erlebten einen Niedergang, teils durch gezielte Vernachlässigung, teils wegen fehlendem Geld.

Das hat negative Folgen in verschiedener Hinsicht: Miese Wohnverhältnisse, schlechte Schulen, fast keine gut bezahlten Jobs, eine ungenügende Versorgung mit Gesundheitsdiensten und Lebensmitteln. Die wackere Michelle Obama ist eine Verfechterin gesunder Ernährung. Aber woher nehmen, wenn es in den Läden weder frische Früchte noch Gemüse gibt?

Viele Schwarze ernähren sich von Convenience- und Junkfood. Die Folge sind Übergewicht und Krankheiten wie Diabetes. Deshalb sind sie eine leichte Beute für das Coronavirus. Im Bundesstaat Minnesota haben die Afroamerikaner einen Bevölkerungsanteil von knapp sieben Prozent. Ihr Anteil an den Covid-19-Fällen beträgt rund 22 Prozent.

Wirtschaft

A Food Bank for New York City volunteer hands out packages at a mobile food pantry at Barclays Center Friday, April 24, 2020, in the Brooklyn borough of New York. (AP Photo/Frank Franklin II)

Die Schwarzen sind häufig auf Lebensmittelhilfe angewiesen. In der Krise erst recht. Bild: AP

Donald Trump rühmte sich bis zur Coronakrise, die «beste Wirtschaft aller Zeiten» geschaffen zu haben. Das ist nicht einmal die halbe Wahrheit. Die Industriejobs, die einst auch vielen Schwarzen den Aufstieg in den Mittelstand ermöglichten, brachte er nicht zurück. Vor Beginn der Krise waren rund 40 Prozent der arbeitenden Bevölkerung im Niedriglohnsektor tätig.

Sie hangeln sich von Zahltag zu Zahltag und können kaum Reserven bilden. Schon die Mietkaution kann zum Problem werden. Afroamerikaner sind überdurchschnittlich betroffen. Rund ein Fünftel lebt unter der Armutsgrenze. Das Medianeinkommen der schwarzen Haushalte liegt bei 41’000 Dollar. Die Weissen kommen auf 67’000 Dollar.

Kriminalität

In this Thursday, March 12, 2020, inmates at the Cook County Jail from left, Joshua Cavin, Sean Allen, and Sirjerathan Wilson, pose for a portrait outside cell pod

Das Strafrecht sorgt in den USA dafür, dass Schwarze weit eher im Gefängnis landen als Weisse. Bild: AP

In den 1970er und 80er Jahren grassierte in den US-Städten die Kriminalität. Die Antwort der Politiker waren immer härtere Strafen. Wer nicht «tough on crime» war, hatte kaum Wahlchancen. Selbst Minderjährige wurden hart angepackt, und besonders im Visier waren Drogendelikte. Eine rassistische Schlagseite nahm man dabei in Kauf.

So wurde der Besitz von Crack erheblich härter bestraft als von Kokain. Das billige Crack aber wurde und wird primär von Schwarzen konsumiert, während Kokain die «Modedroge» der Weissen ist. Der «War on Drugs» führte dazu, dass 37 Prozent der jungen schwarzen Männer ohne Highschool-Abschluss mindestens einmal im Leben im Gefängnis sassen.

In den letzten zehn Jahren hat sich einiges gebessert. Barack Obama erreichte gewisse Erleichterungen. Mit einer ambitionierten Strafrechts-Reform scheiterte der erste schwarze Präsident jedoch an den Republikanern im Senat. Es war ausgerechnet Donald Trump, der 2018 eine Reform durch den Kongress brachte, die das harte Regime flexibler machte.

Polizeigewalt

Die Fälle seit Ferguson

1991 verprügelten vier Polizisten den schwarzen Kleinkriminellen Rodney King in Los Angeles. Ihr Freispruch vor Gericht führte im Jahr darauf zu den schlimmsten Rassenkrawallen der letzten Jahrzehnte. Seither kam es immer wieder zu Gewalt von Polizisten gegen Schwarze, häufig mit Todesfolge. 2014 starben Michael Brown in Ferguson und Eric Garner in New York.

