Schweiz
Klima

Heisses Wetter und wenig Schnee setzt den Schweizer Gletschern zu

Gletscher Gletscherschmelze Schweiz 2025
Der Claridenfirn (GL) war im September 2025 komplett schneefrei.
Die warmen Temperaturen und wenig Schnee setzen den Schweizer Gletschern zu.Bild: Akademie der Naturwissenschaften SCNAT/M. Huss

Die Kehrseite der hohen Temperaturen: «Droht ein weiterer katastrophaler Gletschersommer»

22.05.2026, 14:3122.05.2026, 14:31

Es wird heiss – und das in der ganzen Schweiz. Während sich viele über die warmen Temperaturen freuen, ist die anstehende warme bis teilweise sogar heisse Wetterphase für die Schweizer Gletscher ein denkbar schlechter Start in den kommenden Sommer.

Denn die Schneemenge auf den Gletschern ist zu diesem Zeitpunkt des Jahres unterdurchschnittlich, wie Meteonews mit Verweis auf das Gletschermonitoring von Glamos schreibt. «Und das zumeist sehr deutlich», heisst es im Beitrag.

Schneemenge auf Schweizer Gletscher
Darstellung der aktuellen Schneemassenbilanz der wichtigsten Gletscher im Vergleich zur Referenzperiode 2010 bis 2020. Je röter, desto mehr Abweichung zur Referenzperiode.Bild: glamos

Zwar brachte das kühle und nasse Wetter im Mai etwas Entlastung mit sich, doch nun «schreitet die Schneeschmelze massiv voran.» Die aktuell geringe Schneemasse ist für die Gletscher ein Problem, denn diese würden vom winterlichen Schnee zehren.

«Die Schneeauflage schützt das darunterliegende Gletschereis, sie reflektiert das Sonnenlicht. Kommt das dunklere Eis einmal zum Vorschein, beschleunigt sich der Schmelzprozess rapide.»
Meteonews

Zudem habe sich gezeigt, dass selbst grosse Schneemengen im Frühling «bei Weitem nicht mehr ausreichen, um die Schmelze zumindest bis Mitte Sommer zu verzögern», schreibt der Wetterdienst und zieht das Fazit: «Der Gletscherschwund schreitet voran und beschleunigt sich sogar.»

Meteonews zeigt das anhand von einigen Grafiken auf, zum Beispiel am Säntis:

Verlauf der Schneehöhe am Säntis.
Verlauf der Schneehöhe am Säntis: Die rote Linie zeigt, wie viel Schnee aktuell auf dem Säntis liegt.Bild: myweather

Aktuell liegt am Säntis noch 3,35 Meter Schnee. Die rote Linie auf der Grafik zeigt, wie die Schneemasse im vergleichsweise warmen April und Mai weggeschmolzen ist.

Zwar liegt die aktuelle Schneehöhe etwa im Bereich des Medians, aber «am Freitag steigt die Nullgradgrenze schon auf 3900 bis 4000 Metern an», schreibt Meteonews. Die Schneemasse dürfte damit schnell abnehmen.

Auch im Kanton Graubünden liegt zu wenig Schnee und beschleunigt damit die Gletscherschmelze. Der Wetterdienst zeigt das anhand des Weissfluhjochs bei Davos. Dort hat es zwar keinen Gletscher, es zeigt aber trotzdem auf, wie wenig Schnee im Kanton im Vergleich zum Median liegt.

Die rote Linie zeigt die aktuelle Schneehöhe, die graue Linie den Median. Die rote Linie kratzt am unteren Ende des langjährigen Minimums.
Die rote Linie zeigt die aktuelle Schneehöhe, die graue Linie den Median. Die rote Linie kratzt am unteren Ende des langjährigen Minimums. bild: meteonews

Schlechte Vorzeichen

Eine weitere Grafik zeigt, dass die durchschnittliche Schneemasse auf den Gletschern rund 25 Prozent tiefer ist als im Langzeitvergleich:

Durhschnittliche Schneemasse auf Gletschern in der Schweiz
Die rote Linie zeigt, wie viel Schnee momentan auf den Schweizer Gletschern liegt. Die Linie liegt deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt. Bild: glamos

Da verschiedene Langzeitprognosen einen warmen bis heissen Sommer prognostizieren, zieht Meteonews die Schlussfolgerung:

«Für die Gletscher im Alpenraum sind die Vorzeichen sehr schlecht, nach dem aktuellen Stand der Dinge droht ein weiterer katastrophaler Gletschersommer»
Meteonews

(ome)

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32 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Granola_Agricola
22.05.2026 15:23registriert Februar 2022
„ Die Kehrseite der hohen Temperaturen“

Die hohen Temperaturen haben ausschliesslich Kehrseiten.
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BaldAndBancrupt
22.05.2026 16:40registriert Oktober 2021
Was ist das für Jourmalismus? Die zu heissen Temperaturen sind praktisch nur Kehrseite.
243
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Boesch. M
22.05.2026 16:29registriert Juli 2024
Huch, wer hätte das gedacht? Mittlerweile sollten wir Intelligentsbestien doch etwas geändert haben, da wir davon ja schon seit Jahrzehnte reden und es auch bewiesen ist, dass es Menschen gemacht ist, oder nicht? Wann werden wir etwas Unternehmen? Dafür hat es ja kein Geld! Dafür werfen wir Geld aus dem Fenster für fliegenden Schrott oder Raketenabfang Systeme, die gerade einmal 3% der Schweiz schützen können! Wow, da wird doch das Schwein in der Pfanne verrückt?
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