Pokémon Go
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epa05421030 A group of people play the new game 'Pokémon Go' on their smartphones in Union Square in New York, New York, USA, 11 July 2016. The new game was released 08 July and has players playing in a virtual world that corresponds to their actual GPS location.  EPA/JUSTIN LANE

Bild: JUSTIN LANE/EPA/KEYSTONE

Russe spielt «Pokémon Go» in der Kirche – und entgeht nur knapp der Lagerhaft



Ein Blogger, der in einer Kirche «Pokémon Go» gespielt hatte, ist von einem russischen Gericht zu dreieinhalb Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden. Mit seiner Aktion habe Ruslan Sokolowski religiöse Gefühle verletzt, begründete das Gericht in der Uralmetropole Jekaterinburg am Donnerstag das Urteil.

Die Anklage hatte dreieinhalb Jahre Lagerhaft beantragt. Sokolowski beteuerte seine Unschuld. Er hatte im Sommer 2016 einen Video-Clip ins Internet gestellt. Darin ist zu sehen, wie er in einer orthodoxen Kirche das Smartphone-Spiel «Pokémon Go» spielt. In dem Spiel wird auf echten Strassen und in Gebäuden nach virtuellen Figuren gesucht.

«Ich finde, das ist fast ein Freispruch», sagte Sokolowski. «Ich bin froh, dass ich in Freiheit bleibe.» Der 22-Jährige kündigte an, er werde nun für den Bürgermeister von Jekaterinburg, Jewgeni Rojsman, arbeiten. Rojsman hatte sich in dem Verfahren für Sokolowski eingesetzt. Menschenrechtler kritisierten den Prozess.

Sokolowski hatte sein «Pokémon»-Video in der Blut-Erlöser-Kathedrale, der grössten Kirche von Jekaterinburg, gedreht. An dem Ort der heutigen Kirche waren 1918 der letzte russische Zar Nikolaus II. sowie dessen Familie von Bolschewisten ermordet worden.

Der bekannte Oppositionspolitiker Alexei Nawalny kommentierte den Prozess am Donnerstag auf Twitter. «Ich bin in der Sowjetunion geboren und aufgewachsen, wo 98 Prozent der Bürger Atheisten waren», schrieb der bekannte russische Oppositionelle. «Und jetzt höre ich ein Urteil, bei dem ein Mann für Atheismus verurteilt wird.» (oli/sda/dpa)

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