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Angreifer sticht Bürgermeister von Danzig nieder



Auf offener Bühne ist Danzigs Bürgermeister Pawel Adamowicz bei einer Benefizveranstaltung von einem Mann mit einem Messer schwer verletzt worden. Der Zustand des parteilosen Politikers sei sehr ernst, es gebe aber Hoffnung, twitterte Polens Präsident Andrzej Duda.

Hinter der Tat vom Sonntagabend wurde eine Racheaktion vermutet. Der Täter soll während des Angriffs gerufen haben, dass er unschuldig in Haft gewesen sei, hiess es unter Berufung auf Augenzeugen. Der 27-jährige Danziger, der Berichten zufolge wegen Banküberfällen eine mehr als fünfjährige Haftstrafe abgesessen hatte, wurde festgenommen. Am Montag will ihn die Staatsanwaltschaft vernehmen. Polnische Politiker verurteilten die Tat.

Adamowicz gehörte bis 2015 der derzeitigen Oppositionspartei Bürgerplattform PO an. Nach Angaben des Warschauer Innenministeriums wurde der Politiker nach dem Angriff reanimiert. Anschliessend kam er ins Krankenhaus und wurde operiert, wie Adamowiczs Sprecherin Magdalena Skorupka-Kaczmarek sagte. Duda schrieb: «Ich habe die Information erhalten, dass es den Ärzten gelungen ist, den Herzschlag des schwer verletzten Bürgermeisters Pawel Adamowicz wiederherzustellen.» Nähere Angaben zu seinem Gesundheitszustand gab es zunächst nicht.

Bei Spendenaktion auf Bühne gestürmt

Der Angreifer hatte Medienberichten zufolge beim Finale einer landesweiten Spendenaktion die Bühne gestürmt und Adamowicz attackiert. Der mutmassliche Täter habe der Bürgerplattform PO die Schuld für seine Haft gegeben, meldete die Agentur PAP unter Berufung auf Videoaufnahmen der Tat.

Auf in polnischen Medien verbreiteten Aufnahmen war zu sehen, dass der Angreifer nach der Tat auf der Bühne blieb und triumphierte, bis er vom Sicherheitspersonal überwältigt wurde. «Er hat sich gefreut», sagte eine Augenzeugin dem Sender TVN24. Der Mann sei nach seiner Haftstrafe noch nicht lange wieder auf freiem Fuss, berichteten Medien unter Berufung auf Ermittlerkreise. Der Pole soll mit einer Medienakkreditierung in die Nähe der Bühne der Spendengala, auf der Adamowicz eine Rede gehalten hatte, gekommen sein.

Die Tat während einer bekannten Benefizveranstaltung der Organisation WOSP erschütterte ganz Polen. Bei dem jährlichen Event wird Geld für die Ausstattung von Kinderkrankenhäusern gesammelt. Der Angriff auf das Leben und die Gesundheit Adamowiczs müsse aufs Schärfste verurteilt werden, schrieb Ministerpräsident Mateusz Morawiecki bei Twitter. Innenminister Joachim Brudzinski sprach von einem «Akt der Barbarei». (sda/dpa)

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