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Mehr Probleme für Huawei: Japans Firmen beugen sich US-Sanktionen



Der chinesischen Huawei-Konzern verliert durch die US-Sanktionen auch Zugang zu Technologie aus anderen Ländern. So stoppte der japanische Elektronik-Riese Panasonic am Donnerstag die Lieferungen einiger Bauteile an den Netzausrüster und Smartphone-Anbieter.

Hintergrund ist die US-Regelung, dass Produkte aus anderen Ländern ebenfalls amerikanischen Exportkontrollen unterliegen können, wenn mehr als 25 Prozent ihres Werts aus den USA kommen.

Panasonic teilte mit, man müsse «Transaktionen mit Huawei» und 68 Tochterfirmen der Chinesen, die von den Sanktionen der US-Regierung betroffen sind, «suspendieren». Geprüft werde, welche Produkte im einzelnen unter die US-Sanktionen fallen könnten. Im vergangenen Jahr hatte Huawei Komponenten im Wert von rund sechs Milliarden Dollar von japanischen Unternehmen wie Panasonic erhalten.

60 Millionen Smartphones im Quartal

Huawei verkaufte allein im ersten Quartal dieses Jahres 60 Millionen Smartphones. Bricht der Absatz als Folge der US-Sanktionen ein, wird das auch gravierende Folgen für bisherige Huawei-Zulieferer haben, die nicht direkt von den Einschränkungen betroffen sind. So könnte dadurch zum Beispiel Geschäft für den japanischen Sony-Konzern wegbrechen, der Kamerasensoren an Huawei liefert.

Auch japanische Mobilfunk-Betreiber legten den Verkauf neuer Huawei-Geräte auf Eis oder wollen keine neuen Aufträge mehr annehmen - aus Sorge, dass Google Dienste wie Android für den chinesischen Konzern nicht mehr zur Verfügung stellen könnte. Zuvor hatten bereits britische Mobilfunk-Anbieter den Vertrieb von Huawei-Smartphones zum anstehenden Start der superschnellen 5G-Netze abgesagt.

Schwarze Liste

Die USA hatten Huawei vergangene Woche auf eine schwarze Liste von Unternehmen gesetzt, deren Geschäftsbeziehungen zu US-Partnern strengen Kontrollen unterliegen. US-Präsident Donald Trump begründete seine Schritte mit Sicherheitsbedenken gegen Technik aus China. Auch da die Vorwürfe bislang nicht konkret belegt wurden, sehen viele Experten die Sanktionen im Kontext des Handelskonfliktes zwischen den USA und China.

Ein ranghoher Huawei-Manager nannte das Vorgehen der USA am Donnerstag einen «gefährlichen Präzedenzfall». Die Sanktionen stünden im Widerspruch zu den Werten der internationalen Geschäftswelt, sagte der stellvertretende Vorsitzender von Huawei, Hu Houkun, in Potsdam bei einer Konferenz des Hasso-Plattner-Instituts (HPI).

Unfaire Einschränkungen

«Die US-Regierung erlegt Huawei sehr unfaire Einschränkungen auf, auf der Grundlage unbegründeter Anschuldigungen», sagte Hu. Sein Unternehmen habe darauf reagieren können. «Aber wer weiss, was als nächstes kommt, wenn sich dieses Verhalten so fortsetzt?» Heute gehe es gegen Huawei, «morgen könnten es Ihre Branche, Ihr Unternehmen und Ihre Verbraucher sein.»

Hu lobte, dass Deutschland und andere europäische Staaten den USA nicht folgten. Statt Gefühlsentscheidungen brauche es klare Sicherheitsstandards und unabhängige Überprüfungen für Unternehmen.

Kritik am Vorgehen der USA äusserte erneut auch die chinesische Regierung. «Die beste Reaktion auf das Mobbing der USA ist, wenn chinesische Unternehmen weiter wachsen und sich entwickeln», sagte Gao Feng, ein Sprecher des chinesischen Handelsministeriums.

Washington habe «die vitalen Interessen der relevanten Unternehmen und Länder verletzt», sagte Lu Kang, ein Sprecher des chinesischen Aussenministeriums. Im zuletzt eskalierten Handelsstreit sei Peking bereit zurück an den Verhandlungstisch zu kehren. «China ist offen für einen Dialog, aber Aufrichtigkeit ist unabdingbar», sagte der Sprecher weiter.

Für Huawei wird die Luft durch die Einschränkungen dünner. US-Chiphersteller, die wichtige Zulieferer von Huawei sind, können demnach nur noch eingeschränkt Geschäfte mit den Chinesen machen. Zudem erschweren die US-Massnahmen für Huawei den Zugang zum Google-System Android.

Auch der britische Chipdesigner ARM, der zum japanischen Konzern Softbank gehört, stellte nach Informationen der BBC die Geschäftsbeziehungen zu Huawei ein. Ohne eine Lizenz der Briten dürfte Huawei keine Prozessoren auf ARM-Basis entwickeln. Huaweis eigene Kirin-Prozessoren für Mobiltelefone basieren auf der ARM-Architektur. Eine Sprecherin des taiwanischen Chip-Fertigers TSMC sagte unterdessen der «Financial Times», dass die Firma weiterhin Huawei beliefern werde. (sda/awp/hpi)

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