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Hier war noch alles unter Kontrolle: Später wurden die Stewards beim EM-Final von einem Fan-Mob überrannt.
Hier war noch alles unter Kontrolle: Später wurden die Stewards beim EM-Final von einem Fan-Mob überrannt.
Bild: keystone

«Für 8.90 pro Stunde lasse ich mich nicht abstechen» – neue Details zum Wembley-Skandal

14.07.2021, 10:3314.07.2021, 12:56

Rund um den EM-Final zwischen England und Italien im Wembley vom Sonntag haben sich erschreckende Szenen abgespielt. Ein Mob von Fans ohne Ticket hat vor Spielbeginn das Stadion gestürmt und sich so unerlaubten Zutritt verschafft.

Nun gab der englische Journalist Andy Lines im Mirror Details zu den Geschehnissen vom Sonntag: «Ich habe mit Entsetzen gesehen, wie sich das furchtbare Geschehen an den Eingängen F und G vor der Partie abgespielt hat. Ich habe mehrere Dutzend gesehen, die über die Drehkreuze gesprungen sind.»

Der Journalist schreibt weiter, dass er mit einem jungen Ordner gesprochen habe, der von einem ticketlosen England-Fan mit einem Messer bedroht wurde. Der junge Mann habe gesagt: «Was hätte ich tun sollen? Ich verdiene 8.90 Pfund die Stunde – dafür lasse ich mich nicht abstechen.»

Sexuelle Übergriffe und traumatisierte Kinder

Weiter berichtet Lines, dass ihm eine junge Frau erzählt habe, dass sie während des Ansturms Opfer eines sehr ernsten sexuellen Übergriffs geworden sei. Ein Mann habe sie bedroht und sei ihr vor den Drehkreuzen sehr nahe gekommen.

Lines schreibt zudem von einem Buben, der völlig traumatisiert war und seinen Vater sogar anflehte, dass er ihn nach Hause bringe. Ein weiterer Fan sagte zu Lines: «Ich habe noch nie so etwas wie Sonntagnacht gesehen. Es ist eine komplette Schande. Ich schäme mich dafür, England-Fan zu sein.»

Die hauptsächlich jungen Männer, welche das Stadion gewaltsam ohne Eintrittskarte stürmten, zwängten sich durch die Drehkreuze und wurden dann teilweise von anderen Fans, die bereits im Stadion waren, verprügelt.

Lines schildert jedoch, dass es sich nicht bloss um junge Männer handelte, die gewaltsam ins Stadion eingedrungen sind: «Ich habe beobachtet, wie ein Vater und sein Sohn – vielleicht zehn Jahre alt – eingebrochen sind. Sie wurden aber gesehen und die Ordner versuchten, sie aufzuhalten. Als man sie aus dem Innenbereich des Stadions führen wollte, brüllte der Vater ‹Lauf!›. Er packte seinen Sohn an der Hand, sie sprinteten durch die Halle und verschwanden in der Menschenmenge.»

Maguires Vater mit Rippenbruch?

Von den Krawallen betroffen war auch der Vater von Harry Maguire. Wie der englische Verteidiger in einem Video-Interview mit der «Sun» berichtet, habe sein Vater Alan mutmasslich Rippenbrüche erlitten, als er vom Mob, der das Stadion stürmte, überrannt wurde. Sein Vater habe anschliessend zudem ein wenig Mühe mit dem Atmen gehabt, so Maguire. Der Papa sei aber ein «Big Man» und sei trotz extremen Schmerzen nicht zum Arzt gegangen, weil er «kein Drama draus machen» wollte. Dennoch sagt Harry Maguire: «Es war kein schönes Erlebnis – es hat ihn erschüttert.» (zap)

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Die unglaubliche Penalty-Saga der Engländer

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