Letzterer wehrte sich ebenfalls mit «I can’t breathe» gegen die Polizisten, die ihn zu Boden gedrückt hatten. In beiden Fällen kam es zu keiner Anklage, was unter anderem die «Black Lives Matter»-Bewegung auslöste. Ob sich die Zahl der Fälle gehäuft hat, ist umstritten. Durch die Allgegenwart des Smartphones sind sie nicht mehr so leicht zu vertuschen.

Wenn der NZZ-Korrespondent jedoch schreibt, das Verhältnis zwischen afroamerikanischen Männern und der Polizei sei auf beiden Seiten von Angst geprägt, ist das eine groteske Verzerrung. Hinter den Polizisten steht die Staatsmacht, die Schwarzen sind ohnmächtig. Selbst bei Verkehrskontrollen werden sie viel häufiger angehalten als weisse Autofahrer.

Paternalismus

«Ich habe nichts gegen Schwarze. Einige meiner besten Freunde sind schwarz.» Alle Amerikaner kennen solche Sprüche. Nicht selten werden sie von Angehörigen einer «aufgeklärten» linksliberalen Elite geäussert. Dahinter verbirgt sich eine Mentalität, die den Schwarzen vermeintlich wohl gesinnt ist, sie aber doch nur von oben herab behandelt.

Damit schaden sie den Afroamerikanern mehr, als dass sie ihnen helfen. Selbst Joe Biden, der ihnen sein politisches «Überleben» verdankt, tappte kürzlich in diese Falle, als er einem Fernsehmoderator sagte, er sei «kein Schwarzer», wenn er sich nicht zwischen ihm und Trump entscheiden könne.

Politik

FILE - In this Aug. 6, 1965, photo, President Lyndon Baines Johnson signs the Voting Rights Act of 1965 in a ceremony in the President's Room near the Senate Chambers on Capitol Hill in Washington. Three years ago, the Supreme Court warned there could be constitutional problems with a landmark civil rights law that has opened voting booths to millions of African-Americans. Now, opponents of a key part of the Voting Rights Act are asking the high court to finish that provision off.  Surrounding the president from left directly above his right hand, Vice President Hubert Humphrey; House Speaker John McCormack; Rep. Emanuel Celler, D-N.Y.; first daughter Luci Johnson; and Sen. Everett Dirksen, R-Ill.  Behind Humphrey is House Majority Leader Carl Albert of Oklahoma; and behind Celler is Sen. Carl Hayden, D-Ariz.  (AP Photo)

Präsident Lyndon Johnson unterzeichnete 1965 das Wahlrechtsgesetz, das nun von den Republikanern torpediert wird. Bild: AP NY

In den Südstaaten wurden die Schwarzen während langer Zeit an der Ausübung ihres Wahlrechts gehindert, etwa mit unlösbaren «Intelligenztests». Das Wahlrechtsgesetz von 1965 beseitigte die Schikanen. Nun erleben sie ein Comeback, und verantwortlich sind ausgerechnet die Republikaner, die Partei des Sklavenbefreiers Abraham Lincoln.

Unter dem Vorwand des Kampfes gegen Wahlbetrug haben sie in von ihnen regierten Bundesstaaten Gesetze verabschiedet, die für die Stimmabgabe einen amtlichen Ausweis mit Foto verlangt. Das zielt in erster Linie auf die arme und schwarze Bevölkerung, die zu den Demokraten tendiert, häufig aber nicht einmal einen Fahrausweis besitzt.

Das so genannte Gerrymandering, die teilweise absurde Einteilung von Wahlkreisen, wird ebenfalls von den Republikanern vorangetrieben. Ihr Ziel ist es, möglichst viele konservative Mehrheiten zu erzeugen. Dies schadet den Schwarzen, deren Stimme entwertet wird. Weil viele im Gefängnis waren, dürfen sie häufig nicht einmal wählen.

Und nun kommt der toxische Mix aus Corona, Arbeitslosigkeit und Polizeigewalt hinzu. Wie wird er sich bei den Wahlen im November auswirken? Eine Prognose ist schlicht unseriös. Vieles hängt davon ab, ob die Lage weiter eskaliert. Die Proteste wegen George Floyds Tod lassen nach. Vielleicht versanden sie, wie so viele in den letzten Jahren.

