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Wer sich für Flüchtlinge einsetzt, bekommt's von den Fans gedankt.
Wer sich für Flüchtlinge einsetzt, bekommt's von den Fans gedankt.
Bild: EPA/DPA

Diese Promis engagieren sich für Flüchtlinge: Wen findest du am glaubwürdigsten?

Egal, wo man hinschaut: Die Flüchtlingskrise ist das Thema Nummer eins. Dass es sich für prominente Personen lohnt, für Flüchtlinge zu kämpfen, zeigt dieses Listicle. Am Ende darfst du abstimmen, wer mit seiner Arbeit am ehrlichsten rüberkommt.
11.09.2015, 08:3626.05.2020, 20:46

Die Flüchtlingskrise wirbelt jede Menge Staub auf: Personen, die sich öffentlich rassistisch äussern, bekommen – zum Glück – ziemlich schnell einen auf den Deckel. Menschen, die sich umgekehrt für Flüchtlinge einsetzen, ernten dafür Applaus.

Unter diesen «Helferlein» befinden sich auch eine Menge prominenter Persönlichkeiten. Dass diese sich nur deshalb einsetzen, um selbst Profit daraus zu schlagen, soll hier in keiner Weise suggeriert werden. Dennoch lässt sich nicht leugnen, dass die betroffenen Personen in gewisser Weise auf der «Gewinner»-Seite stehen.

Greis

Die deutsche Version von «Santa Maria».

Der Schweizer Rapper Greis hat die Flüchtlingskrise zum Anlass genommen, ein Lied darüber zu schreiben. Doch damit nicht genug: Die Einnahmen, die durch den Song «Santa Maria» zusammenkommen, will der Musiker der Flüchtlingshilfe vom Roten Kreuz spenden. Solche Aktionen kommen gut an und die Medien schreiben darüber. Zwar hat es Greis mit seinem Song bisher noch nicht in die Charts geschafft, für Aufmerksamkeit hat er aber dennoch gesorgt.

«Ensemble»

Schweizer Promis singen zu Weihnachten «Ensemble».

Dass Musik, die zur Solidarität aufruft, gut ankommt, haben die Produzenten des Weihnachts-Songs «Ensemble» bereits vor einem halben Jahr bewiesen. Denn Gilbert Gress, Luca Hänni und Co. haben damit im Dezember 2014 die Charts gestürmt. Der Song wurde 40'000 Mal kostenpflichtig heruntergeladen und hat somit Doppel-Platin eingeheimst.

Die Gewinner sind in diesem Fall übrigens nicht nur die Prominenten, die im Video zu sehen sind – sondern auch die Migros, die bei dieser Aktion als Strippenzieher fungiert hat.

«Wir sehen nicht weg»

«Blick» Seite 1 am 1. September 2015.
«Blick» Seite 1 am 1. September 2015.

Darüber hinaus gibt es in der Schweiz derzeit noch keine berühmten Persönlichkeiten, die sich in der Flüchtlingskrise besonders stark hervortun – und somit aus der Masse stechen. Sich engagieren – und entsprechend positiv in den Medien dargestellt werden – wollen aber dennoch einige von ihnen, wie die Blick-Aktion «Wir sehen nicht weg» gezeigt hat.

Til Schweiger

Praktisch jede Woche in den Schlagzeilen: Til Schweiger.
Praktisch jede Woche in den Schlagzeilen: Til Schweiger.
Bild: EPA/APA

Ganz vorne mit dabei ist Til Schweiger, der mit seinem Engagement seit Wochen immer wieder für Schlagzeilen in der deutschen – aber auch der schweizerischen – Presse sorgt. Angefangen hat alles mit einem Hass-Kommentar auf seiner Facebook-Seite. Diesen hatte der Schauspieler verfasst, nachdem zahlreiche Leute auf seinen Spendenaufruf rassistisch reagiert hatten. Hier ein Auszug:

«Ihr seid zum Kotzen! Wirklich! Verpisst Euch von meiner Seite!»

Kurz darauf die nächste Schlagzeile: «Til Schweiger schreitet zur Tat: Mit einem eigenen Flüchtlingsheim». Weil die Internet-Community auf diese Meldung teilweise mit Spott reagiert hatte, liess sich Schweiger erneut zu einem Hass-Kommentar auf Facebook hinreissen. Wieder einen Monat später schlägt er in einer Talkshow vor, man könne rechte Demonstranten doch mal für eine Nacht wegsperren. Dafür kassiert der Schauspieler eine Anzeige wegen Volksverhetzung – was ihn jedoch nicht davon abhält, den Kläger öffentlich auf Facebook zu verhöhnen. Mehr Aufmerksamkeit kann sich ein Promi kaum wünschen.

Anja Reschke

Einen regelrechten «Bekanntheits-Boost» nimmt ARD-Moderatorin Anja Reschke aus der Flüchtlingskrise mit. Wussten bisher in der Schweiz wahrscheinlich nur die wenigsten Leute etwas mit ihrem Namen anzufangen, hat sich dies Anfang August schlagartig geändert.

Denn der bewegende Kommentar, den Reschke in den «Tagesthemen» gesprochen hat, verbreitete sich im Internet wie ein Lauffeuer. Mehr als 6,7 Millionen Mal wurde das Video inzwischen aufgerufen, ausserdem wurde der Beitrag auf Facebook rund 140'000 Mal geteilt und ebenso oft geliked.

