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Hauptgebäude der Universität Zürich. Auch hohe Investitionen in die Forschung und das Bildungssystem gehören sind Wettbewerbsvorteile der Schweiz.
Bild: wikipedia

Globaler Wettbewerbs-Index: Schweiz erneut an der Spitze der Rangliste – doch wie lange noch?

Die Schweiz ist vom Weltwirtschaftsforum (WEF) das siebte Jahr in Folge zum wettbewerbsfähigsten Land erklärt worden. Die Autoren der Studie warnen jedoch, diese Position sei in Gefahr.



In einem sich wandelnden Umfeld habe die Schweizer Wirtschaft bislang zwar eine bemerkenswerte Widerstandskraft gezeigt, heisst es im «Globalen Wettbewerbsindex 2015», den das WEF in der Nacht auf Mittwoch in Genf veröffentlichte. Insgesamt wurden 140 Länder bewertet nach 12 einheitlichen Kriterien.

Darin ist die Schweiz Weltspitze:

Diese Punkte sind für den Geschäftsgang problematisch:

Verschlechterung droht

Das WEF warnt sogleich, «die jüngsten Entwicklungen bergen das Risiko einer Verschlechterung, und sie lassen nur wenig Handlungsspielraum». Als Risiken nennen die Studienautoren eine nur langsame Konjunkturerholung bei den wichtigsten Handelspartnern der Schweiz, die Frankenstärke, die bei Null liegende Teuerung und die Negativzinsen.

ZU DER VON WEF GRUENDER KLAUS SCHWAB IN EINEM INTERVIEW MIT DER ZEITUNG „SCHWEIZ AM SONNTAG“ (12. JANUAR 2014) GEAEUSSERTEN KRITIK AN DER GASTFREUNDSCHAFT VON DAVOS STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES ARCHIVBILD ZUR VERFUEGUNG - German Klaus Schwab, founder and president of the World Economic Forum, WEF, gestures during a press conference, in Cologny near Geneva, Switzerland, Wednesday, January 16, 2013. The World Economic Forum today unveiled the programme for its Annual Meeting in Davos, Switzerland, including the key participants, themes and goals. The overarching theme of the Meeting, which will take place from 23 to 27 January, is

WEF-Gründer Klaus Schwab.
Bild: KEYSTONE

Explizit wird auf die Unsicherheit über die Schweizer Immigrationspolitik nach Annahme der Masseneinwanderungs-Initiative hingewiesen. Diese könne dazu führen, dass der für die Dynamik der Wirtschaft nötige Zugriff auf das weltweite Reservoir an Fachkräften beschränkt werde. Das WEF rät der Schweiz, ihre Wettbewerbsvorteile zu stärken, um die im Vergleich höheren Kosten zu rechtfertigen.

«Die jüngsten Entwicklungen bergen das Risiko einer Verschlechterung, und sie lassen nur wenig Handlungsspielraum.»

WEF

Stabile Top 10

Gegenüber dem letzten Jahr haben sich die Top 10 der Studie leicht verändert, Neuzugänge gab es aber nicht. Singapur folgt der Schweiz auf dem 2. Rang vor den USA. Deutschland rückt um einen Platz vor auf den 4. Rang. Die VW-Abgasaffäre und die möglichen Folgen für den Ruf von «Made in Germany» sind darin allerdings noch nicht eingerechnet.

Die Top Ten

1. Schweiz
2. Singapur
3. USA
4. Deutschland
5. Holland
6. Japan
7. Hongkong
8. Finnland
9. Schweden
10. Grossbritannien​

Die Niederlande können sich um drei Plätze auf Rang 5 verbessern. Dahinter folgen unverändert Japan und Hongkong. Finnland fällt von Platz 4 auf 8 zurück. Und Schweden überholt Grossbritannien und erreicht Rang 9.

Sorgen um Schwellenländer

Am meisten Sorgen bereiten den WEF-Ökonomen die Schwellenländer, die stagnieren oder gar zurückgeworfen werden. Während sich Indien gleich um 16 Ränge auf Platz 55 verbessert, wurden Länder wie die Türkei (Rang 51) und Brasilien (75) schlechter bewertet. Brasilien fällt um 18 Ränge zurück.

China hält sich trotz seines abnehmenden Wachstums auf Platz 28. Allerdings sehen die WEF-Experten Warnsignale. China müsse «ein Modell entwickeln, mit dem sich Produktivität durch Innovation sowie die Nachfrage durch den einheimischen Konsum steigern lassen».

WEF-Gründer Klaus Schwab prognostiziert in der Studie, um bei der vierten industriellen Revolution konkurrenzfähig zu bleiben, müssten mehr denn je die Produktivitätsfaktoren wie Kompetenzen und Innovation gestärkt werden. (dwi/sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • stadtzuercher 30.09.2015 08:43
    Highlight Highlight Verschlechterung droht, jaja. Mit Angst um Abstieg hält man die Menschen bei der Stange, gegen ihre eigenen Interessen zu arbeiten. Wir können die Steuern der ausländischen Firmen auf null setzen, dann sind wir bestimmt top auf Lebzeiten. Und haben 100'000 zuwandernde 'Fachkräfte' pro Jahr. Plus teure Wohnungen und sinkende Löhne und Renten.
    • Max Heiri 30.09.2015 09:54
      Highlight Highlight Tut mir leid, aber der wegen den sinkenden Löhnen ist ein Märchen. Wir haben seit 1990 eine Anstieg der realen(!) Löhne um über 40%.

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