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Bahnhof Luzern wird wohl erst am Montag wieder vollständig geöffnet



Der Normalspur-Bahnbetrieb im Bahnhof Luzern bleibt mindestens bis am Sonntag gesperrt. Dies hat die SBB entschieden. Laut Angaben eines Sprechers sind die Schäden an den Bahnanlagen nach der Entgleisung eines Eurocity-Zugs am Mittwoch grösser als bisher angenommen.

Der Bahnhof soll voraussichtlich am Montag wieder den Normalbetrieb aufnehmen können, sagte der SBB-Sprecher. Die Reparaturarbeiten würden länger dauern als bisher angenommen. Nach der Bergung des Unglückszugs kamen grössere Schäden an Kabeln, Geleisen und Fahrleitung zum Vorschein als erwartet.

Pendlerchaos ausgeblieben

Das Konzept mit den Ersatzbussen, die vor dem Bahnhof halten und die Reisenden zu Vorortsbahnhöfen chauffieren, läuft laut dem SBB-Sprecher nun weiter. Das neue Regime sei stabil.

Als der italienische Eurocity-Zug am frühen Mittwochnachmittag aus den Schienen sprang, wurden mehrere Menschen verletzt. Am Donnerstag waren alle aus der ärztlichen Behandlung entlassen worden. Der Zug wurde am Vormittag geborgen und steht wieder auf den Geleisen. Das grosse Pendlerchaos blieb am Morgen aus.

Weiter korrigierte die Luzerner Polizei ihre Angaben vom Vortag zur Zahl der Verletzten. Nach neusten Informationen wurden sechs statt sieben Personen leicht verletzt.

Nach einer mehrstündigen Bergungsaktion standen am Donnerstagmittag alle Waggons des verunglückten Zuges wieder auf den Gleisen. Die Wagen des zusammenhängenden Zuges mussten zuvor aufwändig voneinander getrennt werden.

Er wird vorübergehend im Bahnhof Luzern parkiert. Wie lange die Reparaturen an der Fahrleitung und den Gleisen dauern, ist unklar.

Die Unfallursache ist laut Polizeiangaben Gegenstand der laufenden Untersuchungen, die durch die Schweizerische Sicherheitsuntersuchungsstelle (SUST) geführt werde.

Deutlich weniger Pendler als üblich

Das grosse Pendlerchaos ist am Donnerstagmorgen rund um den mehrheitlich lahmgelegten Luzerner Bahnhof ausgeblieben. Das Ersatzkonzept laufe stabil, sagte SBB-Sprecher Reto Schärli der Nachrichtenagentur sda.

Unzählige Bahnersatzbusse brachten die zehntausenden Reisenden von Luzern zu Vorortsbahnhöfen und zurück. Gefragt waren allerdings mehr Zeit und Geduld als gewohnt. Viele Pendler folgten aber offenbar dem Aufruf, den Bahnhof Luzern zu meiden. Laut Schärli waren am Donnerstagmorgen deutlich weniger Pendler als üblich unterwegs.

Trotzdem hatten nach dem Stillstand der Bahn die städtischen Verkehrsbetriebe VBL alle Hände voll zu tun. Selbst pensionierte Busfahrer und Bürokräfte mit Chauffeurausweisen seien aufgeboten worden, sagte VBL-Sprecher Christian Bertschi in einem Interview mit der «Luzerner Zeitung».

Die VBL holte alle 128 verfügbaren Fahrzeuge aus dem Depot, acht mehr als zu regulären Spitzenzeiten. Insgesamt standen 140 Mitarbeiter - 20 mehr als normal - im Einsatz. (sda)

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