Kommt jetzt der Teilzeit-Master?

Studenten sollen früher arbeiten

30.11.14, 03:25 30.11.14, 07:55

Staatssekretär Mauro Dell'Ambrogio ist der Meinung, dass Studentinnen und Studenten vermehrt während des Master-Studienganges in ihrem späteren Beruf zu arbeiten beginnen sollen. Dell'Ambrogio hält eine Diskussion über einen Teilzeit-Master für notwendig.

Der Chef des Staatssekretariats für Bildung, Forschung und Innovation will seinen Vorstoss nicht als Vorwurf an Studenten verstanden wissen, die ihr Studium künstlich in die Länge zögen. Da aber bei längeren Ausbildungszeiten die Jungen später ins Berufsleben einsteigen, «sollten sie bereits während ihres Studiums die Möglichkeit haben, einer Arbeit nachzugehen».

Staatssekretär Mauro Dell'Ambrogio will die Schweizer Studenten früher arbeiten lassen.  bild: KEYSTONE

Dabei schweben dem Tessiner nicht irgendwelche Nebenjobs vor. «Mir geht es darum, dass die Studenten schon während ihrer Ausbildung in ihrem späteren Beruf arbeiten sollten», sagte er im Interview mit der «NZZ am Sonntag». Damit lasse sich – als «mögliche Nebenmassnahme» – sicherstellen, dass die Schweiz weniger Fachkräfte aus dem Ausland holen müsse.

Ohne Job kein Master

Ausserdem sieht Dell'Ambrogio seinen Vorschlag als Selektionsinstrument für die Studienzulassung: Er könne sich vorstellen, «dass eine Hochschule ihre Master-Studiengänge nur noch Studenten anbietet, die bereits einen Teilzeitjob in diesem Bereich gefunden haben». Das Studium einer Fachrichtung wäre dann nur möglich, wenn es dafür Stellen in der Wirtschaft gibt. 

Dell'Ambrogio räumt eine gewisse Ähnlichkeit des Plans mit einer Berufslehre auf tertiärer Stufe ein. «Es ergibt ja wenig Sinn, wenn man in Branchen, in denen keine Stellen vorhanden sind, die Ausbildung weitertreibt.»

Gespräche mit den Hochschulrektoren habe er zu seiner Idee noch nicht geführt. Eine solche Änderung könne man nicht «von oben herab» befehlen. «Die Hochschulen sind innovativ, ich bin überzeugt, dass auch der Teilzeit-Master früher oder später eingeführt wird.» 

Auf Stufe Universität käme für Dell'Ambrogio beispielsweise die Rechtswissenschaft, Betriebswirtschaft oder die Lehrerausbildung als Felder für einen Teilzeit-Master in Frage. An Fachhochschulen werde ein Teil der Master-Ausbildung heute auch schon berufsbegleitend angeboten. (feb/sda)

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.
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  • Rheinpfeil 30.11.2014 13:23
    Highlight vielleicht sollte man nicht drumherumreden, sondern einen Blick nach Deutschland wagen und das dort immer populärere duale Studium. Schon während des Studiums ist man angestellter des Unternehmens, verdient Geld, Praxis- und Hochschulsemester wechseln sich ab. Mit Semesterferien ist natürlich nichts mehr, man hat nur die in D üblichen 30 Tage Ferien. Aber welcher Bachelor- oder Masterstudent kann es sich denn noch leisten, ein Vierteljahr in der Sonne zu liegen? Übrigens: Die Zeiten, dass Dusl-Studierer als zweitklassig galten und weniger verdienten, sind längst vorbei. Die Unternehmen schätzen inzwischen sehr, dass diese Studenten ihr theoretisches Wissen permanent in der Praxis anwenden
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  • Gibaue 30.11.2014 09:32
    Highlight Gerade die Studiengänge BWL, Recht und Lehrausbildung sind 1. die in welchen es kaum ewige Studenten gibt, 2. reichlich Jobs nach Abschluss des Studims gibt für alle Studenten die man ausbildet und 3. sowieso praktisch alle nach dem Bachelor arbeiten gehen müssen, da sie sonst grösste Mühe haben nach dem Master ohne Berufserfahrung einen Job zu finden.
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