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Amazon Prime Video ist der grösste Netflix-Rivale.
Amazon Prime Video ist der grösste Netflix-Rivale.
Bild: watson

Amazons Netflix-Killer startet nun auch in der Schweiz durch – das musst du wissen

Good News für Schweizer Serienjunkies: Nach Netflix und Sky Show ist seit April auch Amazon Prime Video ohne Einschränkung bei uns verfügbar. Konsumenten profitieren von tiefen Preisen für die Serien-Flatrate, aber die Amazon-Mitarbeiter haben nichts zu lachen.
20.04.2018, 06:0420.04.2018, 11:20

Amazons Videostreaming-Dienst steht bei uns in Netflix' langem Schatten. Der Grund ist einfach: Seit Ende 2016 konnten Schweizer zwar Prime Video nutzen, hatten aber nur Zugriff auf Amazons Original-Serien. Das Film- und Serienangebot war entsprechend stark limitiert. Damit ist es nun vorbei.

Amazon Prime Video läuft seit April auch bei uns mit einem umfassenden Serien- und Filmangebot – und dies ohne VPN. Das Geoblocking, sprich die Sperrung von Serien für Schweizer Nutzer, wurde still und leise deaktiviert. 

Hintergrund ist offenbar das Geoblocking-Ende in der EU, das per 1. April 2018 in Kraft trat. Kostenpflichtige Streamingdienste wie Netflix, Sky oder eben Amazon Prime Video mussten das Geoblocking ab dem 1. April deaktivieren, damit EU-Bürger auch im Ausland ihre Serien schauen können. Davon profitieren auch wir. Wer bereits Prime-Nutzer ist, muss die Landeseinstellung auf Schweiz ändern, um das Geoblocking zu verhindern und das Angebot direkt über primevideo.com abrufen.

Anzahl der neu veröffentlichten Original-Serien nach Videostreaming-Plattformen in den Jahren 2011 bis 2017

Netflix produziert am meisten eigene Serien. Amazon gibt seit 2016 ebenfalls Gas.
Netflix produziert am meisten eigene Serien. Amazon gibt seit 2016 ebenfalls Gas.
bild: statista

Amazon ist weltweit der stärkste Konkurrent von Netflix. In den letzten 24 Monaten hat der Internet-Gigant sein Angebot für Streaming massiv ausgebaut. Vor allem in Eigenproduktionen fliesst sehr viel Geld. Beispielsweise hat Amazon sich die Rechte für eine «Der Herr der Ringe»-Serie gesichert – für rund 250 Millionen US-Dollar. 

Amazon Prime kann international mit dem wohl grössten Katalog von etwa 12'000 Titeln punkten. Aktuell sollen etwa 4300 Filme und 1700 Serien im deutschsprachigen Raum verfügbar sein. Beim Flatrate-Angebot Prime Video ist die Anzahl Serien jedoch überschaubar. Serien-Knaller wie «Westworld» oder «Game of Thrones» sucht man vergeblich. Diese können im Ausland zwar über Amazon gestreamt werden, allerdings bezahlt man dafür extra. Bei den Filmen sieht es auf den ersten Blick etwas besser aus, aber wie bei Netflix handelt es sich meist um ältere Streifen. 

So funktioniert Prime Video

Bild: EPA/EPA

Schauen kannst du Prime Video wie Netflix im Browser auf dem Laptop oder via Prime-Video-App auf Smart-TVs von Samsung, Sony und LG sowie Tablets und Smartphones. Natürlich können Serien und Filme auch mit Streaming-Sticks wie Amazons Fire TV Stick oder Googles Chromecast auf ältere Fernseher übertragen werden.

Auch Besitzer einer Playstation, Xbox oder Apple-TV-Box können Prime Video auf den Fernseher streamen. Eine Liste aller unterstützten Geräte gibt es hier.

Günstiger als Netflix

Wer sich auf primevideo.com mit seinem Amazon-Passwort anmeldet, kann Prime Video sieben Tage kostenlos testen. Amazon bietet das Monatsabo für die Serien-Flatrate zum Einführungspreis von 2.99 Euro an, was umgerechnet 3.25 Franken entspricht. Nach den ersten sechs Monaten kostet das Abo 5.99 Euro, also rund 7.20 Franken. Zum Vergleich: Bei Netflix kostet das Basis-Abo 11.90, das Standard-Abo 15.90 und das Premium-Abo 19.90 Franken.

Prime Video-Mitgliedschaften, die über iTunes oder Google Play bezahlt werden, sind für dieses Aktionsangebot nicht berechtigt. Um Geld zu sparen, sollte man Streaming-Abos immer direkt beim Anbieter (Amazon, Netflix, Spotify etc.) abschliessen und nicht in den App-Stores von Apple oder Google. Mit einem kleinen Trick kann man Prime Video gar sechs Monate kostenlos schauen. Wie dies funktioniert, erklärt dieser Blog-Artikel.

