Schweiz
Justiz

Mietauto aus Luzern geklaut und in Grossbritannien verschifft

Mietauto aus Luzern taucht in Schiffscontainer in England auf – Mieter verurteilt

27.12.2025, 07:0427.12.2025, 07:04

Weil er ein in Luzern gemietetes Auto von Grossbritannien aus nach Ghana verschiffen wollte, ist ein 39 Jahre alter Mann vom Kriminalgericht wegen Veruntreuung schuldig gesprochen worden. Er erhielt eine bedingte Freiheitsstrafe von elf Monaten.

Das am Samstag publizierte Urteil ist rechtskräftig. Vom Beschuldigten fehlt jede Spur. Die Verhandlung wurde im April im Abwesenheitsverfahren durchgeführt, wie dem am Samstag publizierten begründeten Urteil entnommen werden kann.

Auto sollte nach Ghana gebracht werden

Gemäss Anklageschrift mietete der Beschuldigte 2017 in Luzern für eine Woche einen BMW X6. Fahrten ins Ausland waren vertraglich nicht bewilligt. Der Beschuldigte brachte das Auto aber nicht zurück und brach den Kontakt zur Vermieterin ab.

Das Fahrzeug wurde in einem Container im Hafen von Tilbury in Grossbritannien ohne Nummernschildern aufgefunden. Es sollte nach Ghana verschifft werden.

Beschuldigter spricht von Diebstahl

Der Beschuldigte, der 2023 51 Tage in Untersuchungshaft war, sagte im Vorverfahren, er habe mit dem Verschwinden des Autos nichts zu tun. Vielmehr sei es über Nacht in London vom Parkplatz verschwunden.

Die Einzelrichterin schenkte dem aber keinen Glauben, etwa weil der Beschuldigte den Verlust des Fahrzeugs nie der Polizei meldete. Zudem stammt er aus Ghana. Es sei wohl kein Zufall, dass das Mietauto zur Verschiffung in dessen Heimat bereitstand, hiess es im Urteil.

Das Kriminalgericht stufte das Verschulden des Mannes noch als leicht ein. Er sei nicht besonders raffiniert vorgegangen. Weil das Verfahren lange dauerte, reduzierte es die von der Staatsanwaltschaft beantragte Strafe um einen Monat auf elf Monate. Die Probezeit beträgt zwei Jahre. (sda)

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57 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Granola_Agricola
27.12.2025 07:50registriert Februar 2022
Bedingte Strafen sind echt ein Witz und geradezu eine Einladung. Da wurden ja sogar Schüler in den 50er härter bestraft wenn sie die Ufzgi vergessen hatten…
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Gummibär
27.12.2025 07:32registriert Dezember 2016
Dieses Urteil verstehe ich nicht.
1. Er hat auch Urkundenfälschung begangen, Ohne Nachweis des Besitzes (Kaufvertrag, Zollrechnung) ist eine Verschiffung nicht möglich,
2. Muss ihm die Einreise für den nächsten Diebstahl und den nächsten Betrug verunmöglicht werden.
3. Die Strafe muss auf "unbedingt" lauten, so dass er bei der nächsten Einreise gleich verhaftet werden kann.
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Cassio (1)
27.12.2025 08:15registriert Oktober 2023
Ich weiss, es ist eine Baustelle, aber uns wurden nun mehrfach die Bikes gestohlen. Vermeintlich sichere Plätze schrecken niemanden mehr ab. Kinder Bikes sind auch äusserst beliebt, meinem 8jährigem Sohn wurden die Bikes bereits 2x geklaut. Gemäss Information eines Mitgliedes von ProVelo hier in der Stadt, ging sein Bike über mehrere Stationen im elsässischen und süddeutschen Raum dann nach Marokko. Meine grossen Fragen, die sich hier stellen:

1. weshalb interessiert es die Polizei einen Feuchten?

2. welche Speditionsfirmen verfrachten hunderte von Bikes nach Marokko?
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