Astronomie
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Galaxie

Allmähliches Verblassen: Auch das Universum muss vergehen. Bild: Shutterstock

Langsam, aber sicher: Das Universum stirbt



Nichts dauert ewig, selbst das Weltall muss offenbar sterben: Astronomen haben über 200'000 Galaxien vermessen und daraus die vom nahen Universum ausgesendete Energie bestimmt. Diese nahm in den letzten zwei Milliarden Jahren um die Hälfte ab.

Das Verblassen ist quer über alle Wellenlängen zu beobachten – von Ultraviolett bis zum fernen Infrarot, wie die Europäische Südsternwarte (ESO), an der auch die Schweiz beteiligt ist, am Montag mitteilte. Die Untersuchung ist Teil des internationalen GAMA-Projekts, das hunderttausende Galaxien spektroskopisch vermisst.

«Das Universum wird nun allmählich ins hohe Alter gleiten und entschlummern.»

Simon Driver, University of Western Australia

Dazu haben die Forscher möglichst viele der stärksten Teleskope der Welt eingesetzt, von den Riesenteleskopen der ESO in der chilenischen Wüste bis hin zu den europäischen und US-amerikanischen Raumteleskopen Herschel, Galex und Wise. Die Vermessung deckt laut ESO einen grossen Teil des Weltraums ab.

LA PALMA, CANARY ISLANDS, SPAIN - JULY 13, 2012: William Herschel telescope, sea of clouds sunset in ORM observatory by IAC institute at Roque de los Muchachos in La Palma, Canary, Spain, July 2012.

Blick in den Sonnenuntergang des Alls: Das Herschel-Teleskop bei La Palma auf den Kanaren.  Bild: holbox / Shutterstock

Der Tod des Universums

Messungen in den 90er Jahren erbrachten den verblüffenden Befund, dass sich das Universum immer schneller ausdehnt. Damit war die These des «Big Crunch» erledigt, die annahm, das Universum werde sich wieder in einen Punkt zusammenziehen. Das gilt auch für den «Big Bounce» – also das Modell eines von Urknall zu Urknall oszillierenden Universums. 
In ungefähr 100 Billionen Jahren werden alle Sterne ausgebrannt sein, übrig bleiben dann vorerst nur schwarze Löcher, weisse Zwerge und Neutronensterne. In einer Sextillion Jahren (eine Zahl mit 36 Nullen) werden alle Atome zerfallen sein. Spätestens nach 10 Septendezilliarden Jahren (106 Nullen) sind die letzten schwarzen Löcher verschwunden. Das ist der Wärmetod des Universums («Big Chill»). Alternativ gibt es noch die These des «Big Rip»: Die Expansionsrate des Universums nimmt in diesem Modell immer schneller zu, bis es in einer Art «Endknall» zerreisst. (dhr)

Sämtliche Wellenlängen sind betroffen

Bereits seit den 1990er Jahren ist bekannt, dass das Universum langsam verblasst. Nun steht fest, dass dies über sämtliche Wellenlängen geschieht. «Das Universum wird nun allmählich ins hohe Alter gleiten und entschlummern», sagte Simon Driver von der University of Western Australia.

«Die Sterne beginnen wie flackernde Kerzen zu verblassen und erlöschen einer nach dem anderen. In den Tiefen des Raumes sterben die grossen Himmlischen Städte einfach dahin, die Galaxien, die Denkwürdigkeiten vieler Zeitalter enthielten. Dutzende von Jahrmilliarden vergehen in zunehmender Dunkelheit, gelegentlich durchdringt ein Lichtschimmer die sinkende Nacht, Lichtblitze verzögern ein wenig den Untergang eines Universums, das zu einer Existenz als kosmischer Friedhof verurteilt ist.»

Edward Harrison, englischer Kosmologe, über den Tod des Universums

Die neuen Daten helfen Astronomen, die Bildung und Evolution von verschiedenen Galaxien-Typen zu verstehen, hiess es in der Mitteilung. Die Forscher wollen nun die Energiekarte auf die ganze Geschichte des Universums ausdehnen; dazu sollen bereits geplante neue Riesenteleskope zum Einsatz kommen.

