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Super League: St.Gallen vertagt Thuns Meisterparty mit Sieg bei YB

Thun's player and staff member react before they watch TV the soccer game between Young Boys Bern and FC St. Gallen, at the Stockhorn Arena, in Thun, Switzerland, on Sunday April 26, 2026. If St. ...
Im Thuner Public Viewing war alles angerichtet für die Meisterfeier. Bild: keystone

St.Gallen vermiest Thuns Meisterfeier in der Nachspielzeit – Torfestival in Genf

26.04.2026, 15:3026.04.2026, 19:18

Young Boys – St.Gallen 1:2

St. Gallen lässt im Meisterrennen nicht abreissen. Die Ostschweizer erfüllen ihre Pflicht und siegen in der 34. Runde der Super League bei den Young Boys glücklich mit 2:1.

In einem Spiel im Wankdorf, welches das Heimteam aufgrund von zahlreichen Chancen hätte gewinnen müssen, hatten die St. Galler das letzte Wort. Chima Okoroji sorgte mit seinem direkt verwandelten Freistoss in der 92. Minute dafür, dass der Champagner im Berner Oberland weiter im Kühlschrank bleiben muss.

«Wir hatten nicht so viele Chancen, es war ein etwas zerfahrenes Spiel. St. Gallen spielt auf den Mann, da ist es nicht einfach, Lösungen zu finden. Am Schluss kassieren wir einen Penalty und einen Freistoss – das ist die Geschichte unserer Saison. Es fehlt uns einfach die Konsequenz, so lassen wir zu viele Punkte liegen.»
Sandro Lauper, Young Boys

Bei noch vier ausstehenden Runden beträgt der Rückstand von St. Gallen auf Leader Thun elf Punkte, womit der Premieren-Titel für die Berner Oberländer rechnerisch noch nicht feststeht. Die Meisterfeier dürfte jedoch nicht aufgehoben, sondern nur aufgeschoben sein.

Viel wichtiger, als das Meisterrennen offen zu halten, dürfte den St. Gallern aber ohnehin die Sicherung des 2. Platzes sein. Im Kampf um die internationalen Plätze hat das Team von Enrico Maassen nun wieder drei Punkte Vorsprung auf Lugano. Sion im 4. Rang liegt bereits acht Zähler zurück. YB im 6. Rang dürfte in der kommenden Saison nicht im Europacup vertreten sein.

«Ich habe Selbstvertrauen bei Freistössen und die Szene war vielleicht unsere letzte Chance. Ich bin froh, dass der Ball reinging und wir die drei Punkte sichern konnten. Was mit Thun passiert, ist egal, wir fokussieren uns auf uns.»
Chima Okoroji, FC St.Gallen

Besonders bitter ist der nächste Dämpfer für die Berner, da sie das Spiel über weite Strecken dominierten. Immer wieder scheiterten sie jedoch an Lawrence Ati Zigi. Bereits der St. Galler Führungstreffer fiel entgegen dem Spielverlauf.

Lukas Görtler verwandelte nach 64 Minuten einen von Urs Schnyder hart gepfiffenen Handspenalty souverän. Schliesslich sah es so aus, als ob Ebrima Colley mit seinem Treffer in der 81. Minute für den Umschwung sorgen könnte. Doch die St. Galler hatten in Person von Okoroji das letzte Wort.

Lukas Goertler (SG), rechts, jubelt nach seinem Tor zum 0-1 mittels Penalty gegen Torhueter Marvin Keller (YB), links, im Super League Spiel zwischen dem BSC Young Boys und dem FC St. Gallen, am Sonnt ...
St. Gallen düpiert YB in der Nachspielzeit.Bild: keystone

Young Boys - St.Gallen 1:2 (0:0)
26'182 Zuschauer. - SR Schnyder.
Tore: 64. Görtler (Penalty) 0:1. 81. Colley 1:1. 92. Okoroji 1:2.
Young Boys: Keller; Valery, Wüthrich, Lauper, Bukinac (71. Hadjam); Virginius (65. Colley), Fernandes, Gigovic (77. Pech), Monteiro (77. Males); Sanches; Bedia (71. Essende).
St.Gallen: Zigi; Okoroji, Kleine-Bekel, Stanic; Daschner; Vandermersch, Görtler (75. Fazliji), Konietzke (46. Stevanovic), Weibel (82. Ruiz); Vogt (75. Besio), Balde (89. Scherrer).
Verwarnungen: 70. Stanic, 72. Monteiro, 89. Daschner, 90. Fazliji, 93. Lauper.

Servette – Winterthur 5:3

Winterthur kann den Abstieg aus der Super League bald nur noch rechnerisch abwenden. Das Liga-Schlusslicht unterliegt bei Servette nach inferioren zehn Minuten in der ersten Halbzeit und einer Flut an Toren 3:5.

