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EV Zug

Zug - ein fairer, selbstbewusster Verlierer

Zugs Spieler mit Raphael Diaz, rechts, sind enttaeuscht nach dem fuenften Eishockey Playoff-Finalspiel der National League zwischen dem SC Bern und dem EV Zug, am Samstag, 20. April 2019, in der Postf ...
Die Enttäuschung ist riesig, die Zuger sind geschlagen.Bild: KEYSTONE

Zug – ein fairer, selbstbewusster Verlierer

Die Zuger haben das Scheitern im Finale mit Fassung hingenommen. Weil sie ahnen, dass ihnen die Zukunft gehört.
21.04.2019, 08:4321.04.2019, 16:48

Präsident Hans-Peter Strebel umarmt unten im «Bärengraben», dort wo die beiden Teams jeweils vom Eis kommen, Marc Lüthi. Er gratuliert dem SCB-General und die beiden unterhalten sich noch ein paar Minuten lang. Diese Geste ist typisch fürs Eishockey. Wenn das Spiel vorbei ist, wird es Zeit für die Versöhnung. Der gegenseitige Respekt geht nie verloren.

Hans-Peter Strebel sagt: «Der SCB hat diesen Titel verdient.» Er sagt es nicht einfach, weil man das so sagt. Er meint es so. Der Milliardär weiss zu gut, wie viel Arbeit und Erfahrung hinter den Erfolgen der Berner steht. Und er ist überzeugt davon, dass auch Zug Meister werden kann. «Wir sind auf dem richtigen Weg und wenn wir diesen Weg konsequent weiter gehen, dann schaffen wir es.»

Die Enttäuschung sei natürlich gross. Er habe mitgefiebert. «Aber die Berner waren besser.» Auch keine kritischen Worte gegen die Schiedsrichter. Szenen, wie dieses vieldiskutierte, aberkannte Tor zum 1:1 im vierten Spiel, seien auch ein Teil des Sportes. «Das gilt es zu akzeptieren.»

«Ungefähr 15 Meter hoch …»

Trainer Dan Tangnes spricht von einer grossen Leere nach einer so intensiven Zeit. «Aber alle Rückschläge und Enttäuschungen sind Erfahrungen, die uns helfen werden.»

Er sucht gar keine Ausreden und spricht mit grossem Respekt über den neuen Meister. Über die Hartnäckigkeit der Berner, die er treffend in einem Satz zusammenfasst: «Sie haben nie nachgelassen.»

Zugs Cheftrainer Dan Tangnes ist enttaeuscht nach dem fuenften Eishockey Playoff-Finalspiel der National League zwischen dem SC Bern und dem EV Zug, am Samstag, 20. April 2019, in der Postfinance Aren ...
Enttäuscht verlässt Zug-Trainer Dan Tangnes in Bern das Eis.Bild: KEYSTONE

Sportchef Reto Kläy liegt immer noch im Zeitplan. In Langenthal ist er in seiner sechsten ganzen Saison Meister geworden. Er beginnt nun in Zug ebenfalls seine sechste Saison. Darauf angesprochen sagt er: «Daran habe ich noch gar nicht gedacht.» Auf die Frage, wie gross die Enttäuschung sei, schätzt er: «Ungefähr 15 Meter hoch …» Aber auch er bezeichnet den SCB als verdienten Meister.

Präsident Hans-Peter Strebel freut sich nun auf den nächsten Schlussgang, auf die nächste Ausmarchung um die höchste Ehre. Auf das Eidgenössische Schwingfest in Zug. «Ich war noch nie an einem Eidgenössischen. Diesmal werde ich dabei sein.»

Muss er ja eigentlich. Denn «sein» Stadion gehört zum Festgelände. Und dort kann es am Ende wieder zu einem Finale zwischen Bernbiet und Innerschweiz kommen. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein «Böser» aus dem Bernbiet und einer aus dem Innerschweizerischen Verband den Schlussgang bestreiten werden, ist nicht gering.

Die Parallele ist bewusst gewählt: Auch im Schwingen haben die Innerschweizer erst ein einziges Mal den König gekrönt. 1986. Und im Eishockey haben sie auch erst einen Titel gefeiert. 1998 in Zug.

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