DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Die Angst vor einem Weltkrieg steigt. Wenn das kein Grund für Memes ist?

06.01.2020, 17:4407.01.2020, 12:20

Seit der Tötung des iranischen Generals und Kommandanten der Al-Kuds-Brigaden Ghassem Soleimani ist eine Suchanfrage bei Google besonders explodiert: WWIII.

Die Grafik zeigt die Suchanfragen des Begriffs «WWIII» bei Google in den letzten 30 Tagen in den USA. Soleimani wurde am Freitag, dem 3. Januar, bei einem Drohnenangriff getötet.
Die Grafik zeigt die Suchanfragen des Begriffs «WWIII» bei Google in den letzten 30 Tagen in den USA. Soleimani wurde am Freitag, dem 3. Januar, bei einem Drohnenangriff getötet.
bild: screenshot google.com
Suchanfragen des Begriffs «Military Draft» in den USA in den letzten 30 Tagen.
Suchanfragen des Begriffs «Military Draft» in den USA in den letzten 30 Tagen.
bild:screenshot google

Parallel zu «WWIII» steigen die Suchanfragen zur obligatorischen Wehrdienstpflicht in den USA. Heute ist diese de facto zwar abgeschafft, Amerikaner müssen sich aber weiterhin innerhalb von 30 Tagen nach ihrem 18. Geburtstag bei der Einberufungsbehörde Selective Service System (SSS) einschreiben. Dies gilt auch für Ausländer zwischen 18 und 25 Jahren, die sich in den USA niederlassen.

Und was macht diese Generation, wenn ihr (auch wenn nur theoretisch) Unheil droht? Richtig: Sie produziert Memes.

«Der Aushebungsoffizier, der mir Instagram-Videos zeigt, wie ich 100 Kilo bankdrücke, nachdem ich ihm sagte, ich sei für den Krieg untauglich.»

«Fortnite-Kids, wenn sie im Iran landen.»

«Nach unserer Stationierung im Iran testen ein Kollege und ich, ob ‹friendly fire› aktiviert wurde.»

Dieses Meme ist ein Wortwitz und kann so nicht übersetzt werden.

Selbstverständlich wird die Veralberung der ernsthaften Lage nicht von allen goutiert. Die Memes seien ein Ausdruck für Nihilismus und würden beweisen, wie Social Media unsere Sichtweise auf Tragödien verändert habe.

Doch schnell wird auch dieses Minenfeld vermemet:

«Andere Generationen: Hört damit auf, Memes über den dritten Weltkrieg zu machen. Das ist eine ernsthafte Lage!
Generation Z: Ich könnte schon, aber wieso sollte ich das wollen?
»

«Kriegsveteranen, wenn sie sehen, wie ihre Kinder über WWIII-Memes lachen.»

«Wie die Leute auf den Ersten Weltkrieg reagierten.
Wie die Leute auf den Zweiten Weltkrieg reagierten.
Wie die Leute auf den dritten Weltkrieg reagierten.
»

«Meine republikanischen Verwandten, wenn sie bemerken, dass ich WWIII-Memes twittere ...»

Bereits Erich Maria Remarque wusste, dass Krieg und Humor sich nicht ausschliessen. Der deutsche Autor wurde für den Ersten Weltkrieg eingezogen und schrieb später mit «Im Westen nichts Neues» (1929) einen der wichtigsten Antikriegsromane der Geschichte. Bildgewaltig beschreibt er darin Kriegsgräuel aus der Sicht eines jungen, freiwilligen Soldaten – und verzichtet trotzdem nicht auf eine Prise Humor. Galgenhumor, der auch bei der heutigen Generation zu erkennen ist.

«Blau: Über WWIII-Memes lachen während der letzten 48 Stunden.
Rot: Ein bisschen beunruhigt sein, wegen des dritten Weltkriegs.»

«Links: Wie ich über WWIII-Memes lache.
Rechts: Realisierend, dass er vielleicht stattfindet.
»

«Ich habe das aus lauter Langeweile gemacht.»

Und wer bis jetzt noch nicht gelacht hat, der darf jetzt noch ein bisschen Selbstironie beweisen. Auch die Schweiz wird vom WWIII-Memefieber nicht verschont:

(tog)

«Hassen Sie den Präsidenten?»

Video: srf
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Bilder der Buschbrände in Australien

1 / 37
Bilder der Buschbrände in Australien
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Australiens Premierminister wird öffentlich beschimpft

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Schlechtes Blut – oder der grösste Betrug im Silicon Valley

Mit ihrem angeblichen Blutanalysegadget hat Elizabeth Holmes alle getäuscht: Rupert Murdoch, Henry Kissinger und auch Jim Mattis. Jetzt hat der Prozess gegen die mutmasslich grösste Betrügerin des Silicon Valleys begonnen.

«Fake it until you make it» (Täusch etwas vor, bis es funktioniert) ist ein beliebtes Motto in der Start-up-Szene des Silicon Valley. Viele technische Sensationen werden mit üblen Kinderkrankheiten und grossspurigen Versprechen auf den Markt geworfen. Meist verschwinden diese Heilsbringer jedoch genau so schnell, wie sie aufgetaucht sind.

Nicht so bei Elizabeth Holmes. Sie beherrschte das Täuschungsspiel perfekt. Die Gründerin eines Unternehmens namens Theranos steht im Mittelpunkt der …

Artikel lesen
Link zum Artikel