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Angespannte Stimmung vor dem Berner Fixerstübli an der Hodlerstrasse: Maskierte Sicherheitsleute und Gassenarbeiter versuchen, die Abstand-Regeln auch bei den Süchtigen durchzusetzen. bild: watson

Im Berner Fixerstübli gehen die Masken aus – jetzt droht eine offene Drogenszene

Vor der Berner Drogenanlaufstelle kommt es wegen den Abstandregeln zu Gewaltausbrüchen: Die Corona-Krise trifft auch die Suchtkranken direkt. Für das Personal ist die Situation «extrem belastend». Nun gibt es ein weiteres Problem. Ein Augenschein vor Ort.



Vor dem Fixerstübli an der Berner Hodlerstrasse liegen die Nerven blank. Ein Süchtiger tritt mit einem Kung-Fu-Kick gegen die Glasscheibe der Bushaltestelle vis à vis und reiht sich dann in die mit Gittern abgesteckte Warteschlange ein. «Die Klienten brauchen ihren Stoff. Wenn sie schon nur wenige Minuten warten müssen, sind sie am Limit», sagt ein Security-Mitarbeiter mit Schutzmaske zum watson-Reporter.

Abstand halten: Wie überall in der Schweiz gilt auch bei den Schweizer Drogenanlaufstellen das neue BAG-Regime. Darum müssen sich die Süchtigen in einer Reihe aufstellen und warten, bis sie eintreten und ihren Stoff konsumieren dürfen. Nur noch 40 Menschen dürfen sich gleichzeitig im Berner Fixerstübli aufhalten.

Die ungewohnte Wartezeit zerrt an den Nerven: «Die Aggressionen sind spürbar. Wir sind uns vieles gewohnt, aber die Situation ist für unser Personal wie auch die Klienten extrem belastend», sagt Rahel Gall, Leiterin von Contact, welche die Anlaufstelle betreibt. Viele Süchtige seien gesundheitlich angeschlagen und hätten generell Mühe mit Veränderungen.

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Bei der Drogenanlaufstelle an der Berner Hodlerstrasse dürfen nur noch 40 Süchtige gleichzeitig rein. Die Nerven liegen blank. bild: watson

Eine weitere Gruppe reiht sich vor dem Tor ein. «Wann kann ich mir endlich meinen Schuss setzen?» – die Anspannung ist den Süchtigen ins Gesicht geschrieben. «Es gab auch schon Gewaltausbrüche im Inneren der Anlaufstelle», erklärt Gall.

Sämtliche Mitarbeitenden von Contact und die Sicherheitsleute sind mit Schutzmasken ausgerüstet. Doch es gibt ein Problem: Die Masken-Vorräte reichen nur noch für wenige Tage. «Wenn wir keine Masken mehr haben, müssen wir zumachen. Die Sicherheit unserer Mitarbeitenden hat oberste Priorität», so Gall.

«Wenn wir keine Masken mehr haben, müssen wir zumachen.»

Rahel Gall

Eine Schliessung des Fixerstüblis wäre nicht nur für die Süchtigen ein Worst-Case-Szenario: «Wenn wir die Anlaufstelle schliessen müssen, ist mit einer Szenenbildung von Dealern und Konsumenten auf der Strasse oder öffentlichen Plätzen zu rechnen», so Gall.

Beim Bollwerk wartet ein Süchtiger auf den Bus. Zuerst verzieht er die Augen, als ihn der Reporter anspricht. Dann sagt der Mittdreissiger: «Es ist wirklich gerade sehr schwierig für uns. Der Staat soll uns einfach Geld geben.»