Sigmar Gabriel

Der deutsche Vizekanzler im Gespräch mit Flüchtlingen in Frankfurt.
Der deutsche Vizekanzler im Gespräch mit Flüchtlingen in Frankfurt.
Bild: EPA/DPA

Auf dem politischen Parkett ist es vor allem der deutsche Vizekanzler Sigmar Gabriel, der mit seinem Einsatz in der Flüchtlingskrise eindeutig medienträchtig agiert. Es sind hauptsächlich seine klaren Forderungen, die ihn regelmässig ins Rampenlicht rücken. So verlangte er beispielsweise Ende August härtere Strafen für Rechtsradikale.

«Für die gibt's nur eine Antwort: Polizei, Staatsanwaltschaft und nach Möglichkeit für jeden, den wir da erwischen, das Gefängnis», so der SPD-Politker. Andererseits sind es aber auch Positiv-Schlagzeilen wie «Gabriel hält 500'000 Flüchtlinge pro Jahr für verkraftbar», die einer breiten Öffentlichkeit vermitteln sollen, dass dieser Politiker wirklich etwas bewegen will.

Joko und Klaas

Mit Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf bringt man vor allem Spass, albernen Blödsinn und lustige Streiche in Verbindung. Dank ihrer Sendung «Circus HalliGalli» profitieren sie von einer riesigen Fangemeinde, die ihnen auf diversen Social-Media-Kanälen folgt. Und genau diesen Vorteil haben die beiden Berufs-Spassvögel genutzt, um ausnahmsweise mal völlig ernst vor ihr Publikum zu treten und eine klare Botschaft zur Flüchtlingskrise zu platzieren.

Und diese ist eingeschlagen wie eine Bombe. Kaum ein Medium hat nicht darüber berichtet. «Die Moderatoren Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf haben sich als Humanisten entpuppt. Ein Coming-out genau zur richtigen Zeit», schreibt die «Zeit», der «Tagesanzeiger» nennt sie «Die Mutbürger» und die Fans feiern die beiden Moderatoren, indem sie das Video anschauen und es unzählige Male twittern und teilen.

Oliver Pocher

Oliver Pocher gehört ebenfalls eher zur Spassvogel-Fraktion. Doch während Joko und Klaas einen sehr ernsten Ansatz gewählt haben, um die Flüchtlingskrise zu thematisieren, ist Pocher seiner gewohnt provokanten Art treu geblieben. Er ist mit einem Kamerateam ins ostdeutsche Heidenau gefahren – einen Ort, der in den Medien derzeit vor allem mit Schlagwörtern wie «Fremdenhass» und «Ausschreitungen» in Verbindung gebracht wird.

Auf der Suche nach dem «Nazi-Pack» sorgt er für Irritation – und lustige Situationen, indem er beispielsweise eine verdutzte Briefträgerin fragt, wo die «Pack-Station» sei, da er hoffe, dort das ganze «Pack» zu finden. Seine Fans haben Spass, zahlreiche Medien greifen die Geschichte auf und verbreiten das Video weiter – und Oliver Pocher kann sich dank der beiden Heidenau-Clips über rund eine Million neue Klicks auf seinem Youtube-Account freuen.

Angelina Jolie

Königin Elizabeth II. ehrt Jolie für ihren Kampf gegen sexuelle Gewalt in Kriegsgebieten.
Königin Elizabeth II. ehrt Jolie für ihren Kampf gegen sexuelle Gewalt in Kriegsgebieten.
Bild: AP PA

Mit Angelina Jolie bringt man schon seit geraumer Zeit nicht mehr nur die Schauspielerei in Verbindung. Denn über ihr soziales Engagement wird seit Jahren mindestens genauso oft berichtet wie über ihre berufliche Karriere – oder den sonstigen Klatsch und Tratsch, der sich gerade anbietet.

Jetzt, da das Thema Flüchtlinge in aller Munde ist, vergeht erst recht kein Tag mehr, an dem die Ehefrau von Brad Pitt nicht in irgendeiner Schlagzeile erwähnt wird. Und das weiss die kluge Geschäftsfrau offensichtlich zu nutzen. Gerüchten zufolge ist die Familie nämlich derzeit in London auf Haussuche. Der Grund: Jolie möchte sich mehr für Flüchtlinge in Europa einsetzen.

«Wird sie jetzt zum neuen Politik-Star?», schreibt die «Gala» und wählt so eine Schlagzeile, die der engagierten Frau sicher nicht missfallen wird.

Die Ärzte

«Schrei nach Liebe» von 1993.

Die deutsche Rockband «Die Ärzte» gehört ebenfalls zu den «Profiteuren» der Flüchtlingskrise, denn dank der Aktion Arschloch! hat ihr Song «Schrei nach Liebe» 22 Jahre nach Erscheinen noch einmal spontan die Charts gestürmt – und sich dort Platz 1 unter den Nagel gerissen.

Diesen Erfolg hat die Band allerdings nicht selbst herbeigeführt. Es war viel mehr ein deutscher Musiklehrer, der mit seiner Aktion erreichen wollte, dass der Anti-Nazi-Song wieder im Radio gespielt wird und in den Charts nach oben klettert. Die Aktion ist geglückt, «Die Ärzte» freuen sich und spenden die Einnahmen der Organisation «Pro Asyl».

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