Fussball
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epa08003175 Gibraltar players in action during a training session one day prior to the UEFA Euro 2020 qualifying Group D soccer match between Gibraltar and Switzerland, at the Victoria Stadium, in Gibraltar, 17 November 2019.  EPA/ANTHONY ANEX

Stolperstein? Die Gibraltarer werden ihr Bestes geben. Bild: EPA

Ein Ausrutscher gegen die Weltnummer 196? Eigentlich unmöglich – eigentlich ...

Nur noch die FIFA-Nummer 196 steht zwischen der Schweiz und der Teilnahme an der EM-Endrunde 2020. Holt die SFV-Auswahl am Montag in Gibraltar mindestens einen Punkt, ist das Ziel erreicht. Grosse Emotionen setzt dieser Erfolg nicht frei. Dafür gibt es Gründe.



17 von 24 EM-Teilnehmer stehen fest. Die Schweiz gehört noch nicht zu diesem Kreis. Doch sie darf sich virtuell bereits als ein solcher betrachten. Ein Punkt fehlt ihr vor dem letzten Spiel in Gibraltar. Die Ausgangslage ist so klar wie komfortabel, denn der Gegner ist einer der ganz Kleinen auf der Fussball-Weltkarte.

In 27 Qualifikationsspielen seit 2014 hat Gibraltar noch keinen einzigen Punkt geholt, bei einem Torverhältnis von 7:128. Es ist eine Mannschaft, die im FIFA-Ranking auf Platz 196 klassiert ist, unmittelbar hinter Samoa, Guam und Aruba.

Vladimir Petkovic:

«Diese Mannschaft hat hier nur 0:1 verloren gegen Irland, und gegen Georgien, gegen das wir viel Mühe hatten, hat sie ein 0:2 aufgeholt. Das sind Signale, die wir aufnehmen. Wir haben gelernt, niemanden zu unterschätzen. Deshalb sind wir in solchen Spielen immer konzentriert.»

epa08003909 Switzerland's head coach Vladimir Petkovic, speaks during a press conference on the eve of the UEFA Euro 2020 qualifying Group D soccer match between Gibraltar and Switzerland, at the Victoria Stadium, in Gibraltar, 17 November 2019.  EPA/ANTHONY ANEX

Vladimir Petkovic hat auch vor Gibraltar den nötigen Respekt. Bild: EPA

Nur San Marino hinter Gibraltar

In der aktuellen EM-Qualifikation weist von den 55 europäischen Teams nur San Marino eine schlechtere Bilanz auf. Die Schweizer gaben sich vor dem Spiel beim krassen Aussenseiter betont professionell. Sie wollen das Fell des Bären nicht verteilen, bevor dieser erlegt ist. «Wir müssen auch in Gibraltar bis zum Schluss konzentriert sein, denn es kann immer etwas passieren», sagte Captain Stephan Lichtsteiner.

epa08003424 Gibraltar?s Players in action during a training session on the eve of the UEFA Euro 2020 qualifying Group D soccer match between Gibraltar and Switzerland, at the Victoria Stadium, in Gibraltar, 17 November 2019.  EPA/ANTHONY ANEX

Ein Blick auf das Victoria Stadium in Gibraltar. Bild: EPA

Es ist davon auszugehen, dass im Victoria Stadium am Fusse des Affenfelsen im Süden Spaniens nichts Negatives passieren wird. Die grossen Emotionen werden nach dem Schlusspfiff nicht aufkommen – weder bei der Mannschaft noch bei den Fans. Das Erreichen einer EM-Endrunde wird als Pflicht angesehen, zumal bei einem Teilnehmerfeld von 24 Teams und für eine Auswahl, die zuletzt an WM- und EM-Endrunden drei Mal in Folge in den Achtelfinals gestanden hat. Kommt hinzu, dass wohl vor nicht einmal 2000 Zuschauern und in einem nur zu rund einem Drittel gefüllten Stadion gespielt wird.

Der für Spieler von Arsenal, Borussia Dortmund oder Milan ungewohnte Rahmen passt zum Ende einer Qualifikation, die Lichtsteiner als «komisch» bezeichnet. Die Schweizer begeisterten fast nie, weil Leistung und Resultat selten im Einklang waren. So gab es das sehr gute Spiel in Dänemark, das allerdings verloren ging. Es gab aber auch den dürftigen Auftritt am letzten Freitag in St.Gallen gegen Georgien, der trotzdem zum 1:0-Sieg reichte und die Teilnahme an der EM-Endrunde im Prinzip sicherstellte.

«Es war ein Geknorze»

Für Torhüter Yann Sommer war es «keine einfache Qualifikation und ein Geknorze». Die Schweizer Mannschaft wird am Ende der Partie in Gibraltar in einer unangenehmen Gruppe das Soll erfüllt haben. «Man muss an ein Turnier kommen, das Wie interessiert danach nicht mehr», so Sommer. Wenn der Keeper aber davon sprach, die Leistung «kritisch zu analysieren», meinte er nicht nur das Spiel gegen Georgien, sondern die gesamte Kampagne.

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Die raren Highlights der Partie gegen Georgien. Video: YouTube/SRF Sport

Auf den ersten Blick hat Nationaltrainer Vladimir Petkovic sein nach der WM in Russland geäussertes Ziel der Verjüngung und Verbreiterung des Kaders erreicht. So haben zum Beispiel zwölf verschiedene Spieler die bis anhin 13 Tore erzielt – die Hälfte davon war an der WM 2018 noch nicht dabei oder zumindest nicht Stammkraft.

