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Guterres und Steinmeier eröffnen Schlussteil der UNO-Klimakonferenz



UNO-Generalsekretär Antonio Guterres hat in Bonn die Schlussrunde der Klimakonferenz mit einem Appell an die Staaten eröffnet, beim Klimaschutz weiter und schneller voranzugehen. Der Klimawandel sei «die bestimmende Gefahr unserer Zeit».

Es gelte, die Treibhausgasemissionen zu verringern, Anpassungen zu verstärken und den schwächsten Opfer des Klimawandels finanziell zu helfen. Noch letztes Jahr seien schätzungsweise 825 Milliarden Dollar in fossile Brennstoffe und Wirtschaftsbereiche mit hohen Emissionen investiert worden.

Dies seien «Investitionen in eine nicht nachhaltige Zukunft». Die Wirtschaft profitiere, wenn sie klimafreundlich ausgerichtet werde. Ein Mittel dazu sei der Emissionshandel, ein «Schlüsselinstrument» zum Senken der Treibhausgasemissionen.

Es müsse das Ziel aller sein, «eine sichere Welt des Friedens, Wohlstands, der Würde und Möglichkeiten für alle Menschen auf einem gesunden Planeten zu errichten».

Konkret handeln

Nach Guterres richtete sich der deutsche Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier an die Delegationen aus rund 200 Staaten. Er betonte dabei die Verantwortung der Industriestaaten gegenüber Entwicklungsländern und kleinen Inselstaaten.

Angesichts der jetzt schon schwerwiegenden Folgen der Erderwärmung müsse das 2015 geschlossene Pariser Klimaabkommen konsequent umgesetzt werden, sagte Steinmeier. «Ein wirklicher Durchbruch war Paris nur dann, wenn wir der Vereinbarung jetzt auch Taten folgen lassen.» Alle seien nun «in der Pflicht, konkret zu handeln» und dabei sei Eile geboten.

Anspielung auf die USA

Der Bundespräsident lobte die Verhandlungen in Bonn als konstruktiv. Die Beteiligten sollten sich durch «einzelne Rückschläge» bei den weltweiten Klimaschutzanstrengungen nicht abschrecken lassen und weiter auf ein multilaterales Vorgehen setzen.

Die internationale Politik sei «ein schwerfälliger Tanker, vor allem, wenn er einmal richtig in Fahrt gekommen ist», sagte Steinmeier. Mit Blick auf die US-Regierung, die ihren Ausstieg aus dem Pariser Abkommen angekündigt hat, fügte er hinzu, vielleicht wolle «so mancher, der sich heute noch von der Kommandobrücke ins Beiboot verabschiedet, in ein paar Jahren doch wieder an unser grosses Schiff andocken».

«Schicksalsfrage»

Den Reigen der nationalen Erklärungen begann die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel. Der Klimawandel sei «die zentrale Herausforderung der Menschheit». Diese «Schicksalsfrage» entscheide über das Wohlergehen aller.

Deshalb müsse das Pariser Klima-Abkommen umgesetzt werden, mit Vertrauen und Verlässlichkeit. Paris sei erst der Anfang. Auch Deutschland müsse konkrete Schritte unternehmen. Das sei auch für ihr Land nicht einfach. Sie räumte ein, dass noch «ein ganzes Stück fehlt».

Bei den laufenden Koalitionsgesprächen gehe es etwa bei der Kohlefrage auch um Arbeitsplätze. Das seien harte Fragen, die zu lösen seien. Ihr Land stehe aber zum Ziel der Dekarbonisierung, das auch die G7 der führenden sieben Industrieländer beschlossen habe.

Der Ministerteil der Klimakonferenz geht am Donnerstag weiter. Dann wird sich auch die Schweizer Bundespräsidentin Doris Leuthard an die Konferenzteilnehmer richten. Die UNO-Klimakonferenz endet offiziell am Freitag. (sda)

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