Deal zwischen USA und Iran soll auf dem Bürgenstock unterzeichnet werden
Die USA und der Iran wollen Ende Woche ihren Deal in der Schweiz besiegeln. Lange wurde davon ausgegangen, dass dies in Genf erfolgen wird – unweit von Évian, wo in diesen Tagen der G7-Gipfel tagt.
Wie «Schweiz Heute» nun aber berichtet, findet das Gespräch auf dem Bürgenstock statt. Das sollen zwei voneinander unabhängige «zuverlässige Quellen» dem Portal zugetragen haben. Im Resort sollen derzeit bis Sonntag keine Reservationen mehr möglich sein, heisst es. Die Vorbereitungen auf den Event seien bereits im Gange.
Am Nachmittag bestätigte das EDA den Bericht gegenüber watson. «Eine solche Unterzeichnung ist aktuell für den Freitag, 19. Juni auf dem Bürgenstock vorgesehen», heisst es in einer Stellungnahme. Der Standort sei von den beiden Konfliktparteien gemeinsam mit den Mediatoren Pakistan und Katar vorgeschlagen worden.
Einschränkungen in Nidwalden
Auch der Kanton Nidwalden bestätigte am frühen Dienstagabend, dass der Bürgenstock als Standort geplant sei. Aus Sicherheitsgründen wäre mit Einschränkungen aufgrund vorübergehender Sperrungen zu rechnen, heisst es in einer Mitteilung.
Aufgabe des Kantons Nidwalden wird es vor allem sein, für die Sicherheit der Bevölkerung und derjenigen zu sorgen, die an der Unterzeichnung auf dem Bürgenstock teilnehmen. Neben der Kantonspolizei Nidwalden werden zusätzliche Polizeikorps, die Armee und weitere Partner im Einsatz sein. Die Vorbereitungen liefen auf Hochtouren, teilte die Kantonspolizei Nidwalden am Dienstag mit.
«Wir setzen alles daran, um einen ungestörten Verlauf sicherzustellen - und so den Weg zu ebnen für einen erfolgreichen Ausgang des Treffens», erklärte die Nidwaldner Sicherheitsdirektorin Karin Kayser-Frutschi (Mitte) in der Mitteilung.
Für die Bevölkerung im Kanton Nidwalden heisst dies, dass es vor und während der Unterzeichnung des USA-Iran-Deals zu Einschränkungen kommen wird, etwa im Strassenverkehr, im Luftraum oder auf Wanderwegen. Details dazu sollen ab Mittwoch auf der Homepage des Kantons Nidwalden aufgeschaltet werden.
Die Schweiz fungiere als Vermittlerin und schaffe die notwendigen praktischen und diplomatischen Voraussetzungen für die Durchführung dieses Treffens auf ihrem Territorium. Weitere Details gibt es bislang nicht.
Es wäre bereits der zweite grosse geopolitische Gipfel im Kanton Nidwalden innert weniger Jahre: 2024 fand am selben Ort ein grosser Ukraine-Gipfel statt. Damals waren etwa der ukrainische Staatspräsident Wolodymyr Selenskyj, die damalige US-Vizepräsidentin Kamala Harris oder der französische Staatspräsident Emmanuel Macron anwesend.
Die Konferenz endete mit einer gemeinsamen Erklärung, die von 85 Staaten und Institutionen unterzeichnet wurde und in der insbesondere die territoriale Integrität der Ukraine bekräftigt wurde.
Deal-Bekanntgabe am Montagabend
Schon am Sonntag gab ein hochrangiger US-Regierungsbeamter bekannt, dass US-Präsident Donald Trump und Vizepräsident JD Vance das entsprechende Dokument für ein Rahmenabkommen digital unterzeichnet haben. Von iranischer Seite habe der Parlamentspräsident und Chefunterhändler Mohammed Bagher Ghalibaf unterschrieben. Aus Teheran gab es zunächst keine Bestätigung dafür.
Nach wochenlangen Verhandlungen hatten sich die USA und der Iran am Sonntag auf das Abkommen verständigt, über dessen Inhalt noch nicht viel bekannt ist. Viele Stimmen bewerteten den Deal als Zwischenschritt in einem diplomatischen Prozess mit noch vielen Hürden. (dab, mit Material von Keystone-SDA)
