DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Aargauer Studierende müssen Stipendien als Teilkredit beziehen



Aargauer Studierende müssen künftig einen Drittel ihres Stipendiums von höchstens 16'000 Franken pro Jahr beim Kanton als Kredit aufnehmen. Das Volk hat dem entsprechenden Gesetz mit einem Ja-Stimmenanteil von 61.1 Prozent zugestimmt.

Die umstrittene Revision des Gesetzes über Ausbildungsbeiträge wurde mit 119'746 Ja- zu 76'243 Nein-Stimmen gutgeheissen. Die Stimmbeteiligung lag bei 48.78 Prozent. Die Bürgerlichen waren für die Revision, die Linken dagegen. Auf Antrag der SP wurde das Gesetz dem Volk zum Entscheid vorgelegt.

Studenten müssen das zinslos gewährte Darlehen innerhalb von zehn Jahren nach Ausbildungsende zurückzahlen. Betroffen sind 1200 Personen, die rund neun Millionen Franken pro Jahr als Stipendien beziehen.

Mit dem Splittingmodell sollen drei Millionen Franken pro Jahr eingespart werden. Wie hoch die Einsparungen unter dem Strich ausfallen, ist jedoch offen: Wenn Studierende einer Teilzeitarbeit nachgehen, um sich nicht verschulden zu müssen, so verlängert sich die Studienzeit.

Als Folge davon muss der Aargau den Universitäten länger eine Abgeltung bezahlen. Verlängert ein Drittel der Studierenden wegen des Verzichts auf ein Darlehen das Studium, so fallen beim Kanton Mehrkosten von 570'000 Franken pro Jahr an.

Chancengleichheit gefährdet

SVP, FDP und CVP stimmten im Parlament für das Splittingmodell. Der Kanton müsse angesichts seiner Finanzprobleme sparen. Alle hätten einen Beitrag zu leisten. Wer ein Studium absolviere, verdiene später mehr, hiess es.

Für die Gegner aus dem linken Lager torpedieren die neuen Spielregeln die Chancengleichheit. Es müssten sich nun ausgerechnet jene verschulden, deren Elternhäusern sich die Ausbildungskosten nicht leisten könnten.

Der Aargau wird im Stipendienwesen gemäss den Gegnern fortan den letzten Rang der Kantone belegen. Ein ähnliches Splittingmodell kennen unter anderem die Kantone Bern, Luzern, Thurgau und Uri. (sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter