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Geneve-Servette's Head coach Chris McSorley gestures after as team beating ZSC Lions, during a National League regular season game of the Swiss Championship between Geneve-Servette HC and ZSC Lions, at the ice stadium Les Vernets, in Geneva, Switzerland, Monday, March 4, 2019. (KEYSTONE/Salvatore Di Nolfi)

Chris McSorley soll Lugano wieder zu meisterlichen Ehren führen. Bild: KEYSTONE

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Lugano und McSorley – nach 38 Jahren wieder ein Hockey-Weltenveränderer

Chris McSorley kehrt zurück unter Palmen. Und übernimmt mit 59 den schwierigsten Job seiner Karriere: Der hockeyverrückte Kanadier bekommt drei Jahre Zeit, die DNA des HC Lugano zu verändern.



1998 arbeitete Chris McSorley letztmals unter Palmen. Er coachte das IHL-Team Las Vegas Thunder. Die IHL gibt es inzwischen nicht mehr. Dann machte sich der charismatische Kanadier auf, um das europäische Hockey zu rocken. Erst in London und ab 2001 in Genf.

Nun ist er zurück unter Palmen. In Lugano. Sein Auftrag: Lugano zu meisterlichen Ehren zurückführen. Den ersten Titel seit 2006 einfahren.

Die unbekannte Professionalität

Schon einmal hat ein Trainer die DNA Luganos verändert. John Slettvoll. Geo Mantegazza hatte genug vom Mittelmass. Der kanadische Verteidiger Réal Vincent hatte zwar Lugano 1982 als Spielertrainer in die höchste Liga zurückgeführt. Aber ein Meistertrainer war er so wenig wie der in den letzten Tagen in Lugano verabschiedete freundliche Serge Pelletier.

ARCHIVBILD ZUM KEYSTONE-SDA-TEXT ZUM JUBILAEUMSJAHR 1990 --- Der ueberglueckliche HC Lugano-Trainer John Slettvoll haelt nach dem 5 zu 7 Sieg gegen den HC Davos den Eishockey-Meisterbecher in die Hoehe, aufgenommen am 2. Maerz 1986 in Davos. Diese Saison wird der Schweizermeister erstmals im Playoff-Modus ermittelt. Der HC Lugano gewinnt die Play-off-Serie gegen Davos und erringt seinen ersten Meistertitel. (KEYSTONE/Walter Bieri)

John Slettvoll führte Lugano zu insgesamt vier Meistertiteln. Bild: keystone

John Slettvoll bekommt ab 1983 von Geo Mantegazza alle Macht und das Geld, um die Mannschaft nach seinem Willen umzuformen. Der Schwede löste eine Revolution aus. Mit intensiverem Training, überlegener Taktik, Härte und Ausdauer – kurzum: durch eine bis dahin bei uns unbekannte Professionalität – holt er in seinem dritten Amtsjahr 1986 den ersten Titel.

Und Slettvoll macht Lugano «grande». Mit weiteren Meisterschaften 1987, 1988 und 1990. Dann erfasst ihn der hockeytechnische Grössenwahn und die Dynastie des «Grande Lugano» wird im Frühjahr 1992 im Viertelfinal vom ZSC gestürzt. Bei den Zürchern an der Bande: Arno Del Curto. Der nächste Hockey-Weltenveränderer.

Die beiden Coaches Chris Mc Sorley von Servette, links, und John Slettvoll von Lugano beobachten die Curva Nord, anlaesslich von Tumulten im Eishockey Meisterschaftsspiel der National League A zwischen dem HC Lugano und dem Geneve-Servette HC, am Dienstag, 14. Oktober 2008, in der Resega Halle von Lugano.(KEYSTONE/Photopress/Karl Mathis)

2008: McSorley traf mit Servette auf Slettvoll, der bei Lugano ein Comeback an der Bande gab. Bild: PHOTOPRESS

Die Konkurrenz in der Deutschschweiz muss auf Luganos Erfolge reagieren und investieren. In Lugano wird die Entwicklung angeschoben, die unser Hockey schliesslich bis in den WM-Final bringen wird.

Mantegazza geht «all-in»

Nun versucht Vicky Mantegazza 2021 das Gleiche zu tun wie ihr Vater Geo vor 38 Jahren. Mit einem neuen Coach die DNA verändern.

Lugano hat alle Voraussetzungen, um wieder «grande» zu werden. Im Laufe der letzten Jahre ist alles versucht worden. Und so ganz nebenbei haben diese Versuche das Schweizer Eishockey erneut verändert: Vicky Mantegazza erkennt das Potenzial von Patrick Fischer als Visionär und Hockey-Weltenveränderer und macht ihn 2012 zum Cheftrainer. Das Experiment scheitert im vierten Jahr, Patrick Fischer wird Nationaltrainer und führt die Schweiz 2018 in den WM-Final.

Chris McSorley, links, anlaesslich seiner Vorstellung zum neuen Trainer des HC Lugano zusammen mit Praesidentin Vicky Mantegazza, am Donnerstag, 6. Mai 2021, in Lugano. (KEYSTONE/Ti-Press/Samuel Golay)

Vicky Mantegazza (rechts, neben McSorley) will, dass Lugano endlich wieder Meister wird. Bild: keystone

Und nun also Chris McSorley. Mit einem Dreijahresvertrag. John Slettvoll erfüllte seine Mission Meistertitel zum ersten Mal im dritten Vertragsjahr.

Kann das Experiment gelingen? Nur dann, wenn Chris McSorley Lugano sportlich sozusagen neu erfindet. Lugano ist seit den ruhmreichen 1980er Jahren «erfolgssüchtig»: Viele Emotionen, hohe Erwartungen, die seit 2006 nicht erfüllt werden.

Kader wird umgebaut

Aber Lugano ist seit 2006 nicht mehr «erfolgshungrig» in dem Sinn, dass längerfristig, geduldig, beharrlich und demütig auf ein grosses Ziel hingearbeitet wird. «Erfolgssucht» verlangt halt nach sofortiger Befriedigung.

Was bei McSorley auch entscheidend ist: Er braucht die Spieler, die seine Hockey-Philosophie umzusetzen vermögen. Sie sollten schnell, bissig, kräftig und taktisch folgsam und leidensfähig sein. Physisch und psychisch. Was in der aktuellen Mannschaft nicht ganz alle sind.

L'entraineur genevois Chris McSorley, parle au telephone apres l'annulation de la rencontre suite a un ecran geant lumineux au milieu de la patinoire, lors du match du championnat suisse de hockey sur glace de National League A, entre le Lausanne Hockey Club, LHC, et le Geneve-Servette HC, ce vendredi 23 octobre 2015 a la patinoire de Malley a Lausanne. (KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)

McSorley wird für neue Spieler alle Hebel in Bewegung setzen. Bild: KEYSTONE

Und er braucht noch etwas: Einen starken Torhüter. John Slettvoll hatte diesen grossen Goalie mit Thierry Andrey.

Luganos Sportchef Hnat Domenichelli ist gerade daran, die Option Cory Schneider (35) zu prüfen. Der Vertrag des amerikanisch-schweizerischen Doppelbürgers läuft aus. Die Frage ist, ob der ehemalige NHL-Titan, zuletzt im Farmteam versenkt, nach wie vor fit ist.

New York Islanders goaltender Cory Schneider skates onto the ice during a break in a team hockey practice, Tuesday, Jan. 5, 2021, at the Islanders' practice facility in East Meadow, N.Y. (AP Photo/Kathy Willens)
Cory Schneider

Cory Schneider steht bei den New York Islanders auf dem Abstellgleis. Bild: keystone

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