Vieles hängt davon ab, ob Derek Chauvin und seine drei Mittäter vor Gericht müssen. Donald Trump möchte wohl einen «Law and Order»-Wahlkampf betreiben wie Richard Nixon 1968, einem anderen Annus Horribilis, in dem der Vietnamkrieg die Nation zerriss und mit Martin Luther King und Robert Kennedy zwei Hoffnungsträger ermordet wurden.

Sein Rivale Joe Biden steht tief in der Schuld der Schwarzen. Er wird wohl eine Afroamerikanerin für die Vizepräsidentschaft nominieren. Aber Biden ist nicht ohne Fehl und Tadel, und das nicht nur wegen seinen paternalistischen Sprüchen. In den 90er Jahren war er als Senator besonders aktiv an der unheilvollen Verschärfung der Strafgesetze beteiligt.

Um den Rassismus, Amerikas ewige «Pandemie», nachhaltig zu bekämpfen, braucht es mehr als Pflästerlipolitik. Ein Kraftakt ohnegleichen wäre notwendig. Die aktuelle Krise könnte dabei auch eine Chance sein. Der Optimist sagt, dass kein Land bessere Voraussetzungen dafür hat. Der Pessimist fragt sich, ob die USA ihre besten Tage nicht hinter sich haben.

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Jadon Sancho und Co. protestieren gegen Rassismus

Dieses Video zeigt die Ausschreitungen in den Strassen von Minneapolis

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44
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    Alle Leser-Kommentare
  • rodolofo 04.06.2020 13:58
    Highlight Highlight Es gibt da noch einen anderen Grund:
    Die ultraliberale Version des Kapitalismus in den USA erzeugt einen ungeheuren Wettbewerbsdruck und einen Kampf "JedeR gegen JedeN", sowie zwischen Gruppen-Egoismen, die dann zu maflosen- und Sekten-artigen Organisatonsstrukturen führen.
    Die "glänzende Seite" der Medaille präsentiert Höchstleistungen und viel Olympisches Gold.
    Die Kehrseite zeigt sehr viel Sadismus.
    Beim "Crushing" werden meist Tiere lebend zerquetscht.
    Manchmal auch Menschen, was diese perversen Sadisten besonders aufgeilt...
  • El Vals del Obrero 04.06.2020 09:29
    Highlight Highlight Solange Wohnungsmarkt und Bildungsmöglichkeiten nur komplett dem heiligen Markt unterliegen wird man das nie in den Griff kriegen.

    So wird die Segretation zwischen den Schichten (gilt auch für den sogenannten "White Trash") ständig grösser und die Aufstiegschancen kleiner und alles hängt von Familie und Geburt ab.

    "Totaler" Kapitalismus führt somit praktisch wieder zum Feudalismus.

    Da nützt es auch nicht, wenn dafür in Werbebroschüren die Hautfarben quotenmässig richtig verteilt sind.
    • El Vals del Obrero 04.06.2020 17:56
      Highlight Highlight Das soll auch kein Plädoyer für irgendeinen Steinzeitkommunismus sein.

      Nur dafür, dass man es nicht als Entweder-Oder, sondern als einen fliessenden Übergang sehen soll. In wie in den meisten solchen Fällen ist das Optimum vielleicht nicht genau in der Mitte, aber schon erst recht gar nicht an einem der beiden Ränder.

      Eine soziale Marktwirtschaft wie vor Reagan/Tatcher-Ära und Nachwende-Neoliberalismus-Euphorie und weitgehender Abschaffung von Erbschaftssteuern und dazu grosszügige Bildungsstipendien könnten durchaus sinnvoll sein.
  • Hans12 04.06.2020 08:46
    Highlight Highlight Im Fall Floyd spricht alles dafür, dass es ein Mord war und, dass dabei die Hautfarbe eine Rolle gespielt hat. Alle beteiligten Polizisten müssen sich dementsprechend einem Prozess stellen. Daraus von der Schweiz aus Rückschlüsse auf die Polizeiarbeit in den USA zu ziehen, ist meiner Meinung nach aber arrogant. Die US Polizei muss immer damit rechnen, dass die kontrollierten Bürger bewaffnet sind. Ausserdem sind die Polizeistreifen, wohl aus Kostengründen, oft alleine Unterwegs und die Gewaltbereitschaft ist allgemein höher. Es ist in erster Linie ein System Problem.
  • Carmine Lupatazzi 04.06.2020 08:13
    Highlight Highlight Hier ein Kommentar der Niemandem gefallen wird:

    Laut FBI Statistik von 2018:

    533 Weisse wurden von Afroamerikanern umgebracht.
    243 Afroamerikaner wurden von Weissen umgebracht.

    Morde durch Polizisten mit einbezogen.

