St.Gallen vermiest Thuns Meisterfeier in der Nachspielzeit – Torfestival in Genf
Young Boys – St.Gallen 1:2
St. Gallen lässt im Meisterrennen nicht abreissen. Die Ostschweizer erfüllen ihre Pflicht und siegen in der 34. Runde der Super League bei den Young Boys glücklich mit 2:1.
In einem Spiel im Wankdorf, welches das Heimteam aufgrund von zahlreichen Chancen hätte gewinnen müssen, hatten die St. Galler das letzte Wort. Chima Okoroji sorgte mit seinem direkt verwandelten Freistoss in der 92. Minute dafür, dass der Champagner im Berner Oberland weiter im Kühlschrank bleiben muss.
Bei noch vier ausstehenden Runden beträgt der Rückstand von St. Gallen auf Leader Thun elf Punkte, womit der Premieren-Titel für die Berner Oberländer rechnerisch noch nicht feststeht. Die Meisterfeier dürfte jedoch nicht aufgehoben, sondern nur aufgeschoben sein.
Viel wichtiger, als das Meisterrennen offen zu halten, dürfte den St. Gallern aber ohnehin die Sicherung des 2. Platzes sein. Im Kampf um die internationalen Plätze hat das Team von Enrico Maassen nun wieder drei Punkte Vorsprung auf Lugano. Sion im 4. Rang liegt bereits acht Zähler zurück. YB im 6. Rang dürfte in der kommenden Saison nicht im Europacup vertreten sein.
Besonders bitter ist der nächste Dämpfer für die Berner, da sie das Spiel über weite Strecken dominierten. Immer wieder scheiterten sie jedoch an Lawrence Ati Zigi. Bereits der St. Galler Führungstreffer fiel entgegen dem Spielverlauf.
Lukas Görtler verwandelte nach 64 Minuten einen von Urs Schnyder hart gepfiffenen Handspenalty souverän. Schliesslich sah es so aus, als ob Ebrima Colley mit seinem Treffer in der 81. Minute für den Umschwung sorgen könnte. Doch die St. Galler hatten in Person von Okoroji das letzte Wort.
Young Boys - St.Gallen 1:2 (0:0)
26'182 Zuschauer. - SR Schnyder.
Tore: 64. Görtler (Penalty) 0:1. 81. Colley 1:1. 92. Okoroji 1:2.
Young Boys: Keller; Valery, Wüthrich, Lauper, Bukinac (71. Hadjam); Virginius (65. Colley), Fernandes, Gigovic (77. Pech), Monteiro (77. Males); Sanches; Bedia (71. Essende).
St.Gallen: Zigi; Okoroji, Kleine-Bekel, Stanic; Daschner; Vandermersch, Görtler (75. Fazliji), Konietzke (46. Stevanovic), Weibel (82. Ruiz); Vogt (75. Besio), Balde (89. Scherrer).
Verwarnungen: 70. Stanic, 72. Monteiro, 89. Daschner, 90. Fazliji, 93. Lauper.
Servette – Winterthur 5:3
Winterthur kann den Abstieg aus der Super League bald nur noch rechnerisch abwenden. Das Liga-Schlusslicht unterliegt bei Servette nach inferioren zehn Minuten in der ersten Halbzeit und einer Flut an Toren 3:5.
Die vierte Niederlage in Folge von Winterthur schien schon nach einer halben Stunde praktisch besiegelt. Dreimal musste der für einmal nicht vor einem kapitalen Fehler gefeite Goalie Stefanos Kapinos zwischen der 21. und der 29. Minute hinter sich greifen – das erste Mal nach einem groben Schnitzer. Auch in der Folge fielen die Tore wie Fallobst, trotz eines Aufbäumens und drei erzielten Treffern schaute für die Winterthurer bei der bis dahin stabilsten Defensive der Relegation Round nichts Zählbares mehr heraus.
Zwischenzeitlich schöpften die Winterthurer noch einmal Hoffnung. Noch vor dem Pausenpfiff brachte Nishan Burkart die Gäste mit einem Doppelschlag auf 2:3 heran; zuerst verwertete er eine Absatz-Vorlage von Théo Golliard (33.), sechs Minuten später war er mit dem Innenrist von Nahe des Strafraum-Ecks erfolgreich.
Erst Servettes fünfter Treffer durch Steve Rouiller nach gut einer Stunde war Winterthurs K.o.-Schlag. Nach der vierten Niederlage in Folge beläuft sich der Rückstand des Tabellenletzten auf den Barrageplatz auch vier Runden vor Schluss auf acht Punkte. Für die Mannschaft von Trainer Patrick Rahmen wird der Ligaerhalt damit immer unrealistischer.
Um Ursprung des Torregens stand am Sonntag Winterthurs sonst so zuverlässiger Keeper Stefanos Kapinos. Vor dem 0:1 wollte dieser nach einem Rückpass mit einem langen Ball befreien, schoss aber Miroslav Stevanovic an. Von diesem aus kullerte der Ball ins Tor. Auf den 12. Saisontreffer liess Stevanovic kurz darauf seinen 13. folgen, wiederum wenig später erhöhte Floran Ayé. Die Flanken zum 2:0, 3:0 und 4:2, Winterthurs Saison-Gegentore 89, 90 und 91, schlug allesamt Junior Kadile. (abu/sda)
Servette - Winterthur 5:3 (3:2)
SR von Mandach.
Tore: 21. Stevanovic 1:0. 25. Stevanovic (Kadile) 2:0. 29. Ayé (Kadile) 3:0. 32. Burkart (Golliard) 3:1. 39. Burkart 3:2. 50. Rouiller (Kadile) 4:2. 51. Jankewitz (Smith) 4:3. 62. Lopes 5:3.
Servette: Frick; Srdanovic (60. Mendes), Rouiller, Burch, Mazikou; Fomba (89. Ondoua), Douline; Lopes (73. Guillemenot), Stevanovic, Kadile (89. Njoh); Ayé (73. Mraz).
Winterthur: Kapino; Arnold, Mühl, Lüthi (38. Dansoko); Rohner, Zuffi (46. Durrer), Jankewitz, Smith (80. Maksutaj); Golliard, Burkart (69. Kasami); Buess (46. Hunziker).
Verwarnungen: 82. Rohner, 91. Ondoua. (abu/sda)
