Wirtschaft
Schweiz

KOF-Barometer zur Schweizer Wirtschaft: Verhaltene Konjunkturaussichten

Schweizer Wirtschaft: Verhaltene Konjunkturaussichten

In der Schweiz haben sich die Wirtschaftsaussichten im Monat Mai gemessen am Konjunkturbarometer der Konjunkturforschungsstelle KOF weiter aufgehellt, dies allerdings nur leicht. Für den weiteren Konjunkturverlauf bleiben die Aussichten verhalten.
29.05.2026, 10:1829.05.2026, 10:18

Im Mai stieg das KOF-Konjunkturbarometer nur um 0,2 auf 98,0 Punkte, wie das KOF Institut der ETH Zürich am Freitag mitteilte. Damit hat sich der Frühindikator nach dem Rückfall im März (revidiert 95,7 Punkte) weiter erholt, der Sprung zurück über die 100 Punkte gelang jedoch nicht.

Das Mai-Barometer fiel am unteren Ende der Erwartungen aus. Von AWP befragte Ökonomen hatten mit Werten zwischen 97,5 bis 99,0 Punkten gerechnet. Das KOF-Barometer ist ein vorlaufender Sammelindikator, der auf einer Vielzahl von Indikatoren basiert und anzeigen soll, wie sich die Konjunktur in naher Zukunft entwickelt.

Das ist das KOF-Konjunkturbarometer

Das Konjunkturbarometer der KOF (Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich) ist ein Frühindikator, der zeigen soll, wie sich die Schweizer Wirtschaft in der nahen Zukunft entwickeln dürfte. Es wird monatlich veröffentlicht und fasst hunderte Wirtschaftsdaten zusammen, um Wendepunkte im Konjunkturverlauf frühzeitig zu erkennen.
Die Datenbasis besteht aus über 500 Indikatoren.


Das Barometer ist so zu lesen:


Wert über 100: Das Wirtschaftswachstum wird voraussichtlich überdurchschnittlich ausfallen (positive Wirtschaftslage).

Wert = 100: Die Schweizer Wirtschaftsentwicklung entspricht genau ihrem langjährigen Durchschnitt.

Wert unter 100: Das Wirtschaftswachstum wird voraussichtlich unterdurchschnittlich ausfallen (Verlangsamung oder Rezession).

(lak)

Gedämpfte Konsumnachfrage

Im Zuge des Konflikts im Nahen Osten zeichnet sich für die Schweizer Konjunktur derzeit ein uneinheitliches Bild ab. Die in das Konjunkturbarometer einfliessenden Indikatoren zu den Aussichten seien nach wie vor gemischt, hielt die KOF fest.

Dabei stehen laut der Mitteilung insbesondere die Indikatoren des Verarbeitenden Gewerbes weiterhin unter Druck. Dies werde wiederum von positiven Entwicklungen bei Finanz- und Versicherungsdienstleistern abgefedert.

Nachfrageseitig hätten zuletzt die Indikatoren der Auslandsnachfrage günstigere Perspektiven gezeigt, hiess es weiter. Zugleich wurden bei der Konsumnachfrage rückläufige Entwicklungen ausgemacht.

Exportindustrie bleibt unter Druck

Ein gemischtes Bild zeigte sich den KOF-Ökonomen auch in der Analyse des verarbeitenden Gewerbes allein. Während die Indikatoren der Auftragslage, der Lagersituation, sowie der allgemeinen Geschäftslage positive Aussichten aufzeigten, hätten jene der Exportwirtschaft und der Produktionstätigkeit weiter nachgegeben.

In den Unterbranchen von Industrie und Bau wiederum entwickelten sich laut den Angaben zum KOF-Konjunkturbarometer vor allem die Indikatoren der Papier- und Druckerzeugnisse positiv. Im Gegensatz dazu müssten unter anderem die Indikatoren der Textilindustrie und der Elektroindustrie zurückstecken, hiess es. (sda/awp)

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