    Bei 86 Morden konnte der ethnische Background nicht ermittelt werden.

    Die amerikanische Polizei muss Regelungen treffen und sich reformieren damit Straffällige Cops die Gerechte Strafe bekommen.

    Genauso muss sich etwas in der schwarzen Community ändern, Armut entschuldigt keine Morde.
    • saros_ 04.06.2020 23:35
      Highlight Highlight Aaaaaaber Weisse machen in den USA 2018 61%, Schwarze hingegen nur 13 % der Bevölkerung aus. Ich will jetzt hier nicht Mathe machen, aber so proportional sieht es dann schon ganz anders aus.

      Wenn man jetzt nur die Opfer der Polizeimorde ansehen würde, dann würde es nochmals ganz anders aussehen.
      Hier noch eine Quelle, damit du dich richtig informieren kannst: https://www.nzz.ch/visuals/proteste-in-den-usa-acht-grafiken-zur-polizeigewalt-ld.1559186

      Ich hoffe, du erkennst das Problem
      #BLM
  • vncentvega 04.06.2020 07:25
    Highlight Highlight Ich bin mir nich ganz sicher ob die Aussage von Will Smith stammt:

    "Racism is not getting worse, it's getting filmed."
  • Alice36 04.06.2020 07:21
    Highlight Highlight Es stellt sich wirklich die Frage ob es im Floyd Fall nur um Rassismus geht.

    - Wie kommt es das jemand scheinbar mit Falschgeld bezahlt und die Polizei schon mit 4 Leuten vor dem Laden auf ihn wartet?
    - Wie kommt es das Polizist Chauvin scheinbar ein (früherer?) Arbeitskollege von Floyd war, ihn dadurch kannte, und ihn trotzdem einfach mal so umbrachte?

    Es wäre vielleicht tatsächlich hilfreich auch diese Fakten mal einer Überprüfung zu unterziehen und festzustellen was da noch alles dahintersteckt. Man muss ja nicht gleich eine Verschwörungstheorie daraus machen.
  • Therealmonti 04.06.2020 03:36
    Highlight Highlight Für Optimismus gibt es leider nicht viel Grund. Amerika ist am A... Da ist gerade in den letzten drei Trump-Jahren noch sehr viel bachab gegangen. Rassismus ist nur ein Teil des vielfältigen Problems. Ebenso ist es die unersättliche Gier nach Geld und Macht. Und da haben ganz viele Leute Mitschuld. Nicht zuletzt die Zuckerbergs, Besos und Co.
  • Uno 03.06.2020 23:36
    Highlight Highlight Wenn man in einem Land nicht alle Menschen gleich behandelt, wenn man in einem Land nicht allen Menschen die gleichen Rechte gibt, wenn man in einem Land nicht allen Menschen würdigt, dann, so meine Meinung, ist in diesem Land eine Tyrannei.
    • Uno 04.06.2020 18:50
      Highlight Highlight @Obama & Clinton. Das nennt sich Mehrheitsdiktatur. Wir haben aber eine schlaue Verfassung, welche sich explizit ans Wohl der Schwächeren auch richtet.
  • Doradal 03.06.2020 23:26
    Highlight Highlight Kann mir jemand mal erklären, warum die USA „die besten Voraussetzungen“ für einen echten Wandel haben?
  • Quo Vadis 03.06.2020 23:20
    Highlight Highlight Anbei ein Artikel bzw. eine Meinung im WSJ 'The myth of systemic police racism'. Für diejenigen die doch noch ein paar Zahlen anschauen möchten und nicht nur auf Emotionen und Gefühle hören wollen. https://www.wsj.com/articles/the-myth-of-systemic-police-racism-11591119883?mod=searchresults&page=1&pos=1
  • K_ariv 03.06.2020 23:03
    Highlight Highlight Das Bild zeigt die heutigen Umstände so gut
    Benutzer Bild
    • Quo Vadis 04.06.2020 13:36
      Highlight Highlight Das Bild stimmt sogar, knapp 95% ALLER ermordeten Schwarzen jedes Jahr geht auf das Konto eines anderen Schwarzen. Und Schwarze führen die Statistik bei Mordopfern in den USA klar an (siehe Bild - Zahlen aus 2018). Der werte Herr versucht das auf die Polizei zu münzen was absoluter Humbug und völlig falsch ist.