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78Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Marcel1979 21.03.2020 15:36
    Highlight Highlight Es sollte doch möglich sein das die Grundversorgung sichergestellt werden kann. Die Kantone sollten sofort handeln oder wollt ihr das sich eine neue Gasse bildet weil die k&A s zumachen müssen? Ich hoffe das sich da schnell was tut den auch Personen mit einem suchtproblem hat das recht in ruhe konsumieren zu können meiner Meinung nach
  • Gubbe 20.03.2020 23:46
    Highlight Highlight Wenn der Typ wie beschrieben, fähig ist, mit einem Kick eine Scheibe einzuschlagen, würde ich ihn abweisen. Mit Bedauern kommt man da nicht weit.
    Die Masken sind aus, und, die Allermeisten hatten noch gar keine.
  • Demetria 20.03.2020 23:12
    Highlight Highlight Hm, ich hab noch ein paar Masken rum liegen die mein Bruder vor langer Zeit mal angeschleppt hat plus eine Gasmaske vom Heimwerkern, leider ohne Filter aber besser als nichts. Mal sehen, ob man die nicht per Post schicken kann. Ich werds morgen mal versuchen. Wir werden die eher nicht brauchen. Mein Bruder hat sie nie verwendet, weil er mit seiner halben Lunge darunter keine Luft bekommt. Medizinisch ist es nicht mehr steril genug aber für als Übertragungsschutz könnts noch reichen. Wenn ein paar andere Heimwerker ebenfalls den Schrank ausmisten, könnte man vielleicht genug zusammen bekommen.
  • Lightning makes you Impotent (LMYI) 20.03.2020 18:24
    Highlight Highlight Die Schweiz hat es versäumt, Maskenvorräte in genügend grosser Anzahl anzulegen. Hoffentlich kommt endlich die Binnenproduktion auf Touren! In den asiatischen Ländern hatten sie eines immer genug, Masken!!
  • nadasagenwirjetzteinfachmal 20.03.2020 18:14
    Highlight Highlight wenn wir davon ausgehen, dass Sucht eine Krankheit ist, dann müsste der Bund jetzt rasch handeln für Menschen welche ihr Sucht nicht legal stillen können.

    Alle bis jetzt bekannten Suchtkranken - welche Fixerstuben etc. besuchen - sollen ihr Suchtmittel und Lebensmittel nach Hause geliefert werden mit der Auflage, das Haus nicht zu verlassen.

    Mit Süchtigen in diesem Sinne meine ich weder Alkohol noch Tabak, denn der kann legal erworben werden.

    Ebenfalls meine ich damit nicht Cannabis, denn nach Meinung der legaliz ist Befürworter, macht Cannabis ja nicht süchtig.
  • Pointer 20.03.2020 16:32
    Highlight Highlight Wie ist das eigentlich bezüglich des Coronavirus: Ist für Drogenabhängige das Risiko grösser, schwer zu erkranken?
    • nadasagenwirjetzteinfachmal 20.03.2020 18:15
      Highlight Highlight warum Blitze? Natürlich haben Suchtkranke ein erhöhtes Risiko, da Suchtkranke auf der Gasse in der Regel an anderen Krankheiten leiden und meist in mindestens 1 Risikogruppe sind.
    • Pointer 20.03.2020 18:19
      Highlight Highlight Leute, warum blitzt ihr diese Frage? Gebt mir lieber eine Antwort!
    • Corakel 20.03.2020 18:56
      Highlight Highlight Oftmals haben Suchtkranke ein geschwächtes Immunsystem und gehören daher zur Risikogruppe.
    Weitere Antworten anzeigen
  • SeboZh 20.03.2020 16:14
    Highlight Highlight Weil die meisten Suchtkranken ein sehr geschwächtes Immunsystem haben, müsste dort nur ein angesteckter sein uns es sterben viele. Dazu kommt dass wohl keiner von ihnn je getestet wird... Da leider in unserer Gesellschaft zu wenig relevant
  • Toerpe Zwerg 20.03.2020 15:16
    Highlight Highlight Nützen nun Masken oder nutzen Masken nichts?
    • xlt 20.03.2020 15:32
      Highlight Highlight Das hängt von der Maske und des Anwendungsfalles ab.
    • Super 20.03.2020 16:02
      Highlight Highlight Maske ist nicht gleich Maske.
      Masken die das medizinische Personal üblicherweise trägt dient zum Schutze der Patienten, nicht des Personals.
      Hingegen existieren sehr wohl Masken die den Benutzer schützen. Diese sind in allen möglichen Schutzkategorien zu haben, in diesem Fall scheinen sich FFP2 und FFP3 Partikelschutzmasken am besten zu eignen.


