Film
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Filme über Papa Moll statt Finanzplatz oder FIFA: Regisseur Andres Bruetsch kritisiert Schweizer Filme – und lehnt Ausbau von Fördergeldern ab

Andres Bruetsch wehrt sich gegen die Einrichtung einer kantonalen Film- und Medienstiftung. Die jetzigen Fördergelder würden nicht für bessere, sondern mehr Filme eingesetzt.



Zurzeit sammeln die Cineasten im Kanton Zürich Unterschriften für die Einrichtung einer kantonalen Film- und Medienstiftung. Doch nicht alle Filmemacher sind für einen Ausbau der Förderung. Regisseur Andres Bruetsch («Elisabeth Kopp – eine Winterreise») schreibt in der «NZZ am Sonntag», es brauche nicht mehr Geld, sondern mehr Mut für engagiertere Filme.

Dass ausgerechnet künstlerische Filme wie «Dora – oder die sexuellen Neurosen unserer Eltern» keine Unterstützung erhalten haben, sei «eine Bankrotterklärung für unsere kommissionslastige schweizerisch-demokratische Filmförderung», kritisiert Bruetsch. «Diese stützt sich lieber auf Altbewährtes wie Heidi und Schellen-Ursli. Sogar Papa Moll ist in der Pipeline.»

Er fordert seine Kollegen auf, mehr «aktuelle, brachliegende Themen zu behandeln, wie zum Beispiel die Machenschaften auf unserem Finanzplatz oder in der FIFA.» Kein gutes Haar lässt Bruetsch an den Förderkommissionen des Bundesamtes für Kultur und der Zürcher Filmstiftung:  

«Beim Bund wechseln die Kommissionsmitglieder von Sitzung zu Sitzung, was nicht nur die Autoren frustriert, sondern auch die Entscheide für die Produzenten zu einer Lotterie verkommen lässt. Grundsätzlich gilt: Demokratie und Kunst vertragen sich nicht. Demokratische Entscheide nivellieren die Projekte und rauben ihnen weitgehend ihr Profil.»

Bruetsch fordert in der «NZZ am Sonntag» deshalb die Einführung des Intendantenmodells. Bruetsch war als Präsident des Vereins «Zürich für den Film» massgeblich an der Einrichtung der Zürcher Filmstiftung beteiligt. Heute ist er enttäuscht vom Erreichten. «Als wir 2004 die Zürcher Filmstiftung ins Leben riefen, wollten wir bessere Filme ermöglichen. Heute haben wir vor allem mehr, aber nicht bessere.» (dwi)

Dir gefällt diese Story? Dann teile sie bitte auf Facebook. Dankeschön!👍💕🐥

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Bundesrat lehnt Verhüllungsverbot ab und unterstützt Gegenvorschlag

Für den Bundesrat ist die Volksinitiative «Ja zum Verhüllungsverbot» unnötig. Die Gesichtsverhüllung sei in der Schweiz ein Randphänomen, argumentierte Justizministerin Karin Keller-Sutter. Ein Verbot beschneide die Rechte der Kantone, schade dem Tourismus und helfe den Frauen nicht.

Die Volksinitiative «Ja zum Verhüllungsverbot» verlangt, dass schweizweit niemand sein Gesicht verhüllen darf. Das Verbot würde an allen Orten gelten, die öffentlich zugänglich sind - so zum Beispiel auf den …

Artikel lesen
Link zum Artikel