Schweiz
Geheimdienste

Behörde warnt vor «erheblichem Risiko» für Nachrichtendienst

Behörde warnt vor «erheblichem Risiko» für Nachrichtendienst

13.03.2026, 10:1613.03.2026, 10:28

Die Verschärfung der geopolitischen Lage und der Frust der Mitarbeitenden stellen «ein erhebliches Risiko» für den Nachrichtendienst des Bundes dar. Zu diesem Schluss kommt die Aufsichtsbehörde in einem neuen Bericht.

Serge Bavaud, Direktor des Nachrichtendienst.des Bundes, NDB, zieht eine erste Bilanz nach seinem Amtsantritt im vergangenen November, am Donnerstag, 26. Februar 2026, in Bern. (KEYSTONE/Peter Schneid ...
NDB-Direktor Serge Bavaud.Bild: keystone

Die Unzufriedenheit der Mitarbeitenden des Nachrichtendienstes des Bundes (NDB) wegen der Umstrukturierung könnte von ausländischen Nachrichtendiensten instrumentalisiert werden, schreibt die Unabhängige Aufsichtsbehörde über die nachrichtendienstlichen Tätigkeiten (AB-ND) in einem diese Woche veröffentlichten Bericht.

Ausländische Geheimdienste könnten nämlich dieses Unbehagen dazu benutzen, an klassifizierte Informationen zu kommen oder sicherheitspolitische Institutionen beeinflussen, heisst es weiter. Zuerst hatte Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) am Freitag in der Sendung «Heute Morgen» darüber berichtet.

Verbesserungspotenzial

Nach Ansicht der AB-ND könnte der Nachrichtendienst bei der Bearbeitung konkreter Verdachtsfälle wachsamer sein. Es falle dem NDB schwer, eine strenge Linie zu verfolgen, selbst wenn bei bestimmten Mitarbeitenden Risikohinweise vorlägen.

Verbesserungspotenzial gebe es zudem bei den Personensicherheitsprüfungen im Rekrutierungsprozess. Auch würden während oder nach Beendigung eines Arbeitsverhältnisses zu wenige spezifische Massnahmen zur Verringerung des Spionagerisikos getroffen. Die AB-ND formulierte zu all diesen Punkten mehrere Empfehlungen.

Anstehende Gesetzesrevision

Grundsätzlich befand die AB-ND die internen Richtlinien und Massnahmen des NDB als gesetzeskonform. Positiv bewertete sie, dass der NDB für die Behebung von Mängeln auf die anstehende Revision des Nachrichtendienstgesetzes setze.

Der Bundesrat hatte Ende Januar die Vorlage zur Revision des Nachrichtendienstgesetzes zuhanden des Parlaments verabschiedet. Damit will er dem NDB mehr Instrumente zur Früherkennung von Bedrohungen geben. Doch auch die Aufsicht über den NDB will er stärken.

BA ermittelt

Die AB-ND analysierte Sicherheitsvorfälle zwischen 2023 und Juli 2025. Dabei wurde kein Fall von Spionage im Zusammenhang mit einem NDB-Mitarbeiter entdeckt. Informationslecks an die Presse könnten laut dem Bericht zur Destabilisierung instrumentalisiert werden. Die AB-ND begrüsst, dass der NDB in solchen Fällen die Strafverfolgungsbehörden einschalte.

In einem mutmasslichen Spionage-Fall im NDB, der sich vor diesem Zeitraum ereignete, ermittelt zur Zeit die Bundesanwaltschaft (BA). Dabei geht es um die Weitergabe sensibler Informationen aus der Cyber-Abteilung des NDB an Russland. (dab/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
19 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
19
Polizei-Grosseinsatz in Regensdorf ZH – mutmasslicher Täter festgenommen
Die Kantonspolizei Zürich hat den Schützen in Regensdorf verhaften können. Verletzte gab es keine. Der Mann hatte am frühen Dienstagmorgen mehrmals geschossen.
Der Einsatz sei beendet, sagte eine Sprecherin der Kantonspolizei auf Anfrage von Keystone-SDA. Nähere Informationen sollen folgen. Um 4.15 Uhr meldeten sich Anwohner bei der Kantonspolizei, weil sie mehrere Schüsse gehört hätten. Die Einsatzkräfte, die sofort ins Neubauquartier beim Bahnhof ausrückten, hörten diese ebenfalls.
Zur Story