      Jedes Jahr zählt die Polizei 375 mio Kontakte mit Mitbürgern bei Einsätzen. Floyds Tod ist äusserst tragisch und zeugt von totaler fachlicher und sozialer Inkompetenz des Polizisten Chauvin's. Es zeigt zudem klare Probleme in den Strukturen der Polizei auf, die es zu beheben gilt.
      Benutzer Bild
  • ⚡ ⚡ ⚡☢❗andre ☢ ⚡⚡ 03.06.2020 22:57
    Highlight Highlight Die USA ist vermutlich weniger rassistisch als noch vor 20 Jahren. Heute wird mehr gefilmt und Dinge kommen ans Licht, die sonst immer Verschwiegen wurden.
    Es ist schwierig Rassismus objektiv zu messen.
    • Jättelattejaterö 04.06.2020 15:36
      Highlight Highlight Na dann ab in den Süden und ist als würden sie in eine Zeitmaschine steigen. Destination 2000
  • Antichrist 03.06.2020 22:33
    Highlight Highlight Das ganze ist für Trump nur ein Corona-Ablenkungsmanöver. Jeder Medienhype läuft sich irgendwann tot. Was war schon wieder me2?
  • SBP 03.06.2020 22:15
    Highlight Highlight Es geht hier um mehr, als um Rassismus. Sicher, die Geschichte der schwarzen Bevölkerung ist eine Geschichte der Ungerechtigkeiten. Aber das eigentliche Problem ist die Geschichte der heutigen Gesellschaft, eine Geschichte des Egoismus, der Unbarmherzigkeit, der Gewinnmaximierung auf Kosten der Ärmsten (nicht nur Schwarze) und Gesundheit, Bildung und Wohlstand sind nur noch wenigen Menschen vorenthalten. Ich rufe die CH dazu auf mit dem guten Beispiel voranzugehen und die Konzernverantwortungsinitiative anzunehmen, dies wird der schwarzen Bevölkerung helfen, nicht schwarze Bilder auf Twitter.
    • Beeee 04.06.2020 01:26
      Highlight Highlight Reich gegen Arm
    • Ana64 04.06.2020 09:05
      Highlight Highlight Gewinnmaximierung.. es stimmt. Zum Beispiel Oprah Winfrey ist stolze 2.6 Mld $ schwer. Und das obwohl sie Afroamerikanerin ist.
    • Jättelattejaterö 04.06.2020 15:39
      Highlight Highlight Und wieviel hat sie gespendet für die Schwarzen?
  • flyingdutch18 03.06.2020 22:00
    Highlight Highlight Für den Zustand, in dem sich die USA jetzt befinden, gibt es zwei Hauptschuldige: Trump und die ihm hörige Republikanische Partei. Obama hat die Rassisten aufgeschreckt, und seit Trumps Wahl fühlen sich sie sich gestärkt und gedeckt. Der Polizist, der Floyd ermordet hat, tat dies vor laufender Kamera, er war sich also sicher, dass seine Tat ohne Folgen bleiben würde. Mit den Unruhen hat er nicht gerechnet, genauso wenig wie Trump, der die Wut der Bürger völlig falsch eingeschätzt hat. Die einzige Rettung des Landes ist die Abwahl von Trump und der Mehrheit seiner Partei im Senat im November.
    • Сédric Wermutstropfen 04.06.2020 00:04
      Highlight Highlight Ich glaube nicht, dass die „Tat“ der Polizisten (Plural!) geplant war. Das war vermutlich ein tragischer Unfall.
    • Hans12 04.06.2020 08:55
      Highlight Highlight Wie so oft ist es leider nicht ganz so einfach. Solche unreflektierten Schuldzuweisungen machen wir Angst. Eine solche bequeme Denkweise hat schon oft zu grossem Leid geführt. Die Judenverfolgung während der Pest und dem Zweiten Weltkrieg sind leider nur zwei Beispiele. Ein solches Schwarzweissdenken ist gefährlich, egal ob es von links oder von rechts kommt. Und was die USA betrifft, ist die Lösung wohl nicht die Abwahl der Republikaner, sondern ein aufgrechen des Zweiparteiensystems.
    • Luki Bünger 04.06.2020 10:06
      Highlight Highlight Das greift viel zu kurz. Dems und Reps mögen sich innenpolitisch vielleicht noch in Teilfragen unterscheiden, aber im Wesentlichen hat man sich auf Neoliberalismus und Günstlingswirtschaft geeinigt und der Bevölkerung die gängigen Märchen eingeprügelt: Eigenverantwortung, trickle down, der Staat ist das Problem usw.
      Die Minderheiten, insbesondere die Schwarzen sind dabei eigentlich immer nur menschliche Maneuvriermasse, die man institutionell politisch wie auch ökonomisch mit allen Mitteln probiert klein zu halten.
      Dann noch die extrem gewaltgeprägte Konfliktkultur. DT ist doch hier nur das überfällige Züsi an der Lunte.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Garp 03.06.2020 21:53
    Highlight Highlight Ich möchte an dieser Stelle auf Jane Elliot verweisen. Sie ist Lehrerin und macht seit Jahrzehnten Kurse gegen Rassismus. Auf youtube finden sich eindrückliche Dokus zu ihrer Arbeit. Sie versucht Leuten zu vermitteln was es heisst diskriminiert zu werden und dass das in USA System hat. Na es hat nicht nur dort System aber sie ist halt Amerikanerin. Ich finde ihre Arbeit und ihr Engagement eindrücklich.
    • Сédric Wermutstropfen 04.06.2020 16:09
      Highlight Highlight Solche Kurse besuchen doch sowieso nur Leute, welche schon eine feste Meinung dazu haben. Ihre Arbeit ist daher sinnlos.. ausser vielleicht für sie selbst, denn sie wird vermutlich für diese Kurse bezahlt.
    • Garp 04.06.2020 16:45
      Highlight Highlight Sie hat ja auch mit Schülern gearbeitet und Schulklassen. Dir hätte so ein Kurs auch mal gut getan 🙃 .
    • Сédric Wermutstropfen 04.06.2020 17:36
      Highlight Highlight @Garp: Klassische Indoktrination also. Das finde ich einfach nicht gut. Die Schule ist da, um Wissen zu vermitteln, nicht Ideologien.
    Weitere Antworten anzeigen
  • The_real_Zippy 03.06.2020 21:43
    Highlight Highlight Vielen Dank Peter Blunschi für diesen Artikel.

