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Hat die Super League für diese Saison bereits Feierabend? Bild: KEYSTONE

Saison fertigspielen, Liga aufstocken? Es geht um die Zukunft des Schweizer Profifussballs

Ja oder Nein zum Weiterspielen, Ja oder Nein zur Zwölferliga: Am Freitag entscheiden die Klubs der Swiss Football League, ob die unterbrochenen Spielzeiten in den beiden Profiligen fortgesetzt werden. Noch einmal wird über eine Aufstockung der Super League abgestimmt.



Wie weiter im Schweizer Profifussball? Nach Monaten der Ungewissheit bringt der Freitag Klarheit in den wesentlichsten Punkten. An der ausserordentlichen Generalversammlung der Swiss Football League (SFL) in Bern stimmen die 20 Klubs über das weitere Vorgehen ab. Im Zentrum der unüblich langen Traktandenliste stehen zwei Fragen: Sollen Super League und Challenge League ab dem 19. Juni fortgesetzt werden? Soll die Super League nächste Saison von zehn auf zwölf Teams aufgestockt und die Challenge League damit auf acht Teams verkleinert werden?

Der Antrag der SFL auf eine Fortsetzung kommt dabei zuerst auf den Tisch, die Forderung nach einer Anpassung der Ligen-Grössen von aktuell je zehn Mannschaften auf 12 Super-League- und 8 Challenge-League-Teams im Anschluss. Bei der Frage über die Fortsetzung reicht das einfache Mehr, bei einem ausgeglichenen Ergebnis (10:10, 9:9 etc.) würde die Saison abgebrochen. Für eine Aufstockung der Super League braucht es eine Zweidrittelmehrheit – wie bei der letzten Abstimmung im April, als der Antrag mit dem Ergebnis von 10:10 verworfen wurde.

ARCHIVBILD ZUM SDA-TEXT UEBER PRO- UND CONTRAS GEISTERSPIELE, AM MONTAG, 4. MAI 2020 - Un ballon, lors d'une rencontre amicale de football entre le FC Lausanne-Sport et le FC Sion ce vendredi, 13 mars 2020 au stade olympique de la Pontaise a Lausanne. Le championnat Suisse de football est actuellement suspendu a cause de l'epidemie de Coronavirus (COVID-19). (KEYSTONE/Cyril Zingaro)

Wann rollt der Ball wieder? Bild: KEYSTONE

Tendenz: Weiterspielen, Modus beibehalten

Im ersten Punkt geht die Tendenz Richtung Weiterspielen. In der Challenge League ist die Stossrichtung eindeutig, in der Super League sind die Teams gespalten, wobei die Abstiegskandidaten Sion, Lugano und Xamax vehement für einen Abbruch plädieren. Mit seinem Begehren nach einer Aufstockung der höchsten Liga auf Kosten der zweithöchsten dürfte Challenge-League-Leader Lausanne auch im Fall eines Saisonabbruchs einen schweren Stand haben, zumal die Spielmodi nicht gegeben und noch nicht definiert sind. Das Gros der Challenge League erachtet eine Achterliga in der zweithöchsten Spielklasse als Ding der Unmöglichkeit.

Obwohl es ein demokratisches Verfahren ist, kündigte Sions Patron Christian Constantin mit Verweis auf die per Ende Juni auslaufenden Spielerverträge auch schon ein juristisches Nachspiel an, sollte die Saison fortgesetzt werden. Constantin beruft sich auf das Wettbewerbsrecht, das verletzt würde. «Die Chancengleichheit wäre nicht mehr gewährleistet», sagt er. Für die Befürworter einer Fortsetzung, unter ihnen YB und Basel, sind die auslaufenden Verträge dagegen kein unüberwindbares Hindernis.

Serey Die wäre nicht spielberechtigt

Es ist ein heikler Punkt, die SFL nennt es das «pièce de résistance». Allerdings sieht sich die Ligaspitze diesbezüglich abgesichert: mit einem Übergangsreglement, das im Fall einer Weiterführung greift. In diesem Werk steht unter anderem, dass Akteure, die den Klub wechseln, keine Spielberechtigung für die laufende Saison erhalten. Sion könnte den von Xamax zurückgeholten Geoffrey Serey Die somit nicht einsetzen. Für ihren bisherigen Klub könnten die Spieler, deren Verträge Ende Juni auslaufen, auch im Juli auflaufen, sofern sie sich mit ihrem Arbeitgeber darauf verständigen.

Christian Constantin, president du FC Sion a defie et gagne son pari contre son joueur Geoffroy Serey Die au tir au but ce mercredi 18 avril 2012 apres l'entrainement du club a Martigny. L'Ivoirien a droit a 20 tirs des 18 metres face a son president, ancien gardien de but, Christian Constantin. Geoffroy Serey Die devait en marquer au minimum 14, mais il a perdu son pari. S'il y parvenait, il aurait eu le droit de rouler au volant de la Ferrari de son president durant trois jours. (KEYSTONE/Olivier Maire)

«CC» und Serey Die kennen sich bereits aus früheren Sion-Zeiten. Bild: KEYSTONE

Wie auch immer die Abstimmungen am Freitag ausgehen, so oder so drohen juristische Nachspiele. Im Fall einer Absage geht der Liga rund ein Drittel der jährlichen Einnahmen verloren, bei einer gleichzeitigen Nichtaufstockung der Super League dürfte sich mindestens Lausanne übergangen fühlen. Unstrittig sind dagegen die Vorgaben des Bundesrats vom Mittwoch. Per 6. Juni erlaubt er wieder Sportveranstaltungen mit maximal 300 Personen, mehr als 1000 Zuschauer bleiben bis Ende August untersagt. (zap/sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Super8 29.05.2020 09:14
    Highlight Highlight Der professionelle Schweizer Fussball macht leider einen sehr unprofessionellen Eindruck in dieser Zeit. Wie 20 Kindergärter, die alle nur an sich denken. 0 Gemeinschaftsinn. Bestimmen in anderen Ligen eigentlich auch die Klubbosse über Format, Regeln, etc.? Weiss das jemand?
    • Peter Stifter 29.05.2020 11:51
      Highlight Highlight Ja in der 1.+2. Bundesliga der DFL sind es auch die Präsidenten. Aber dort wollen sie in erster Linie spielen, aus monetären Gründen (Fernsehgelder). In der Schweiz wollen sie ihrem Kerngeschäft nur bedingt nachgehen. Dabei gibt es ja nur eine Grundsatzfrage: Wollen wir diese Saison fertig spielen oder nicht. Wenn ja, dann mit allen möglichen Folgen, mit aller Konsequenz. Aber ich bin sicher, dass die SFL es nicht fertig gebracht hat bis jetzt, alle entsprechenden Grundlagen und Folgen zusammen zu tragen. Deshalb kommt nun jeder mit seinen Interessen aus dem Busch und verweigert die Lösung.
  • Glenn Quagmire 29.05.2020 07:12
    Highlight Highlight Selbst ein Modus den Kevin und Schaklin erfinden, ist besser als status quo.

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