Sommer befand deshalb, dass die Mannschaft «definitiv auf dem richtigen Weg» sei. Man sehe eine «positive Entwicklung, mit viel Breite im Kader». Er nennt als Beispiele den Torschützen gegen Georgien, Cedric Itten, oder den jungen Augsburger Ruben Vargas, der im Verlaufe des Herbstes zu seinen ersten Einsätzen im Nationalteam kam.

Doch es gibt auch den zweiten Blick. Dieser fördert weniger Positives zu Tage. Die Schweiz hat trotz allem (noch) nicht die Breite, um Lücken problemlos zu schliessen. Im Heimspiel gegen Dänemark verspielte sie in der Schlussphase ersatzgeschwächt eine 3:0-Führung. In Irland fehlte die Routine und Abgebrühtheit, um einen 1:0-Vorsprung über die Zeit zu bringen. Und gegen Georgien reichte es ohne fünf Stammspieler nur zu einem glückhaften 1:0-Heimsieg.

Vor allem in der Offensive fehlen derzeit die Alternativen. Xherdan Shaqiri hat die gesamte EM-Qualifikation verpasst. Haris Seferovic war nur in drei von acht Spielen dabei, Steven Zuber nur in zwei. Auch deshalb hat die Schweiz weniger Tore erzielt als die 17 Teams, die sich bereits qualifiziert haben. Es ist eine Statistik, die belegt, dass die Schweiz nicht mehr als solide durch diese Qualifikation kam.

Fürs Erste darf dies genügen, und an der EM wird das Team ohnehin ein anderes Gesicht haben als am Freitag gegen Georgien oder am Montag in Gibraltar. Die Schweiz hat noch Luft nach oben, oder wie es Petkovic vor ein paar Tagen sagte: «Unsere Ambitionen sind grenzenlos.» (pre/sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Peloton 18.11.2019 18:54
    Highlight Highlight Ich lese bei den Kommentaren immer nur.... mimimi wir sind ja so schlecht...mimimi von uns schaffts eh nie einer zu einem Topteam....mimimi wir können nicht Fussball spiele. Diese ewige Gejammer und Gemotze geht mir so was von auf die Nerven. Ich freue mich auf das Spiel!
  • Pana 18.11.2019 17:06
    Highlight Highlight Überraschungen gibt es immer. San Marino hat zum Beispiel gegen Kasachstan ihr erstes Heimtor seit 6 Jahren erzielt.
  • Amboss 18.11.2019 15:50
    Highlight Highlight Leider ist die Aussage wohl treffend, dass es in unserer Nati in der Breite fehlt.
    Was aber meiner Meinung nach noch schlimmer ist. Es fehlt an "Spitze". An Spielern, welche auch in der Lage sind, in einem Top-Team zu bestehen.
    Mir scheint, es schaffen es sehr viele, bis zu Mittelfeld-Teams der Topligen. Aber der nächste Schritt gelingt dann nicht.

    Ich hoffe, der Verband hat dies erkannt und prüft schonungslos, ob man da was verbessern könnte, ob echt in der Ausbildung etwas schief läuft.
    • Duscholux 18.11.2019 16:03
      Highlight Highlight Ja das ist halt schon so. Spieler wie unsere Topspieler haben z.B Frankreich, Deutschland oder Italien en masse.
    • TWilli 18.11.2019 17:10
      Highlight Highlight Bei Topteams spielen nur Topleute. Und das so einer aus der Schweiz kommt ist unwahrscheinlich und hat auch mit aussergewöhnlichem Talent + etwas Glück zu tun. Vielleicht könnte man mehr Erreichen mit einer anderen Einstellung, aber das ist dann mehrheitlich Sache des Spielers und nicht des Verbandes.
  • Wiedergabe 18.11.2019 15:44
    Highlight Highlight Hier eine Prognose:
    Da wir gegen die Kleinen stets Probleme haben, aber Gibraltar wirklich eine sehr sehr kleine Nummer ist, gewinnen wir nicht 1:0 wie gegen Georgien, sondern -
    -
    -
    2:0..!
    Vielleicht gibts ja noch ein Penalty.
  • chnobli1896 18.11.2019 14:27
    Highlight Highlight [...] «Man muss an ein Turnier kommen, das Wie interessiert danach nicht mehr», so Sommer. [...]

    Naja, wenns um die Topfeinteilung für die Gruppen geht ist der Rang schon entscheidend. Topf 2 oder Topf 3 macht da schon noch einen Unterschied.
    • PlayaGua 18.11.2019 14:40
      Highlight Highlight Topf 2 oder 3 ist meiner Meinung nach komplett egal. Die Schweiz weiss nämlich gegen vermeintlich grosse Gegner, die das Spiel machen, mehr zu überzeugen als gegen solche auf selbem oder tieferen Niveau.
    • mrgoku 18.11.2019 15:56
      Highlight Highlight Wen juckt welcher Topf man ist. Wer an ein Turnier geht und gewinnen will darf sich nicht darum kümmern eher "leichte" Gegner zu kriegen. Leichte Gegner gibt es an Turnieren nicht. Speziell an der EM wo die Mannschaften extrem ausgeglichen sind... da gibt es praktisch keine "klaren" Favoriten mehr
    • Score 18.11.2019 18:02
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