    Die vielen Faktoren sehr gut und "Kurz und Bündig" eingebracht und so gut wie möglich erläutert.

    Allerdings habe ich bei the glorious nation of the United States of America ehrlich gesagt jegliche Hoffnung verloren....
  • Horst-Rüdiger 03.06.2020 21:18
    Highlight Highlight Der Rassismus in der USA ist nicht schlimmer geworden. Er war schon immer vorhanden.
    In diesem Land herrscht tiefste Apartheid in den Köpfen. Aber durch den Political Correctness Wahnsinn der letzten Jahren, der sich über positive Diskriminierung und Diversity Management Bullshit leider auch nach Europa durchgeschlagen hat wurde der Rassismus nur unterdrückt anstatt die Ursache zu bekämpfen. Und wenn dann so einer, welcher eine rassistische Urangst vor schwarzen Menschen hat, eine Waffe und Staatsgewalt bekommt, ist das Unheil vorprogrammiert!
  • mussdassein 03.06.2020 21:18
    Highlight Highlight
    Ich glaube auch, dass in Amerika Racial-Profiling ein grosses Problem ist. Dennoch suggeriert der Artikel, dass der Rassismus das Hauptproblem darstellt.

    Blunschi scheint diese Ansicht auch pushen zu wollen in dem er die Schwarzen als Hauptleidtragende der Polizei darstellt.
    Die statistischen Zahlen zeigen aber etwas anderes.

    https://twitter.com/LeonydusJohnson/status/1267466345844740098

    Ich beziehe mich nur auf die Chance von Polizisten getötet zu werden.

    Mir kommt es so vor, dass Blunschi gerne sein Narrativ pusht. Siehe NZZ Seitenschlag im Artikel.



