Eishockey
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Der SC Bern feiert mit dem Pokal den Schweizermeistertitel nach dem Sieg im fuenften Eishockey Playoff-Finalspiel der National League zwischen dem SC Bern und dem EV Zug, am Samstag, 20. April 2019, in der Postfinance Arena in Bern. (KEYSTONE/Alexandra Wey)

Der SC Bern ist das erfolgreichste Schweizer Team der letzten Jahre. Bild: KEYSTONE

Vom Titel-Hamsterer bis zum Haudegen: Diese Spieler machten den SCB zum Serienmeister

Der SC Bern ist der erfolgreichste Schweizer Eishockey-Klub der letzten Jahre, selbst wenn man mit zwei verpassten Playoffs als Meister auch eine Negativmarke für einen Titelhalter setzte.



Die Bilanz des SC Bern seit 2013 imponiert: Elf von zwölf Playoff-Serien entschied das Liga-Schwergewicht für sich. Bis 2019 wurde er viermal Meister, zweimal im eigenen Stadion. 2016 gewann der SCB gar als erster Klub vom achten und letzten Playoff-Platz aus den Titel, ein Jahr später gelang ihm als erster Verein seit den ZSC Lions die Titelverteidigung (2000/2001).

Die ersten drei Titel des SCB seit 2013 waren eng mit Martin Plüss verbunden, der bis zu seinem 40. Altersjahr das Team als Captain anführte. Auf nationalem Eis gewann Plüss sechs Meistertitel; 2010, 2013, 2016 und 2017 mit Bern, mit Kloten zu Beginn seiner Profi-Laufbahn 1995 und 1996. Hinzu kam der Titelgewinn mit Frölunda Göteborg in Schweden (2005).

ARCHIVBILD ZUM KARRIEREENDE VON MARTIN PLUESS, AM DONNERSTAG, 16. NOVEMBER 2017 - Der Berner Captain Martin Pluess stemmt den Meisterpokal und feiert mit seiner Mannschaft als Eishockey Schweizermeister nach demsechsten Eishockey Playoff-Finalspiel der National League A zwischen dem EV Zug und dem SC Bern, am Montag, 17. April 2017 in der Bossard Arena in Zug. (KEYSTONE/Anthony Anex)

Auch gegen Ende seiner Karriere noch ein Erfolgsgarant: Martin Plüss Bild: KEYSTONE

Plüss war ein exzellenter Spielmacher mit defensivem Gewissen und ein starker Bully-Spieler. In erster Linie war er aber ein Leader, der das Spiel lesen konnte. Plüss war Dauerleister, der auch dann seine Leistung brachte, wenn es der Mannschaft nicht lief. Bis zum letzten Spiel war er top.

2019 folgte für den SCB der erste Titelgewinn ohne Plüss und der dritte in vier Saisons, die zweite unter Kari Jalonen. Die Meistertitel von 2017 und 2019 waren das Werk des Finnen, jener von 2016 noch des ab November 2015 als Interimstrainer eingesprungenen Lars Leuenberger.

Auf dem Eis symbolisierten neben Plüss auch Haudegen wie Thomas Rüfenacht und Tristan Scherwey mit ihrem unnachgiebigen Zweikampfverhalten die physische und mentale Robustheit der Berner. Rüfenacht und Scherwey wurden vom SCB auf Grund der wiederholt erfolgreichen Playoff-Runs mit Mehrjahresverträgen ausgestattet.

Publikumsliebling mit «Rentenvertrag»

Scherwey erhielt im Februar 2019 einen ligaweit einmaligen und aufsehenerregenden Siebenjahresvertrag bis 2027. Der 28-jährige Freiburger erkämpfte sich mit seiner kompromisslosen Wucht und auch wegen seiner unerschöpflich scheinenden Energiereserven den Status eines Publikumslieblings.

***CORECTS NAME*** Berns Alain Berger, links, und Berns Tristan Scherwey, rechts, lachen auf der Buehne bei der Meisterfeier des SC Bern, am Samstag, 27. April 2019, auf dem Bundesplatz in Bern. (KEYSTONE/Anthony Anex)

Tristan Scherwey (rechts) nach dem Titelgewinn 2019. Bild: KEYSTONE

Den Grundstein dafür legte er beim Titelgewinn von 2016, als er ein überragendes Playoff spielte (5 Tore/1 Assists). Die Nächte danach feierte Scherwey in Hockey-Montur durch und demonstrierte dabei von allen SCB-Cracks die wohl grösste Intensität und Ausdauer. Dies zum Leidwesen seiner damaligen Topform. Bei der darauffolgenden WM-Vorbereitung des Nationalteams schaffte der «Feier-Champion» den Cut für die Titelkämpfe nicht.