Die Resultate wurden am Montag an der Jahresversammlung der Internationalen Astronomischen Union in Honolulu (Hawaii) vorgestellt. (dhr/sda)

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«Der Tod des Universums.» YouTube/kopf113

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Cluster Flythrough beim GAMA-Projekt.  YouTube/Will Parr

Quiz: Kennst du unser Sonnensystem?

Quiz
1.Unser Mond ist bei grösster Distanz rund 406'000 Kilometer von der Erde entfernt. Welche der anderen sieben Planeten hätten dann zwischen Erde und Mond Platz?
Bild zur Frage
Die fünf kleinsten.
Die fünf kleinsten.
Die sechs kleinsten.
Die sechs kleinsten.
Alle sieben.
Alle sieben.
2.Bis auf Merkur und Venus haben alle Planeten in unserem Sonnensystem Monde. Welcher ist der grösste?
Bild zur Frage
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Titan
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Titan
Ganymed
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Ganymed
Kallisto
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Kallisto
3.Welcher Planet ist kleiner als der grösste Mond?
Sonnensystem, Planeten
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Merkur
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Merkur
Venus
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Venus
Mars
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Mars
4.Jupiter ist der grösste der Planeten in unserem System. Wie gross ist sein Anteil an der Gesamtmasse aller Planeten?
Jupiter
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37 Prozent
52 Prozent
71 Prozent
5.Ein anderes Bild entsteht, wenn das Zentralgestirn, die Sonne, miteinbezogen wird. Wie gross ist deren Anteil an der Gesamtmasse des Sonnensystems?
Sonne
Shutterstock
69,84 Prozent
88,79 Prozent
99,86 Prozent
6.Nichts ist schneller als Licht. Doch benötigt es rund acht Minuten, um von der Sonne zu uns zu gelangen. Wie lange unterwegs ist aber ein Photon, das im Inneren der Sonne entsteht, bis es deren Oberfläche erreicht?
Sonne Eruption
Über 1 Million Jahre.
Über 10'000 Jahre.
Über 10 Jahre.
7.Der Mars ist kleiner als die Erde. Wie gross ist seine Oberfläche, wenn man sie mit der Erdoberfläche vergleicht?
Mars-erde-Grössenvergleich
Nasa
Wasserhalbkugel Erde, Wasserhemisphäre
Wikipedia
So gross wie die gesamte Wasserfläche der Erde.
Landhalbkugel Erde, Landhemisphäre
Wikipedia
So gross wie die gesamte Landfläche der Erde.
Eurasien
Wikipedia
So gross wie Europa und Asien zusammen.
8.Der Mars hat zwei kleine Monde, Phobos und Deimos. Welche der folgenden Aussagen zu den Marstrabanten ist frei erfunden?
Marsmonde Phobos Deimos
Die Oberfläche von Phobos ist so gross wie die Fläche von London.
Phobos ist derjenige Mond im Sonnensystem, der sich am nächsten zu seinem Planeten befindet.
Phobos wird auf seiner Umlaufbahn seinerseits von Deimos umkreist.
9.Unser anderer Nachbarplanet, die Venus, zeichnet sich durch eine spezielle Eigenschaft aus. Welche?
Bild zur Frage
Shutterstock
Sie hat nur am Südpol eine Eiskappe.
Sie besitzt kein Magnetfeld.
Der höchste Vulkan im Sonnensystem befindet sich auf der Venus.
10.Der Planet der Ringe, der Saturn, weist noch eine weitere Besonderheit auf. Welche ist es?
Saturn
Nasa
Er rotiert so langsam, dass ein Tag länger dauert als ein Jahr.
Er hat mehr Monde als der Jupiter.
Seine Dichte ist so niedrig, dass er auf Wasser schwimmen würde.

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