Gesellschaft & Politik
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Die Sitzung der Vereinigten Bundesversammlung bei der Gesamterneuerungswahl des Bundesgerichts am Mittwoch, 24. September 2014, im Nationalrat in Bern. (KEYSTONE/Lukas Lehmann)

Wer erhält wie viele Sitze im Herbst? – Vereinigte Bundesversammlung im September 2014. Bild: KEYSTONE

SVP 32 Prozent, SP 16 Prozent

Nationalratswahlen 2015: Umfrage prognostiziert grossen Zuwachs für die SVP 

Gut zehn Monate vor den Nationalratswahlen räumen verschiedene Wahlumfragen den Parteien unterschiedliche Aussichten ein. Eine neue Umfrage – allerdings mit grossem Unschärfebereich – sieht die SVP bei über 32 Prozent Wähleranteil, die SP bei 16 Prozent.

29.01.15, 09:09 29.01.15, 09:48

Die Schätzung basiert auf einer Online-Befragung, welche die Politikplattform Vimentis durchgeführt hat. Rund 20'000 Antworten, die zwischen Anfang Oktober bis Mitte Dezember 2014 eingingen, hat Vimentis ausgewertet und nach Faktoren wie Alter, Bildung, Geschlecht und Kanton gewichtet.

Trotz der Gewichtung hat das Vimentis-Verfahren gegenüber Umfragen wie jenen von Claude Longchamps Forschungsinstitut gfs.bern unter anderem den Nachteil, dass die Befragten nicht zufällig ausgewählt worden sind. Der von Vimentis angegebene Unschärfebereich ist mit plus oder minus 4 Prozent denn auch relativ gross.

Rekord für SVP

Eindeutige Gewinnerin laut der Vimentis-Umfrage ist die SVP, wie aus einer Mitteilung vom Donnerstag hervorgeht. Die Volkspartei würde sich um über einen Fünftel steigern und auf 32.3 Prozent Wähleranteil kommen. Das wären 5.7 Prozentpunkte mehr als bei den letzten Wahlen 2011 und mehr, als die Partei jemals erreichte.

Von den grossen Parteien würden die SP und die CVP deutlich verlieren. Die SP käme noch auf 16.3 Prozent – nach 18.7 Prozent vor drei Jahren, während die CVP ähnlich stark verlieren und mit 9.3 Prozent unter die 10-Prozent-Grenze fallen würde. 2011 hatte sie 12.3 Prozent erreicht. Die FDP würde leicht auf 14.4 Prozent fallen.

Zulegen könnten die Grünliberalen, und zwar um 2.3 Prozentpunkte auf 7.7 Prozent, womit sie gleichauf wären mit den Grünen (7.6 Prozent, -0.8 Prozentpunkte). Die BDP käme unverändert auf 5.4 Prozent.

Traditionelle Umfragen sehen leichte SVP-Verluste

Das Vimentis-Resultat steht in starkem Kontrast zu Umfragen der vergangene Monate, welche die SVP in der Verlustzone gesehen hatten. Eine Umfrage des Instituts Léger Schweiz (ehemals Isopublic) im Auftrag der «SonntagsZeitung» attestierte der SVP einen Wähleranteil von 23.8 Prozent, während die SP rund einen Prozentpunkt auf 19.8 Prozent zulegen sollte. FDP und CVP blieben auf ähnlichem Niveau, die GLP würden zulegen.

Das erste SRG-Wahlbarometer, welches das gfs-Institut Anfang Oktober erstellte, zeigte für die SVP ebenfalls einen Rückgang an, wenn auch einen geringeren. Demnach würde der Wähleranteil bei rund 25 Prozent liegen (2011: 26.6 Prozent). Die SP könnte gemäss dieser Erhebung mit rund 20 Prozent rechnen.

Die FDP könnte ihren Wähleranteil leicht steigern, die CVP würde leicht abgeben. Die meisten Veränderungen lagen jedoch im Fehlerbereich von 2.2 Prozent. (wst/sda)



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Brikne, 20.7.2017
Neutrale Infos, Gepfefferte Meinungen. Diese Mischung gefällt mir.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Thomas Binder 29.01.2015 20:13
    Highlight Es ist unglaublich, was uns heutzutage alles als Fakt präsentiert wird. Der Blick publiziert eine Online-Befragung von Vimentis unreflektiert als repräsentative Wählerbefragung und alle anderen Journalisten schreiben dies einfach ab.
    Vimentis ist "nationalkonservativ" dominiert. Eine Handvoll kommentierender "Psychopathen" vertreiben dort alle Andersdenkenden im Nullkommanichts.
    Es erstaunt mich immer weniger, dass bald kein Mensch mehr bereit ist, für solchen Schluderjournalismus zu bezahlen und bald alle Medien den Bach herunter gehen.
    4 4 Melden
  • INVKR 29.01.2015 17:47
    Highlight Sehe ich jetzt mal noch nicht so eng. Bei Internetumfragen scheinen mir die Rechtspopulisten oft etwas übervertreten zu sein.
    5 5 Melden
  • Daniel Wettstein 29.01.2015 16:59
    Highlight Guter Witz. Die Vimentis-Plattform ist bekannt für bezahlte SVP-Lohnschreiberlinge. Wie alle wissen bezahlt die SVP Leute für Parteitreues Verhalten - Leserbriefe usw.
    Die Umfrage ist nicht repräsentativ.
    Die SVP wird so um 24 Prozent Wähleranteil erreichen. Gut so. Eine Partei die regelmässig die Schweizer Rechtsverhältnisse und Personen verspottet verdient nichts anderes.
    9 11 Melden
    • Lumpirr01 29.01.2015 17:42
      Highlight http://www.vimentis.ch/d/umfrage/patronat.html

      @Daniel Wettstein: Stimmt ihre obige Aussage?
      Wieso sind denn im Patronat von Vimentis folgende Personen aufgeführt?
      Vimentis – Die Meinungsumfrage wird von folgenden Personen unterstützt:
      Christophe Darbellay Präsident CVP;
      Martin Landolt Präsident BDP;
      Philipp Müller Präsident FDP Die Liberale;
      Martin Landolt Präsident BDP
      usw..usw....
      7 2 Melden
  • FelixZRH 29.01.2015 11:27
    Highlight Aus einer Vimentis-Umfrage einen Pro-SVP-Artikel zu verfassen ist für mich schlechte Recherche. Vimentis ist gemäss meiner Erfahrung nicht so neutral, wie sie sich darstellen.
    7 10 Melden
    • sewi 29.01.2015 16:14
      Highlight Eine Verschwörung? Der Mossad?
      2 5 Melden
  • Howard271 29.01.2015 11:17
    Highlight Eine Umfrage vor dem eigentlichen Wahlkampf ist unsinnig, um daraus Schlüsse für das spätere Ergebnis ziehen zu wollen, sondern dient höchstens zum Verfolgen von Veränderungen.
    9 1 Melden

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