Beim letzten Titelgewinn des SCB übertraf der mittlerweile im Nationalteam zu einer festen Grösse gewachsene Scherwey seine Produktivität von 2016 gar noch (6 Tore und 3 Assists in 18 Spielen).

Vom Abstiegs- zum Meister-Captain

Daneben ragten vor einem Jahr vorab Captain Simon Moser, der 2013 als junger Captain der SCL Tigers mit den Emmentalern noch abgestiegen war, und Goalie Leonardo Genoni heraus. Moser etablierte sich als Leaderfigur und Nachfolger des langjährigen Erfolgsgaranten Plüss.

Berns, Simon Moser, Torschutze zum 1:1, jubelt, waehrend dem Meisterschaftsspiel der National League, zwischen dem SC Bern und dem EV Zug, am Freitag 14. Februar 2020 in der Postfinance Arena in Bern.. (KEYSTONE /Marcel Bieri)

Simon Moser ist zum Captain und Schlüsselspieler des SCB gereift. Bild: KEYSTONE

Und Nationalgoalie Genoni entschied mehrere Finalspiele gegen Zug im Alleingang. Der Zürcher wurde unlängst vom «Tages-Anzeiger» zu einem der fünf wichtigsten Spieler der dreieinhalb Jahrzehnte alten Schweizer Playoff-Geschichte erkoren.

Gerade in der Finalserie von 2019 zahlte sich die Erfahrung in den Reihen des SCB aus: 17 Spieler aus jenem Team waren in der Vergangenheit bereits mindestens einmal Meister geworden, 13 plus Trainer Jalonen standen beim Titelgewinn 2017 (ebenfalls gegen Zug) bereits im Kader des SCB.

In der vor wenigen Wochen vorzeitig abgebrochenen Saison verpassten die Berner als Neunter der Qualifikation allerdings bereits zum zweiten Mal nach 2014 als Meister die Playoffs. Mehr als einmal war dies vor den Bernern keinem Titelhalter widerfahren.

Auch deshalb geht der SCB die nächste Saison mit einer neuen Sportchefin an; der in diesem Bereich noch wenig erfahrenen ehemaligen Weltklasse-Torhüterin Florence Schelling. Ebenso wird ein neuer Coach die Nachfolge des nicht mehr weiterbeschäftigten Interimstrainers Hans Kossmann antreten.

Mit dem amerikanischen Topskorer Mark Arcobello (Lugano) verlässt ein Jahr nach Genoni ein weiterer Schlüsselspieler den SCB. Dieser gehört trotz der zahlungskräftigen Konkurrenz aus Zug, Lausanne oder Zürich mit einem Budget von zuletzt über 60 Millionen Franken aber nach wie vor zu den wirtschaftlichen Giganten der Liga. (dab/sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • rogerthat 23.04.2020 16:04
    Highlight Highlight Als langjähriger SCB-Sympathisant sind für mich die Playoffs 2016 die absolut liebste Eishockey-Erinnerung. Nach einer miserablen Quali (Platz 8) funktionierte plötzlich alles und die Gegner wurden plötzlich mit einer unglaublichen Intensität vom Eis gefegt. Eines der besten Beispiele, wie stark das Momentum innerhalb eines Teams plötzlich drehen kann in den Playoffs.
  • MARC AUREL 23.04.2020 12:24
    Highlight Highlight Das IMPERIUM SCB!!! GRANDE BERN!!!
  • Jacques #23 23.04.2020 08:42
    Highlight Highlight Alle Titel mit ausländischen Trainern... Uzwil liegt ja auch im Osten.

    Da muss ich den Rekord Meister doch den HCD hervorheben, der die Meriten mehrheitlich aus Schweizer Kraft erreichte. Auch in der Neuzeit mit Crazy Arno.

    Um Kritik gleich zu entkräften: Ja, es stimmt.

    Die Löhne der von Arx Brüder sowie Rizzi und Gianola wurden direkt aus der Billag Kasse bezahlt.

    Genoni und Berra wurden aus Kloten, Bircher bezahlt, damit im Finale kurze Fahrten und maximale Zuschauereinnahmen generiert werden konnten.
    😊

    Guet gmacht, SCB. Jetzt müend aber langsam Trainer Spekulationen cho...
  • PostFinance-Arena 23.04.2020 08:21
    Highlight Highlight Hä? "Überragendes Playoff 2016" und dann wird als Erklärung dazu die Punkteausbeute von 6 Punkten geliefert? naja...

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