Schweiz
Energie

Ohne AKW: Schweiz kann laut Axpo-Analyse genug Winterstrom produzieren

Noch liefert das AKW Leibstadt Strom für Schweizer Haushalte, doch wie lange?
Die Schweiz kann auch ohne AKW: Das ergibt eine neue Analyse der Axpo (im Bild: Das AKW Leibstadt).Bild: Claudio Thoma

Auch ohne AKW: Schweiz kann laut Axpo-Analyse genug Winterstrom produzieren

24.03.2026, 06:0024.03.2026, 09:05

Die Schweiz kann nach der Abschaltung aller Atomkraftwerke ihre Stromversorgung auch im Winter sicherstellen. Das hat eine Analyse von 50 Experten des Aargauer Energieunternehmens Axpo ergeben.

Doch muss die Schweiz laut dieser Analyse unabhängig vom langfristigen Vorgehen dringend vier wichtige Massnahmen ergreifen.

Erstens sollte die Schweiz den bestehenden Atomkraftwerken einen längeren Betrieb ermöglichen, so dass genügend Zeit verbleibt für den Ausbau anderer Technologien. Das steht in einer am Dienstag veröffentlichten Mitteilung der Axpo zur Analyse der 50 Expertinnen und Experten.

Zweitens sollten die Fördermittel des Bundes künftig primär dem Ausbau des Winterstroms zugute kommen und nicht jenem im Sommer. Drittens brauche es einen schnelleren Ausbau der Windkraft in der Schweiz, denn das Potenzial dafür sei hoch. Viertens brauche es geeignete Rahmenbedingungen für marktaktive Gaskraftwerke zur Absicherung der Schweizer Stromversorgung.

ARCHIV - ZUR DRITTEN ONLINEUMFRAGE VON TAMEDIA ZUR ENERGIESTRATEGIE 2050 AM MITTWOCH, 10. MAI 2017, STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG - Wind turbines at the site of the highest w ...
Bei der Windkraft gibt es noch viel Potenzial: Windturbinen am Griessee im Wallis.Bild: KEYSTONE

Zwei Szenarien – eins mit neuen AKW

Für die langfristige Deckung des Schweizer Strombedarfs sehen die Axpo-Fachleute zwei Szenarien. Das erste besteht aus einer ausgewogenen Mischung aus Wasserkraft, mehr Photovoltaik, deutlich mehr Windkraft sowie einigen marktaktiven Gaskraftwerken als fexible Ergänzung.

Letztere bedienen die aufgrund des Ausbaus der erneuerbaren Energien stetig wachsende Nachfrage nach flexibler Produktion und sichern die Winterversorgung bei kritischen Wetterlagen.

In Szenario 2 entscheidet sich die Schweiz für den Neubau von zwei Kernkraftwerken, wobei diese mit anderen Technologien zusammenwirken, so etwa Wasserkraft, mehr Photovoltaik, mehr Windkraft und auch Gaskraftwerken.

Szenario 2 stehe für das Unternehmen «nicht im Vordergrund», schreibt Axpo, welche in der Schweiz die Kernkraftwerke Beznau I und II betreibt und an zwei weiteren substanziell beteiligt ist. Am Dienstag wollte das Unternehmen die aus mehreren Berichten bestehende «Axpo Energy Reports» an einem Anlass in Zürich der Öffentlichkeit präsentieren.

Bundesrat will Winterstrom-Bonus

Bundesrat und Energieminister Albert Rösti bezeichnete im vergangenen Jahr bei einem Medienanlass auf dem Moléson FR eine sichere Energieversorgung der Schweiz als eines der wichtigsten strategischen Ziele seines Departements.

Er hoffe auf die sogenannten Beschleunigungserlasse für den Ausbau der Produktion und der Netze. Jenen für den Ausbau der Produktion verabschiedete das Parlament im Herbst. Ebenfalls im Herbst gab der Bundesrat bekannt, er wolle die Solarstrom-Produktion bis 2030 stark erhöhen und einen Winterstrom-Bonus für grosse Anlagen einführen.

Der Ständerat beschloss am 11. März, das Verbot des Baus neuer Atomkraftwerke in der Schweiz aus dem Gesetz zu streichen. Der Nationalrat wird sich noch damit befassen.

«Sonnenenergie unterschätzt»

Der Schweizer Branchenverband für Sonnenenergie Swisssolar bezeichnete die Axpo Energy Reports in einer Stellungnahme als wichtigen Beitrag zur energiepolitischen Debatte. In den Berichten würden aber die Dynamik und die Wirtschaftlichkeit der erneuerbaren Energien unterschätzt. (sda)

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ChillDaHood
24.03.2026 06:42registriert Februar 2019
Und wieder. Wir brauchen massiven PV Zubau über der Nebelgrenze und endlich Windkraftzubau. Mir fehlen noch die Speicherkraftwerke. Gasturbinen machen für mich nur Sinn, wenn mit im Sommer aus überschüssigem Strom produzierten Syngas betrieben (=Speicher)
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benn
24.03.2026 06:57registriert September 2019
aha die axpo kommt zum reaultat das sie für den ausbau mehr geld vom steuerzahler braucht! aber die ek haben doch über die letzten jahrzehnte exorbitante gewinne gemacht, wo ist das geld das jetzt gebraucht wird denn hin, etwa zum shareholder?
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bcZcity
24.03.2026 07:41registriert November 2016
Ich kann diese AKW Diskussion nicht mehr hören.

Würden die Bürgerlichen nur 50% der Energie, welche sie für Lobby Politik bezüglich Atomkraft und Umweltverschmutzung verbraten, in Erneuerbare und Umweltschutz stecken, wären wir schon weiter, glücklicher, sicherer.

Und noch für die junge Generation. Atomkraft ist keine Zukunftstechnologie, sondern es sind grosse Dampfmaschinen die viele Kosten und Abfall produzieren der tausende Jahre gefährlich ist. Kernfusion wäre besser, wird aber frühestens in 50 Jahren oder so aktuell.

Erneuerbare, jetzt, für Sicherheit und Unabhängigkeit!
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