Cyberkriminelle missbrauchen zunehmend Behörden und Unternehmen

Cyberkriminelle missbrauchen zunehmend Behörden und Unternehmen

02.11.2017, 11:2402.11.2017, 11:24

In der Schweiz werden immer häufiger Cyberangriffe mit dem offiziellen Absender von Behörden und Firmen begangen. Zu diesem Schluss kommt ein Bericht der Melde- und Analysestelle Informationssicherung (MELANI). Das Vorgehen der Betrüger wird dabei immer raffinierter.

So stellte eine scheinbar von der Steuerverwaltung stammende E-Mail Steuerrückerstattungen in Aussicht. In einem anderen Fall erhielten Personen Vorladungen zu Gerichtsverhandlungen, die von einer Kantonspolizei stammten. Regelmässig werden auch bekannte Unternehmen wie die Post und Swisscom missbraucht, um eine hohe Seriosität der E-Mails vorzutäuschen.

Diese Fälle schildert MELANI in ihrem am Donnerstag publizierten Halbjahresbericht. Die Stelle des Bundes empfiehlt Benutzerinnen und Benutzern grundsätzlich, E-Mails zu misstrauen, die sie unaufgefordert erhalten - auch bei bekannten Absendern. Zudem gibt es laut MELANI zahlreiche Hinweise, wie man betrügerische E-Mails von echten unterscheiden könne.

Verletzlichkeit moderner Gesellschaften

Für Schlagzeilen sorgte diesen Mai die Cyber-Attacke mit der Schadsoftware namens «WannaCry». Hacker hatten damit weltweit Computer lahmgelegt und zahllose Unternehmen und Behörden blockiert. Laut Europol gab es über 230'000 Ziele in 150 Staaten.

In der Schweiz konnte MELANI 204 potentielle Opfer identifizieren, wobei im Vergleich zum Ausland keine Betreiber von kritischen Infrastrukturen betroffen waren. Die Vorfälle hätten aber einmal mehr gezeigt, wie verletzlich die moderne Gesellschaft mit ihren vernetzten Computersystemen sei, schreibt MELANI in ihrem Bericht.

Immer häufiger würden sich politische Spannungen digital entladen. Wo früher Häuserwände mit Graffitis besprüht worden seien, verunstalteten heute Aktivisten Webseiten. So hätten die Diskussionen in der Schweiz um den türkischen Präsident Recep Tayyip Erdogan zur «Verunstaltung» zahlreicher Schweizer Websites geführt. (sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!