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US-Aussenminister Pompeo warnt in Prag vor China und Russland – am «Höflichkeitsbesuch»



US-Aussenminister Mike Pompeo hat in Prag vor Gefahren der Zusammenarbeit mit China und Russland gewarnt. Konkret ging es um die milliardenschweren Pläne für einen Ausbau des Atomkraftwerks Dukovany, das knapp 200 Kilometer von Deutschland entfernt ist.

«Wenn diese Länder versuchen, euch zu drangsalieren, werden wir an eurer Seite stehen.»

Mike Pompeo

Eine Kooperation mit russischen und chinesischen Nuklearfirmen würde «die nationale Unabhängigkeit der Tschechischen Republik untergraben», sagte der Republikaner nach einem Treffen mit dem tschechischen Regierungschef Andrej Babis am Mittwoch.

«Wenn diese Länder versuchen, euch zu drangsalieren, werden wir an eurer Seite stehen», versicherte Pompeo seinem Gastgeber. Der US-Politiker äusserte sich zudem zu den Demonstrationen in Belarus nach der Wahl am Sonntag.

U.S. Secretary of State Mike Pompeo, left, his wife Susan Pompeo, right, the Prime Minister of Czech Republic Andrej Babis, second left, and his wife Monika Babis, second right, arrive for a group photo during a meeting in Prague, Czech Republic, Wednesday, Aug. 12, 2020. U.S. Secretary of State Mike Pompeo is in Czech Republic at the start of a four-nation tour of Europe. Slovenia, Austria and Poland are the other stations of the trip. (AP Photo/Petr David Josek, Pool)

Pompeo und seine Frau trafen am Nachmittag auf der Prager Burg ein - zusammen mit Premier Babu und dessen Frau. Bild: keystone

«Wir wollen, dass die Menschen in Belarus die Freiheiten erhalten, die sie einfordern», sagte der 56-Jährige. Friedliche Proteste müssten geschützt werden. Was in Belarus geschehe, sei «unvorstellbar», kritisierte Babis und forderte Reaktionen seitens der EU.

Weitere Themen waren die Verteidigungskooperation und die Sicherheit der neuen 5G-Mobilfunknetze. Pompeo wiederholte seine Warnungen vor einer angeblichen Bedrohung durch chinesische Telekommunikationskonzerne wie Huawei. In Tschechien steht die Versteigerung der 5G-Frequenzen bevor.

Pompeo auf «Höflichkeitsbesuch»

Ein Zusammentreffen des US-Chefdiplomaten mit dem tschechischen Staatsoberhaupt Milos Zeman war mit Spannung erwartet worden. Der 75 Jahre alte Präsident pflegt gute Beziehungen zu Russland.

Pompeo traf am Nachmittag auf der Prager Burg ein. Die US-Seite sprach von einem «Höflichkeitsbesuch». Eine Pressekonferenz war nicht vorgesehen. Eine Gemeinsamkeit sei die positive Haltung der beiden Politiker zu Israel, sagte Zemans Sprecher im Radio Zet.

Die nächsten Stationen der fünftägigen Mitteleuropa-Reise des US-Chefdiplomaten sind Slowenien, Österreich und Polen.

Beim Stopp im slowenischen Ljubljana soll eine gemeinsame Erklärung über die 5G-Sicherheit verabschiedet werden. In Warschau will Pompeo am Samstag einen Vertrag über die Stärkung der US-Truppenpräsenz in dem Nato-Mitgliedstaat unterzeichnen. Dies kommt kurz nach der Ankündigung des US-Präsidenten Donald Trump, einen Teil der amerikanischen Truppen aus Deutschland abzuziehen. (sda/dpa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • rodolofo 13.08.2020 15:19
    Highlight Highlight Wenn Pompeo vor Russland warnt, müsste er konsequenterweise auch vor Trump warnen.
    Aber das hat ihm sein Chef wohl verboten...
  • Winger 13.08.2020 10:32
    Highlight Highlight Also in Tschechien muss der Pompeo nicht unbedingt den Regierungschef auf USA-Kurs umstimmen, sondern eher dessen Chef, Staatspräsident Miloš Zeman. Der Ort des Treffens, Pilsen, wurde gut gewählt. Dieser wurde, anders als andere Teile des Landes, durch US-Truppen von den Nazi-Besatzern befreit. Das ist sicher eine gute Propaganda für die Amerikaner. Aber sonst? Wurde Pompeo eingeladen oder hat er sich selbst eingeladen? Und nun weiter nach Wien. Zu welchem Zwecke?
    In früheren Zeiten stand so etwas in den Zeitungen. Ein Grund wurde angegeben. Aber heute? Wieso geht er nicht auch nach Berlin?
    • Tikvaw 13.08.2020 14:15
      Highlight Highlight "Wieso geht er nicht auch nach Berlin?"

      Weil Angela Merkel böse zu Donny war und er jetzt beleidigt ist.
  • De-Saint-Ex 13.08.2020 09:10
    Highlight Highlight Der US-Aussenminister besucht also das „neue“ Europa... hatten wir das nicht schon mal? Richtig, Bush der II, Irakkrieg.
    Interessant, Österreich gehört neu auch dazu? Oder hat in der Trump Administration niemand mitbekommen, dass die FPÖ nicht mehr mit in der Regierungsverantwortung steht?
  • Denkblase 12.08.2020 23:38
    Highlight Highlight politisches Geplänkel wie Kalter Krieg 2.0? Muss das sein?!

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