      Ich kann die den Link hier empfehlen:

      https://fastlifehacks.com/n95-vs-ffp/
    • PlayaGua 20.03.2020 16:11
      Highlight Highlight Keine Ahnung, wieso die Leute blitzen, statt zu antworten.
    Weitere Antworten anzeigen
  • SeboZh 20.03.2020 15:06
    Highlight Highlight In Belgien nähen Gefängnissinsassen schutzmasken... Wäre dies bei uns auch eine Option?
    • Abraham Colombo 20.03.2020 19:42
      Highlight Highlight In Belgien nähen Gefängnissinsassen unter anderem auch Tangas.
  • R.R 20.03.2020 14:38
    Highlight Highlight "Der staat soll jns einfach geld geben" ähm sorry. Krise heisst, dass alle den gürtel enger schnallen müssen, auch drögeler
    • sickkicks21 20.03.2020 14:42
      Highlight Highlight Bestes Wortspiel
    • Christof Brügger 20.03.2020 15:14
      Highlight Highlight Das heisst also, wenn Sie chronisch krank sind, bekommen Sie auch keine Medis mehr?
    • Benutzer144 20.03.2020 16:14
      Highlight Highlight Der mit dem „Gürtel enger schnallen, auch drögeler“ ...

      Merkste selber, oder?
    Weitere Antworten anzeigen
  • PlayaGua 20.03.2020 14:18
    Highlight Highlight Das BAG sagt doch immer, dass Masken nichts brächten. Wieso brauchen sie diese also?
    • unknown_user 20.03.2020 14:54
      Highlight Highlight Das BAG sagt dass Masken dem Ottonormalbürger beim Spazierengehen nichts bringen. Bei Gesundheits oder Sicherheitspersonal ist die jedoch nicht so.
  • mille_plateaux 20.03.2020 12:59
    Highlight Highlight Die Ultima Ratio darf nicht Selbstverantwortung™ sein. Sondern Nächstenliebe.

    Die Schwächsten trifft's am Härtesten. Suchtkranke, Obdachlose, Sexarbeitende – wer ohnehin schon am Existenzlimit lebt, hat nicht viele Sicherheiten. Ich hoffe inständig, dass diese Leute jetzt nicht vergessen gehen.
    • rudolf_k 20.03.2020 14:02
      Highlight Highlight Dieser Beitrag wurde gelöscht. Bitte beachte die Kommentarregeln.
    • freeLCT 20.03.2020 15:34
      Highlight Highlight @mille_plateaux:

      Was ist deine Ansicht, auf welcher Grundlage (bzw. in welcher Gesellschaftsform/-darstellung) die sogenannte "Nächstenliebe" am nachhaltigsten gewährleistet sein kann?

  • Eyeore 20.03.2020 12:49
    Highlight Highlight Es scheint als ob die offene Szene kaum verhinderbar ist. Gäbe es zumindest die Möglichkeit einen öffentlichen Platz zur Verfügung zu stellen? Gibt es hier in Bern oder auch Zürich überlegungen? Wie ist der Stand in Zürich?
    • Garp 20.03.2020 14:30
      Highlight Highlight Willst Du einen neuen Platzspitz?

      Es müssen Masken her und die Fixerstübli dürfen nicht vergessen gehen.
    • 34RS90 20.03.2020 14:41
      Highlight Highlight Bei dir zuhause?
    • Eyeore 20.03.2020 15:04
      Highlight Highlight Lieber Garp
      Ich will ganz sicher keinen neuen Platzspitz. Ich bin mit einer offenen Drogenszene aufgewachsen und weiss wie beschissen das ist. Masken können aber auch nicht einfach hergezaubert werden. Anscheinend ist die Schweiz nicht fähig diese selber herzustellen und zuerst gehen die Masken zum Pflegepersonal. Deshalb sehr ich es immer noch als bessere Lösung an, den Fixern eine bestmögliche Infrastruktur an einem öffentlichen Platz zur Verfügung zu stellen als sie sich einfach selbst zu überlassen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Randalf 20.03.2020 12:43
    Highlight Highlight
    Ja, schon klar. Schwierige Zeiten für"häsch mer en Schtutz", aber wenn man ihnen schon ein Fixerstübli anbietet, sollen sie das auch respektieren und sich zusammenreissen.
    • loree_n 20.03.2020 13:15
      Highlight Highlight Als nicht Süchtiger siehst du das so, als Süchtiger siehst du eben nur dich und deinen nächsten Schuss
    • sheshe 20.03.2020 13:57
      Highlight Highlight Soll ich dir mal den Zucker wegnehmen? Wir sind alle süchtig und lassen und tagtäglich verführen!
    • Ökonometriker 20.03.2020 14:16
      Highlight Highlight @Randalf: und die ganzen Betrunkenen sollen gefälligst nicht so viele Autounfälle bauen, sondern sich beim Fahren ein bisschen zusammenreissen und sich auf den Verkehr konzentrieren?