  • Paulsson 03.06.2020 21:15
    Highlight Highlight "Ein Land sieht schwarz"

    Ich bin mir nicht sicher, ob diese Titelwahl
    geschickt oder ungeschickt ist...?!
  • soulpower 03.06.2020 20:54
    Highlight Highlight Ich gehe davon aus, dass es wie bei den meisten US Wahlen wieder um folgendes gehen wird: "It's the economy, stupid!" Da sah es für Trump recht gut aus, bis Corona kam. "Law and Order" kann ihm bei seinen Wählern für ein paar Tage dienen, dann ist der Spuk vorbei. Wenn er bis November die Wirtschaft wieder etwas ankurbeln könnte, dann hätter er vielleicht noch eine gewisse Chance. Ansonsten aber kann er die Gründe für seine Abwahl in seinem Umgang mit Corona, mit den Demonstranten und deren Anliegen, in seinen aggressiven Tweets sowie dem Photoshooting finden.
    • Hierundjetzt 03.06.2020 21:49
      Highlight Highlight Und Gerrymanderring. Das haben die Reps zur Perfektion gebracht.

      Auch Wahllokale in Armenvierteln nur kurz öffnen wird gern gemacht. Per Zufall arbeiten zu dieser Zeit die Schwarzen...

      @werter Herr Blunschi: in den USA ist Junk Food günstiger als frisches Gemüse.

      Das ist leider nicht so wie bei uns.

      Märkte oder Frischeabteilungen analog Westeuropa gibts selten in Mittelstands- und Armenvierteln.

      Und mit 7,25 / h Minimallohn gehts „mir“ in erster Linie darum, das meine Familie satt ist. Und nicht obs Bio ist.

      Aber der werte Herr Baroni weis das sicher besser als ich
    • Antinatalist ⚠ Lockdown-Fan-Club 03.06.2020 21:56
      Highlight Highlight Das kommt ganz darauf an, ob die Amis tendenziell vermehrt wie die Ungaren ticken oder eher wie die Finnen.

      Man soll das eine ja nicht gegen das andere aufwägen, aber die Ami-Lovers haben vor Kurzem noch heftig gegen China gebasht, weil diese die Menschenrechte verletzen würden. Nun ja, die USA sind keinen Nanometer besser.
    • Juliet Bravo 04.06.2020 01:37
      Highlight Highlight Gemüse, und dann noch Bio, ist eben Luxus inAmerika Hierundjetzt.
    Weitere Antworten anzeigen
  • du_bist_du 03.06.2020 20:44
    Highlight Highlight In einem einzigen Satz wurden die Hispanics erwähnt.
    Obwohl der Bevölkerungsanteil der Hispanics mittlerweile grösser ist, als der der Afroamerikaner, wird weder über sie geredet noch geschrieben.

    Es ist schön wenn Herr Biden eine Afroamerikanerin nominieren will. Wie wäre es zusätzlich mit Hispanics?

    Ich habe immer das Gefühl, dass die Hispanics allen egal sind.

    Jetzt wäre der Zeitpunkt für alle das zusammenleben neu zu regeln.

    Aber wie bereits an anderen Stellen geschrieben. Ich bin nicht optimistisch, wenn jetzt schon ganze Bevölkerungsgruppen vergessen gehen.
  • Skeptischer Optimist 03.06.2020 20:14
    Highlight Highlight Blunschi hat bei seiner Aufzählung den Turbokapitalismus vergessen, der alle mit Verachtung straft, die nicht zu den Gewinnern gehören.

Analyse

Du meinst, der «Mohrenkopf» sei unproblematisch? Schau mal, was 1962 in Zürich los war

Die Berichterstattung über einen schwarzen Bäckerlehrling aus Zürich zeigt, wie rassistisch der «Mohrenkopf» ist. Überwunden wurde der Begriff bis heute nicht.

Die Gesellschaft diskutiert über Rassismus. Ein positiver Effekt davon ist, dass das Interesse am Thema massiv und messbar angestiegen ist. So haben sich in den letzten Tagen die Aufrufe des Wikipedia-Artikels über «Rassismus» fast verzehnfacht.

In der Schweiz entgleiste letzte Woche diese Diskussion wegen Mohrenköpfen. Ist diese Süssigkeit rassistisch? Ist es richtig, dass die Migros das Produkt aus dem Sortiment wirft? Und kann «Mohrenkopf» überhaupt rassistisch verstanden werden?

Es kamen …

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