Schweiz
Zürich

Luchs im Eschenbergwald in Winterthur in Fotofalle getappt

Frontal schaut der Winterthurer Luchs in die Kamera, nachdem er sich seiner Beute erneut genähert hat.
Frontal schaut der Winterthurer Luchs in die Kamera, nachdem er sich seiner Beute erneut genähert hat. Bild: wildkamera Roger Fritschi

Seltene Luchssichtung im Winterthurer Eschenbergwald

11.06.2026, 13:5111.06.2026, 15:31

Der Eschenbergwald in Winterthur ist mit rund 835 Hektaren das grösste Waldgebiet im Kanton Zürich. Nun ist zum ersten Mal überhaupt in dem Gebiet ein freilaufender Luchs in eine Fotofalle gelaufen und sorgt für eine seltene Momentaufnahme aus dem Winterthurer Tierreich.

Auf die Aufnahme stiess die auszubildende Jungjägerin Petra Heussi, nachdem ein Forstarbeiter im Wald auf ein totes Reh mit verdächtigen Verletzungen stiess. Daraufhin errichtete die Jungjägerin gemeinsam mit zwei weiteren Jägern die Fotofalle.

Dies sei ein normales Verfahren, wenn der Verdacht bestehe, dass ein Luchs ein Tier gerissen habe, erklärt Harry Kohler, Obmann der Jagdgesellschaft, gegenüber watson. Da die Tiere zu ihrer Beute stets zurückkehren würden, werden die Kadaver präpariert und am Boden befestigt, sodass das Tier diese nicht wegschleifen kann.

Dass der Luchs einem dann jedoch so perfekt in die Fotofalle laufe, das geschehe in der Schweiz bei Jagdvereinen selten bis nie, erklärt Kohler. Dass es im Wald auch Luchse geben soll, diesen Verdacht hege man schon lange. Besonders wenn die Luchs-Damen des im Eschenbergwald beheimateten Tierparks Bruderhaus paarungsbereit seien, sehe man immer wieder Anzeichen dafür. Ein Beweisfoto blieb bis jetzt jedoch immer aus.

Gemäss der Schweizer Stiftung für Raubtierökologie und Wildtiermanagement (KORA) leben in der Schweiz rund 360 freilaufende Luchse. Die Tiere leben vor allem in den Alpen, im Jura sowie vereinzelt in der Nordostschweiz.

Harry Kohler und die gesamte Jagdgesellschaft zeigen sich höchst erfreut über die Sichtung. Dies sei ein positives Zeichen und deute auf eine gesunde Biodiversität und Artenvielfalt im Eschenbergwald hin, so der Obmann der Jagdgesellschaft. (jul)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Tiere, die so unfotogen wie du sind
1 / 31
Tiere, die so unfotogen wie du sind
Bild: via tumblr
Auf Facebook teilenAuf X teilen
So sieht es aus, wenn zwei Panzernashörner ihren Revierkampf mitten in einem Wohnquartier austragen
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
17 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Das Dreizahn
11.06.2026 14:26registriert Juni 2020
Vor ca. 6 Wochen ist vor mir ein Luchs im Lindenbach zwischen Mamishaus und Wislisau, Nahe Schwarzenburg, seelenruhig über die Strasse gelaufen. War überrascht, wie gross so ein Luchs in echt doch ist... Wunderschönes Tier!
691
Melden
Zum Kommentar
avatar
Magnum
11.06.2026 16:38registriert Februar 2015
Bin mir ziemlich sicher, dass die Pinselohren schon länger die Hänge des Eschenbergs durchstreifen. War vor Jahren schon mal mit dem Hund von einem meiner Brüder dort spazieren. Der wollte urplötzlich keinen Schritt mehr machen und hat wie wild in den Wald hinein gebellt. Selbst konnte ich rein gar nichts ausmachen. Aber ich war mir ziemlich sicher, dass da ein Luchs im Unterholz ruhte und uns beobachtete. Vom Schnebelhorn das Tösstal hinunter bis zum Eschenberg sind die Wanderungsrouten sehr günstig, nur sehr wenige waldfreie Zonen.

PS: Team Luchs hier!
354
Melden
Zum Kommentar
17
«Schnell passiert»: Expertin sagt, ab wann du eine Spielsucht hast
Heute beginnt die grösste Fussball-WM aller Zeiten. Suchtexpertin Manuela Eder befürchtet, dass besonders viele Menschen problematische Wetten abschliessen könnten – vor allem junge Männer. Im Interview fordert sie strengere Regeln in der Schweiz und verrät, woran man eine Spielsucht erkennt.
Frau Eder, noch nie gab es eine Fussball-Weltmeisterschaft mit so vielen Spielen. Erwarten Sie, dass sich mehr Leute auf Sportwetten einlassen?
Es gibt auch so viele Wettmöglichkeiten wie nie zuvor. Mit der grösseren Anzahl Partien ist das Angebot für Live-Wetten ungleich grösser. Dabei wetten Fussballfans während des Spiels auf bestimmte Ereignisse wie ein Tor oder eine rote Karte. Diese Wetten sind besonders problematisch, weil sie schnell erfolgen müssen. Damit entsteht ein künstlicher Druck, der keine Zeit für eine Reflexion des eigenen Handelns zulässt. Dazu kann man sich einer WM kaum entziehen. Das Turnier wird überall Thema sein, ob am Fernsehen oder am Arbeitsplatz. Darum gehe ich davon aus, dass im Rahmen dieser WM besonders viele Menschen Sportwetten abschliessen.
Zur Story