Familie
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Die Schweiz belegt laut Unicef-Studie bei Familienfreundlichkeit den letzten (!!!) Platz



ARCHIV - Eine Tagesmutter geht am 15. September 2010 in Lyss im Kanton Bern mit den dreijaehrigen Larissa und Ben (von rechts), ihrer eigenen, gleichaltrigen Tochter Galena und der einjaehrigen Iwana im Wagen spazieren. - Der Bundesrat haelt Steuergutschriften für Familien mit Kindern nicht fuer sinnvoll. Stattdessen will er mit 100 Millionen Franken Betreuungsangebote fuer Kinder unterstuetzen. Ziel ist es, dass mehr Eltern eine Arbeit aufnehmen koennen. Erst letztes Jahr hat das Parlament die Starthilfe für Krippen und Tagesschulen um vier Jahre zu verlaengert und dafuer 120 Millionen Franken zur Verfuegung gestellt. Dieses Programm lauuft seit 2003 und fuehrte zur Schaffung von rund 48'000 neuen Betreuungsplaetzen. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Bild: KEYSTONE

Bei der Familienfreundlichkeit rangiert die Schweiz gemäss einer neuen Studie des Uno-Kinderhilfswerks Unicef in Europa auf dem letzten Platz. Die familienfreundlichsten Regeln und Gesetze gibt es demnach in Schweden, dahinter folgen Norwegen und Island.

Das schreibt Unicef in einem am Donnerstag in New York veröffentlichten Bericht. Ebenfalls in die Top Ten der 31 untersuchten Länder schafften es Deutschland, Estland, Portugal, Dänemark, Slowenien, Luxemburg und Frankreich. Noch vor dem Schlusslicht Schweiz liegen Grossbritannien, Zypern und Griechenland.

Schlechte Noten hat die Schweiz namentlich für den Mutterschaftsurlaub bekommen und den im Gesetz nicht verankerten Vaterschaftsurlaub. Allerdings gewähren einige Unternehmen mehr als die gesetzlich vorgeschriebenen 14 Wochen Mutterschaftsurlaub, und auch Väter erhalten eine Auszeit.

Bild

bild:unicef

Thema im Schweizer Parlament

Ein gesetzlich vorgeschriebener Vaterschaftsurlaub wird zurzeit diskutiert. Hängig ist eine Volksinitiative für vier Wochen Vaterschaftsurlaub. Ein indirekter Gegenvorschlag aus dem Parlament sieht zwei Wochen Auszeit für Väter vor. Voraussichtlich diskutiert der Ständerat noch in der laufenden Session über das Thema.

Der Bundesrat lehnt beide Forderungen ab, mit Verweis auf individuelle Lösungen in Gesamtarbeitsverträgen und in Betrieben. Priorität haben für die Landesregierung der Ausbau der familien- und schulergänzenden Betreuungsangebote für Kinder und ein Betreuungsurlaub für Eltern von schwer kranken Kindern.

Im Mittelfeld der Unicef-Rangliste liegt die Schweiz bei der Quote der unter Dreijährigen, die in eine Kita oder eine Vorschule gehen - sie wird mit 30 Prozent angegeben. Vorschulkinder im Alter von mehr als 3 Jahren werden zu 66 Prozent in Kitas betreut. Mit dieser Quote liegt die Schweiz auf dem zweitletzten Platz der Rangliste.

Empfehlungen von Unicef

Für den Bericht hat Unicef unter anderem das Angebot im Jahr 2016 an bezahltem Mutter- und Vaterschaftsurlaub und an Betreuungsangeboten für Kleinkinder unter drei Jahren und im Vorschulalter untersucht.

Jedes Land sollte mindestens sechs Monate bezahlten Elternurlaub anbieten und ausreichend bezahlbare Betreuungseinrichtungen für Kleinkinder sicherstellen, forderten die Autoren des Berichts.

Die Unicef untersuchte ursprünglich jedoch 41 Länder mit hohem und mittlerem Einkommen. Zehn dieser 41 Staaten konnten jedoch nicht genügend Daten liefern, um einen Vergleich zu ermöglichen. Dies relativiert das für die Schweiz schlechte Ergebnis immerhin ein wenig. (sda/dpa/mim)

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com (umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

31 Spielplätze des Grauens

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Wohltätiges Engagement: Zwei Frauen und ein Ehepaar mit Prix Sana 2020 ausgezeichnet

Ein Ehepaar aus dem Kanton Zürich und zwei Frauen aus der Westschweiz sind am Freitag für ihr wohltätiges Engagement mit dem Prix Sana 2020 ausgezeichnet worden. Sie erhalten je 10'000 Franken.

Ausgezeichnet wurden Jean-Harry-Rolf und Regina Etzensperger aus Watt im Kanton Zürich, wie die Fondation Sana am Freitag mitteilte. Die beiden Sozialpädagogen und Eltern von fünf Kindern haben gemäss Mitteilung immer wieder Jugendliche mit Beeinträchtigungen oder aus sozial benachteiligten Familien …

Artikel lesen
Link zum Artikel