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Sie grölen ohne Maske: Corona-Demonstranten machten am Samstag SBB-Züge unsicher.
Sie grölen ohne Maske: Corona-Demonstranten machten am Samstag SBB-Züge unsicher.
screenshot: Twitter

SBB-Zugpersonal geriet bei Liestal-Demo ins Visier der Corona-Skeptiker

In den Zügen an die Corona-Kundgebung in Liestal galten eigene Gesetze: Covid-Kritiker ignorierten die Maskenpflicht konsequent und hinterliessen unzählige Kleber. Dabei blieb es nicht.
22.03.2021, 19:1823.03.2021, 19:28

Die Corona-Leugner foutierten sich letzten Samstag nicht nur an der Grossdemonstration in Liestal BL um die Maskenpflicht. Viele der 6000 Besucher reisten mit dem ÖV an. In SBB-Zügen legten die Corona-Skeptiker jegliche Hemmungen ab. Ein auf Twitter publiziertes Video zeigt, wie zahlreiche Reisende in vollbesetzten Abteilen laut herumjohlen, die Hände in die Höhe strecken und dabei konsequent keine Masken tragen.

Das Zugpersonal war machtlos und geriet selbst ins Visier der Corona-Leugner. «Diskussionen brachten rein gar nichts, ausser dass sich der Mob zusehends gegen das Personal auflehnte», sagt ein SBB-Kondukteur zu watson. Er stützt sich auf Erzählungen von betroffenen Kollegen.

Die Corona-Kritiker haben zudem im Rahmen der Demo die Wagen und Bahnhöfe mit Anti-Masken-Klebern eingedeckt, wie die SBB bestätigen. Dabei blieb es nicht. Laut den Schilderungen landeten Kleber sogar auf Uniformen von Kondukteuren. Die Situation sei für das Personal «tatsächlich nicht einfach gewesen», sagt SBB-Sprecher Daniele Pallecchi zu den Vorkommnissen.

Die SBB verurteilen die Missachtungen des ÖV-Schutzkonzepts. «Wir appellieren an Kund*innen, sich selbst und andere zu schützen», heisst es weiter auf Twitter. Die Aufnahme stammt mutmasslich aus einem Interregio von Zürich nach Liestal. Bestätigen können dies die SBB nicht.

Angesicht der schieren Masse an Maskenverweigerern konnte das Bahnpersonal wenig ausrichten. «Die eigene Sicherheit geht in jedem Fall vor», sagt Jürg Hurni von der ÖV-Gewerkschaft SEV.

Wie schützt die SBB «normale» Passagiere?

So oder so ist das Bahnpersonal nicht dazu da, als «Maskenpolizei» zu agieren. Kundenbegleiter können renitente Passagiere einzig dazu auffordern, den Zug zu verlassen, und die Transportpolizei aufbieten. Diese kann Bussen aussprechen.

Fraglich ist auch, ob und wie die SBB «normale» Passagiere vor den Maskenverweigerern schützen können. Unbeteiligte Reisende hätten den Wagen gewechselt, sagt SBB-Sprecher Daniele Pallecchi zum Vorfall. Waggons würden seit der Coronakrise grundsätzlich intensiv gereinigt und desinfiziert.

Demo-Organisatoren rufen zur Anreise per ÖV auf

Am 10. April ist in Altdorf bereits die nächste Grossdemo von Corona-Kritikern geplant. Das «Aktionsbündnis Urkantone für eine vernünftige Corona-Politik» erwartet bis 10'000 Kundgebungsteilnehmer – und ruft die Leute explizit dazu auf, für die Anreise den ÖV zu nutzen.

Was können die SBB tun, damit sich die Szenen wie am Samstag nicht wiederholen? Auf Anfrage heisst es, die Transportpolizei passe das Sicherheitsdispositiv in Absprache mit den Kantonspolizeien laufend an.

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