Das Amazon-Abo verlängert sich wie üblich bei Streaming-Diensten automatisch. Wer nicht möchte, dass sich die Video-Mitgliedschaft verlängert, kann dies in den Konto-Einstellungen auf der Prime-Video-Website deaktivieren. Das Abo kann in den Konto-Einstellungen zudem jederzeit gekündigt werden.

Welchen Streaming-Dienst nutzt du primär für Serien?

Amazon knackt 100-Millionen-Marke bei Prime-Abos

Der US-Internetgigant Amazon hat weltweit inzwischen mehr als 100 Millionen zahlende Kunden für seinen Abo-Service Prime. Das teilte Konzernchef Jeff Bezos am Mittwoch (Ortszeit) in seinem jährlichen Brief an die Aktionäre mit. Es ist das erste Mal, dass der Konzern selbst konkrete Angaben zu den Prime-Mitgliedschaften macht.

Der vor 13 Jahren gestartete Service bietet für eine monatliche oder Jahresgebühr längst nicht mehr nur Optionen für schnellen und kostenlosen Versand beim Internet-Shopping. Durch den Zugang zu Serien, Filmen, Musik und etlichen anderen Angeboten hat sich Prime für Amazon zu einem wertvollen Instrument zur Kundenbindung entwickelt.

2017 wurden laut Amazon weltweit mehr als fünf Milliarden Shopping-Artikel über Prime verschickt, es kamen so viele Kunden hinzu wie in keinem Jahr zuvor. Das starke Wachstum hatte sich bereits im jüngsten Geschäftsbericht niedergeschlagen – im vierten Quartal legten die Erlöse aus Prime-Abogebühren demzufolge im Jahresvergleich um 49 Prozent auf 3,2 Milliarden Dollar zu. 

Amazon-Lagerhäuser «wie ein Gefängnis»

Ein neues Buch sorgt einmal mehr für heftige Diskussionen über die Arbeitsbedingungen bei Amazon. Der Journalist James Bloodworth hat sich als sogenannter «Picker» in ein Amazon-Lagerhaus eingeschleust. Als Picker war es seine Aufgabe, die einzelnen Produkte einer Kundenbestellung zusammenzustellen.

Bei einer Zehnstundenschicht erhielten die Lagerarbeiter rund fünfzehn Minuten Pause. Der Stress sei so hoch gewesen, dass sich manche Mitarbeiter nicht trauten, auf die Toilette zu gehen, sondern «in Flaschen pinkeln», schreibt Bloodworth. Denn: Wer die vorgegebenen Ziele nicht erreicht, dem drohen Strafpunkte.

Gewerkschaften planen Streiks gegen Amazon

Gewerkschaften aus Europa planen europaweite Streiks gegen den US-Onlinehändler Amazon. Bei einem Treffen von Betriebsräten aus Europa und Nordamerika am Donnerstag und Freitag in Rom wollen sie Kooperationsmöglichkeiten ausloten, wie die «Wirtschaftswoche» berichtete.

Dabei stehe unter anderem auf der Tagesordnung, «inwiefern wir international synchronisierte Streiks an den umsatzstärksten Tagen realisieren können», sagte der für Amazon zuständige Vertreter der deutschen Gewerkschaft Verdi, Thomas Voss, dem Blatt.

In einem ersten Schritt sei ein gemeinschaftlicher Streik mit Beschäftigten aus Italien und Spanien möglich, sagte Voss. «Gewerkschaften können im nationalen Rahmen nichts gegen Global Player wie Amazon ausrichten.» Das Treffen in Rom wird von der Gewerkschaftsföderation Uni Global Union veranstaltet.

Verdi ringt seit Jahren mit Amazon um die Einführung eines Tarifvertrages auf dem Niveau des Detail- und Versandhandels in Deutschland – bislang ohne Durchbruch. In Italien rief die zuständige Gewerkschaft laut «Wirtschaftswoche» im Oktober 2017 erstmals zum Arbeitskampf auf, Spanien folgt demnach in diesem Jahr.

Amazon betont im Tarifstreit immer wieder, ein guter Arbeitgeber zu sein und vergleichsweise hohe Löhne zu zahlen. Der US-Tech-Gigant hat vor Kurzem Google als zweitwertvollstes Unternehmen der Welt abgelöst. Nebst dem Online-Versand spült vor allem Amazons Cloud AWS (Amazon Web Services) immer mehr Geld in die Kassen. Amazon ist vor Microsoft der führende Cloud-Anbieter.

(oli/sda/afp)

Der US-Streamingdienst im Abonnenten-Hoch

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