Wirtschaft
Konsum - Detailhandel

Migros mit Milliardengewinn nach Verkäufen

Orangen Migros Einkaufswagen stehen bereit in der Tiefgarage der Migros Appenzell, fotografiert am Mittwoch 23. Juli 2025 im Appenzell. (KEYSTONE/Gaetan Bally)
Ein Mann in der Tiefgarage bei der Migros in Appenzell.Bild: KEYSTONE

Migros mit Milliardengewinn nach Verkäufen – doch das Kerngeschäft schwächelt

24.03.2026, 09:0224.03.2026, 09:25

Die Migros hat 2025 dank dem Verkauf von Tochterfirmen einen Milliardengewinn erzielt. Der Reingewinn schnellte auf 1,1 Milliarden Franken hoch von 419 Millionen im Vorjahr. Im Kerngeschäft verlor die Migros Marktanteile an die Konkurrenz.

Der Betriebsgewinn (EBIT) kletterte auf 1,2 Milliarden Franken, nachdem er im Vorjahr 484 Millionen betragen hatte. Grund für den steilen Anstieg seien vor allem Sondereffekte aus Unternehmensverkäufen, teilte der Detailhandelsriese am Dienstag in einem Communiqué mit.

Gesamthaft trieben 2025 die Einmaleffekte den EBIT um 400 Millionen Franken nach oben. Im Vorjahr war es umgekehrt gelaufen: Da hatten die Restrukturierungen und Abschreiber das Ergebnis des Migros-Konzerns 2024 um 440 Millionen Franken nach unten gedrückt. Am stärksten hatte damals der Ausstieg aus dem Fachmarktgeschäft zu Buche geschlagen. So hatte sich der Konzern unter anderem von SportX, Melectronics, Bikeworld, Do it + Garden, Obi, Micasa, Misenso oder Bestsmile getrennt.

2025 wurde die Kosmetiktochter Mibelle veräussert und der Verkauf des Reiseveranstalters Hotelplan Group vollzogen. Nach ihrem grössten Konzernumbau ihrer Geschichte konzentriert sich die Migros künftig auf die Bereiche Detailhandel, Finanzdienstleistungen und Gesundheit.

Ohne Einflüsse des Konzernumbaus ist die Profitabilität 2025 allerdings zurückgegangen. Der Betriebsgewinn ohne Sondereffekte fiel 2025 auf 812 Millionen Franken von 924 Millionen im Vorjahr.

Mehr Umsatz im fortgeführten Geschäft

Wie bereits im Januar bekannt gegeben, sank der Umsatz der Migros-Gruppe im Jahr 2025 um 1,9 Prozent auf 31,9 Milliarden Franken. In der Umsatzzahl seien noch Anteile verkaufter Unternehmen enthalten. «Ein direkter Vergleich mit dem Vorjahr ist deshalb nur eingeschränkt möglich», schrieb die Migros.

Ein Mitarbeiter raeumt Gemuese ein, neben einem Schild mit der Aufschrift "Tiefpreis" in der Migros Limmatplatz, aufgenommen anlaesslich einer Medienkonferenz zu Neuerungen in den Migros-Sup ...
Im Vergleich zur Konkurrenz konnte die Migros im Kerngeschäft weniger wachsen.Bild: KEYSTONE

In den verbleibenden Geschäftsfeldern sei der Umsatz dagegen um 1,1 Prozent auf 29,4 Milliarden Franken gestiegen. Deutlich zugelegt hätten insbesondere der Onlinehändler Digitec Galaxus und die Gesundheitsdienstleistungen mit den Medbase-Praxen, hiess es weiter.

Allerdings verliert der Migros-Konzern in seinem Kerngeschäft Marktanteile an die Konkurrenz: Die Migros-Läden (+0,1 Prozent) und Denner (+0,9 Prozent) sind im vergangenen Jahr nur schwach gewachsen, während der Gesamtmarkt (+1,9 Prozent) deutlich zulegte. Anders sieht es beim Onlinehändler Galaxus und dem Gesundheitsanbieter Medbase aus. (awp/sda)

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Die beliebtesten Kommentare
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Ahura
24.03.2026 09:15registriert Februar 2024
Einmalig die Gewinne verzerren mit Ausschlachtung des Betriebs.
Kein Zeichen des Erfolgs, höchstens der Verzweiflung.
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Strohhut
24.03.2026 09:07registriert Oktober 2015
Liebe Migros

Bitte noch ein bisschen sparen und nochmals 3-4 Kassierer mit 4000 chf Lohn entlassen. Dann klappts auch nächstes Jahr mit 1Mia Gewinn.

Auf liebe Genossinnen!
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Weisch na?
24.03.2026 09:48registriert November 2022
Also, zusammengefasst: der Konzern wurde zerschlagen, einmalig der Gewinn hochgedrückt, aber im Kerngeschäft, auf welches man sich eigentlich fokussieren möchte, hat man nichts erreicht.
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