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Google wirft bei Rechten beliebte Parler-App raus

Google wirft bei Rechten beliebte Parler-App raus – Apple stellt Ultimatum

Über das soziale Netzwerk Parler tauschen sich unter anderem radikale Anhänger des abgewählten US-Präsidenten aus.
09.01.2021, 16:3809.01.2021, 16:38

Google bietet bis auf Weiteres die in rechten Kreisen verbreitete Social-Media-App Parler nicht mehr zum Download an. Die Richtlinien von Google verlangten, dass Apps mit nutzergenerierten Inhalten über eigene Richtlinien verfügten, um «ungeheuerliche Inhalte wie Beiträge, die zu Gewalt aufrufen, (zu) entfernen», teilte ein Sprecher von Google am Freitagabend (Ortszeit) auf Anfrage mit.

Auf Parler würden weiterhin Beiträge gepostet, die darauf abzielten, zu Gewalt in den USA anzustacheln. Angesichts der anhaltenden und akuten Bedrohung der öffentlichen Sicherheit werde Parler nicht mehr bei Google Pla verfügbar sein, bis diese Probleme behoben seien.

Apple stellt Ultimatum

Apple hat die Betreiber von Parler aufgefordert, binnen 24 Stunden «alle anstössigen Inhalte aus Ihrer App zu entfernen, sowie alle Inhalte, die sich auf Angriffe auf Personen oder staatliche Einrichtungen jetzt oder zu einem späteren Zeitpunkt beziehen», wie Medien berichten.

Parler müsse einen schriftlichen Plan «zur Moderation und Filterung dieser Inhalte» vorlegen, hiess es in einem Brief an das Unternehmen, der der Nachrichtenagentur Reuters vorliegt. Apple zitierte darin Beiträge von Nutzern, die einen bewaffneten Protest in der US-Hauptstadt Washington planen. Und weiter: «Inhalte, die das Wohlergehen anderer gefährden oder zu Gewalt oder anderen gesetzlosen Handlungen anregen sollen, waren im App Store niemals akzeptabel».

Sturm auf Kapitol vorbereitet

Parler wirbt damit, eine Alternative zu Facebook und Twitter zu sein und sich dem «Schutz der Privatsphäre, der Meinungsfreiheit und der freien Märkte» zu verpflichten.

Die Plattform ist unter Unterstützern des abgewählten US-Präsidenten Donald Trump verbreitet und gewann im Zuge der US-Wahl an Popularität hinzu.

US-Medienberichten zufolge wurden die gewalttätigen Proteste von Trump-Anhängern am Mittwoch, die in der Erstürmung des Kapitols in Washington gipfelten, massgeblich über Apps wie Parler organisiert.

Personen in Trumps Umfeld hatten Parler immer wieder als Alternative zu Twitter oder Facebook beworben, die angeblich konservative Ansichten unterdrückten. Die Sprecherin des Weissen Hauses, Kayleigh McEnany, erklärte Ende Juni auf Twitter, sie habe sich ein Konto bei Parler eingerichtet, weil sie die Nase voll davon gehabt habe, dass Konservative auf diesen Plattformen «zensiert» würden.

(dsc/sda/dpa)

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