Raumfahrt
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The SpaceX Falcon 9 rocket lifts off over Cocoa Beach, Fla., at Cape Canaveral Air Force Station, Monday, Dec. 21, 2015. The rocket, carrying several communications satellites for Orbcomm, Inc., is the first launch of the rocket since a failed mission to the International Space Station in June. (Craig Rubadoux/Florida Today via AP)  NO SALES; MANDATORY CREDIT

Die Rakete über dem Cocoa Beach in Florida.
Bild: AP/Florida Today

Dieser Raketenstart hat Geschichte geschrieben: So unglaublich war das SpaceX-Unterfangen



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Der Start und die Landung – der Bleistift-Vergleich folgt ab 10:30.
YouTube/R U Ready?

In der Kommandozentrale von SpaceX gibt es kein Halten mehr. Das private Unternehmen hat soeben Geschichte geschrieben: Zum ersten Mal ist es gelungen, die Trägerrakete «Falcon 9» Richtung All zu schiessen und anschliessend wieder landen zu lassen. Das Teil ist so gross wie ein 14-stöckiges Hochhaus.

Ein SpaceX-Sprecher, der das Ereignis live kommentiert hat, veranschaulicht an einem Beispiel, was das für ein unglaubliches Unterfangen war:

«Es ist, als würde man einen Bleistift über das Empire State Building schiessen und auf der anderen Seite auf einer Schuhschachtel wieder landen lassen – in einem Unwetter.»

Bild

Screenshot: SpaceX

200 Kilometer über der Erde schwebte der Raketenträger, bevor er wieder zur Erde zurückkehrte. Eine grosse Genugtuung und Erleichterung für den Pionier Elon Musk und die SpaceX-Mitarbeiter – denn noch im Juni war ein ähnliches Unterfangen gescheitert. Damals hätte die Rakete auf einer Plattform auf dem Meer landen sollen, sie explodierte aber zwei Minuten nach dem Start.

Seit dem missglückten Start wurde «Falcon 9» noch einmal aufgebessert. Zum Beispiel wurde der Flüssigsauerstoff, mit dem die Rakete betrieben wird, auf Minus 206 Grad Celsius heruntergekühlt, das sind rund 5 Grad kühler als zuvor. Eine wichtige Rolle bei der Landung spielten zudem Gitterflossen, mit denen man die Rakete bei der Landung steuern kann – diese gab es jedoch schon bei der Vorgängerversion der Rakete.

Während die zweite Raketenstufe 11 Satelliten in den Orbit brachte, kehrte die erste um und landete sanft auf der «Landing Zone 1» in Cape Canaveral. Warum das so revolutionär ist? Lässt sich die Trägerrakete tatsächlich wiederverwenden, und das wird sich erst in ein paar Jahren zeigen, kann viel, viel Geld gespart werden.

Jedes Mal, wenn bei einem Raketenstart die Starthilfsrakete in den Ozean fällt, entsteht Abfall in Millionenhöhe. Oder wie es SpaceX-Gründer Elon Musk ausdrückt: «Es ist, als würde man nach einem transkontinentalen Flug eine ganze Boeing 747 wegwerfen.»

Wird die Raumfahrt deutlich erschwinglicher, kann man auch viel mehr Missionen starten. «Das macht mich sehr zuversichtlich, dass es eine Stadt auf dem Mars geben kann», sagte Musk. «Darum geht es eigentlich.»

Musk will auf den Mars: «Darum geht es»

Elon Musks Traum einer Recycling-Rakete ist bei Raumfahrtexperten umstritten. Bei einem Start würde ein viel zu grosser Schaden entstehen, so der Tenor. Viele glauben, er verschwende damit nur Geld und Ressourcen – das ist mitunter ein Grund, warum es die grossen Unternehmen wie Nasa oder Boeing gar nicht erst probiert haben. 

Tatsächlich ist der Meilenstein von letzter Nacht noch lange kein Garant dafür, dass Recycling-Raketen zum neuen Standard werden. Sie sicher landen zu lassen, ist das eine. Die Rakete dann auch noch weitere Male einsetzen zu können, das andere. Selbst Elon Musk gibt zu, dass es noch mehrere Jahre Forschung braucht, um das möglich zu machen.

Musk wird dabei keine Zeit verschwenden – denn die Konkurrenz schläft nicht. Erst letzten Monat gelang es Blue Origin, dem Unternehmen von Amazon-Gründer Jeff Bezos, eine Rakete wieder zu landen. Diese war jedoch viel kleiner und flog weniger hoch, was einen direkten Vergleich nicht möglich macht. (rey)

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6 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
Teslaner
22.12.2015 12:45registriert April 2015
"Es sei nicht machbar" war der Tenor. Und jetzt hat es ein privater geschafft mit einem kleineren Budget als Boeing und andere.
Dasselbe macht er bei den Autos. Etablierte Firmen schwören auf Benzin und versuchen die Elektroindustrie schlecht zu reden. Elon Musk kommt und zeigt es den Benzinern richtig. Siehe Tesla Model S.
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glüngi
22.12.2015 13:19registriert January 2015
wahnsinn, tolle leistung, weiter so.
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6

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