Forschung
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Voilà, das ist ein gedrucktes Herz – und es besteht aus menschlichem Gewebe



Israelische Forscher haben mit einem 3D-Drucker ein Mini-Herz aus menschlichem Gewebe geschaffen. Der Prototyp, dessen Zellen sich allerdings noch nicht synchron zusammenziehen können, hat die Grösse eines Hasenherzens.

epa07508231 A 3D printer print of a heart with human tissue, being held at the University of Tel Aviv, 15 April 2019, Report state that Israeli scientists from Tel Aviv University say 3D printing of the heart, it's a 'first

Klein wie ein Hasenherz: der 3D-Druck. Bild: EPA/EPA

Das Herz bestehe aus Gewebe und Blutgefässen und verfüge über Kammern, sagte Studienleiter Tal Dvir von der Universität Tel Aviv am Montag vor Journalisten. Es sei vergleichbar mit dem Herz eines menschlichen Fötus. Die Forscher stellen ihre Entwicklung im Fachblatt «Advanced Science» vor.

«Wir entnehmen per Biopsie Fettgewebe eines Patienten», erläuterte der Biotechnologe Dvir den Prozess. Dann würden zelluläre und nicht-zelluläre Bestandteile getrennt. «Die Fettzellen werden zu Stammzellen umprogrammiert, diese differenzieren sich wiederum in Herzzellen, Endothelzellen und andere.»

Das extrazelluläre Material wie etwa Strukturproteine wurde demnach zu Hydrogelen verarbeitet, die dann mit den verschiedenen Zelltypen vermischt wurden. Aus diesen «Bio-Tinten» erzeugte der 3D-Drucker dann das Mini-Herz.

Garantiert keine Abstossung

«Das Herz ist komplett kompatibel mit dem Patienten, weil es aus seinem eigenen Gewebe geschaffen ist, und wird deshalb keine Immun-Gegenreaktion auslösen», sagte Dvir. «Es ist das erste Mal, dass ein ganzes Herz mit Zellgewebe und Blutgefässen gedruckt wurde.» In ähnlichen Versuchen seien bisher nur synthetische Stoffe oder anderes natürliches Gewebe verwendet worden.

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Hier wird das Herz im 3D-Drucker gedruckt. Bild: EPA/EPA

Nun wollen die Forscher den Prototypen in einem speziellen Bioreaktor reifen lassen. Binnen eines Jahres sollen solche Herzen in Tierversuchen getestet werden, bei Hasen oder Ratten. Bis zu einem möglichen klinischen Einsatz beim Menschen dauere es noch viele Jahre, sagte Dvir.

In zehn Jahren serienmässig?

«Wir hoffen, das wir innerhalb von zehn Jahren 3D-Drucker in Spitälern haben, die verschiedene Arten von Gewebe drucken können.» Auf dem Weg dorthin gebe es noch viele Herausforderungen. Deshalb könne er nicht voraussagen, wann das erste gedruckte Herz bei einem Menschen implantiert werde. «Wir können nur hoffen, dass es in etwa zehn Jahren soweit sein wird.»

Herzkrankheiten seien die führende Todesursache in Industrieländern, schreiben die Forscher in «Advanced Science». Derzeit sei eine Herztransplantation die einzige Therapie für Patienten mit Herzinsuffizienz im Endstadium. Angesichts des Mangels an Spenderherzen bestehe die dringende Notwendigkeit, neue Behandlungsansätze für solche Patienten zu entwickeln, betonen die Forscher. (sda/dpa)

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4Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Kubod 16.04.2019 01:04
    Highlight Highlight Endlich mal ne gute Nachricht aus Forschung und Entwicklung.
    Ich hab die letzte Zeit zuviel darüber glesen, welche Waffensysteme entwickelter seien.
    Die Amerikanischen, Russischen, Chinesischen etc.
    Es schien nur noch in der Schwanzlängenkatgegorie Entwicklungen zu geben.

    Nun also das. Ein positiver Ausblick auf die Zukunft.
    Danke dafür
  • Garp 15.04.2019 17:51
    Highlight Highlight Klingt extrem spannend.
  • Chummerbueb 15.04.2019 17:17
    Highlight Highlight Hat Ticketcorner bereits Tickets für Westworld im Angebot? 🤔
  • -V- 15.04.2019 16:06
    Highlight Highlight voll Creepy ...

    A: so ey woher kommst du ?

    B: ausm drucker ...

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