      So funktioniert das leider nicht mit den Betäubungsmitteln...
    Weitere Antworten anzeigen
  • sheshe 20.03.2020 12:34
    Highlight Highlight Sucht ist eine Krankheit und das Fixerstübli für die Süchtigen ein Spital. Begreifft das doch bitte endlich!
    • PeteZahad 20.03.2020 13:51
      Highlight Highlight Auch im Spital werden momentan zu Behandelnde je nach dem zurückgewiesen resp. müssen warten.
    • little.saurus 20.03.2020 16:55
      Highlight Highlight @Peter
      Nicht Medikamente ab denen Menschen süchtig sind. Man kann nicht einfach jemanden auf der Strasse auf Entzug setzen! Man gibt den Parkinson Patienten auch nicht einfach die Medikamente erst nach 3 Tagen. Man gibt den Hausmüttern die Temesta zum schlafen brauchen auch nicht einfach keins mehr. Einem Krebspatienten gibt man auch nicht einfach keine Opiate mehr. Es geht um Sucht und nicht um ein Dafalgan!
    • PeteZahad 20.03.2020 22:26
      Highlight Highlight @little.saurus Ich bin ganz deiner Meinung hab nur darauf hingewiesen, dass der direkte Vergleich hinkt.
  • Der Wahrsager 20.03.2020 12:25
    Highlight Highlight Dieser Beitrag wurde gelöscht. Bitte beachte die Kommentarregeln.
    • Chrigu91 20.03.2020 12:36
      Highlight Highlight Der Kommentar, auf den du Bezug nimmst, wurde bereits entfernt.
    • Badummtsss 20.03.2020 12:37
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    • Tschounsy 20.03.2020 12:37
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  • Kerzenständer*in 20.03.2020 12:24
    Highlight Highlight Aber ja, legalisiert doch Drogen! Eine sehr gute Idee lol...
    • Marko_32 20.03.2020 12:35
      Highlight Highlight Hast du schon mal eine offene Fixer Drogenszene gesehen? Die Drogenabgabe hat definitv geholfen sehr grosse Probleme zu entschärfen.
    • auloniella 20.03.2020 12:44
      Highlight Highlight Meine Fresse du weisst schon dass eine kontrollierte Abgabe und Ersatzdrogen die offene Szene enorm verringert haben oder?

      Eine Legalisierung würde die internationalen Netzwerke treffen und so dem Krieg in Südamerika endlich veringern.
      Aber klar nicht einmal die Zusammenhänge überlegen, ne einfach los auf die Schwächsten. ...
    • rburri38 20.03.2020 13:20
      Highlight Highlight Niemnad will zudem harte Drogen legalisieren, aber weiche wie Gras. Dass Heroin grundsätzlich verboten sein muss ist glaube ich jedem klar... jedoch muss man nicht die Süchtigen kriminalisieren, das bringt niemandem etwas.
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  • John Steam in the snail hole 20.03.2020 12:22
    Highlight Highlight Mein Mitleid hält sich in Grenzen...
    • Silent_Revolution 20.03.2020 12:38
      Highlight Highlight Komisch, dachte geht euch bei den Massnahmen um Solidarität mit den Schwächsten.
    • ingmarbergman 20.03.2020 12:39
      Highlight Highlight Wer keine Ahnung hat, sollte keine Kommentare schreiben.
    • R10 20.03.2020 12:43
      Highlight Highlight Ich glaube nicht, dass sich diese Menschen freiwillig und spasseshalber in dieser Lage befinden...
      Eine offene Szene bringt auch für die Allgemeinheit nur Nachteile, nicht nur für die Konsumenten.

      Mitleid ist nicht nötig, aber Ausgrenzung und Verachtung gegenüber diesen Leuten helfen ebenfalls nicht.
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