Die vierte Niederlage in Folge von Winterthur schien schon nach einer halben Stunde praktisch besiegelt. Dreimal musste der für einmal nicht vor einem kapitalen Fehler gefeite Goalie Stefanos Kapinos zwischen der 21. und der 29. Minute hinter sich greifen – das erste Mal nach einem groben Schnitzer. Auch in der Folge fielen die Tore wie Fallobst, trotz eines Aufbäumens und drei erzielten Treffern schaute für die Winterthurer bei der bis dahin stabilsten Defensive der Relegation Round nichts Zählbares mehr heraus.

Zwischenzeitlich schöpften die Winterthurer noch einmal Hoffnung. Noch vor dem Pausenpfiff brachte Nishan Burkart die Gäste mit einem Doppelschlag auf 2:3 heran; zuerst verwertete er eine Absatz-Vorlage von Théo Golliard (33.), sechs Minuten später war er mit dem Innenrist von Nahe des Strafraum-Ecks erfolgreich.

Erst Servettes fünfter Treffer durch Steve Rouiller nach gut einer Stunde war Winterthurs K.o.-Schlag. Nach der vierten Niederlage in Folge beläuft sich der Rückstand des Tabellenletzten auf den Barrageplatz auch vier Runden vor Schluss auf acht Punkte. Für die Mannschaft von Trainer Patrick Rahmen wird der Ligaerhalt damit immer unrealistischer.

Um Ursprung des Torregens stand am Sonntag Winterthurs sonst so zuverlässiger Keeper Stefanos Kapinos. Vor dem 0:1 wollte dieser nach einem Rückpass mit einem langen Ball befreien, schoss aber Miroslav Stevanovic an. Von diesem aus kullerte der Ball ins Tor. Auf den 12. Saisontreffer liess Stevanovic kurz darauf seinen 13. folgen, wiederum wenig später erhöhte Floran Ayé. Die Flanken zum 2:0, 3:0 und 4:2, Winterthurs Saison-Gegentore 89, 90 und 91, schlug allesamt Junior Kadile. (abu/sda)

Thomas Lopes (SFC), Florian Aye (SFC), Junior Kadile (SFC), de gauche a droite laissent eclater leur joie devant le gardien Stefanos Kapino (FCW), droite, lors de la rencontre de football de Swiss Sup ...
Servette schenkt Winterthur fünf Tore ein.Bild: keystone

Servette - Winterthur 5:3 (3:2)
SR von Mandach.
Tore: 21. Stevanovic 1:0. 25. Stevanovic (Kadile) 2:0. 29. Ayé (Kadile) 3:0. 32. Burkart (Golliard) 3:1. 39. Burkart 3:2. 50. Rouiller (Kadile) 4:2. 51. Jankewitz (Smith) 4:3. 62. Lopes 5:3.
Servette: Frick; Srdanovic (60. Mendes), Rouiller, Burch, Mazikou; Fomba (89. Ondoua), Douline; Lopes (73. Guillemenot), Stevanovic, Kadile (89. Njoh); Ayé (73. Mraz).
Winterthur: Kapino; Arnold, Mühl, Lüthi (38. Dansoko); Rohner, Zuffi (46. Durrer), Jankewitz, Smith (80. Maksutaj); Golliard, Burkart (69. Kasami); Buess (46. Hunziker).
Verwarnungen: 82. Rohner, 91. Ondoua. (abu/sda)

Die Tabellen

Finalrunde:

Abstiegsrunde:

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Die Torschützenkönige in der Schweiz seit 1990
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Die beliebtesten Kommentare
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Christoph P.
26.04.2026 18:26registriert März 2026
So schön wenn Thun in Basel vor der Muttenzerkurve den Meister holt, die Bebbi können den Kübel gleich aus ihrem Museum holen, ihn rasch polieren und den Tunern auf die Heimreise mitgeben,
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Die Melancholie der verpassten Meisterfeier beim FC Thun
Drama gegen Lugano, vergebliches Hoffen auf YB – Thun ist nach wie vor nicht Meister. Augenzeugenbericht von einem der dramatischsten Wochenenden der bernischen Sportgeschichte.
Nach Thun fahren zum Fussball? Ja, warum eigentlich nicht? Der FC Thun kann Meister werden. Das ist fast so wie wenn die SCL Tigers oder die Lakers den Titel holen könnten. Gerne nimmt der Chronist die Einladung zu einer historischen Meisterfeier an, von der man vielleicht noch in hundert Jahren sprechen wird. Die Ausgangslage ist klar: Nur wenn Thun gewinnt, gibt es eine Meisterfeier. Es ist der Auftakt zu einem der dramatischsten Wochenenden der bernischen Sportgeschichte, und am Sonntagabend wird der FC Thun immer noch nicht Meister sein.
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