Erneut Klimademonstrationen in Schweizer Städten

Erneut Klimademonstrationen in Schweizer Städten

06.04.2019, 15:3606.04.2019, 15:36

In diversen Schweizer Städten sind am Samstag erneut zahlreiche Menschen für den Klimaschutz auf die Strasse gegangen. In Aarau, Biel und Thun zog bereits am Morgen ein Demonstrationszug durch die Stadt. In Bern und St. Gallen versammelten sich über 1000 Personen.

In Aarau, Biel und Thun kamen jeweils zwischen 200 und 350 Leute bereits am Morgen zu Kundgebung zusammen. Die Klimademonstration in Bern begann am frühen Nachmittag auf dem Helvetiaplatz. Mehr als tausend Personen schlossen sich dem Aufruf der Klimastreik-Bewegung an.

In St. Gallen versammelten sich rund 1500 Personen in der Marktgasse. In Luzern nahmen nach Schätzungen der Organisatoren rund 2500 Personen am Demonstrationszug teil. Die Klimastreik-Bewegung hatte zu Kundgebungen in rund 20 Schweizer Städten aufgerufen.

Nicht nur Schülerinnen und Schüler sollten diesmal demonstrieren, hiess es in dem Aufruf. Damit auch Berufstätige teilnehmen konnten, fand die Demo an einem Samstag statt. Erstmals waren die Demos damit nicht an einem Freitag, dem Klimastreiktag.

Am letzten Grossanlass vom 15. März hatten sich zehntausende Menschen im ganzen Land und besonders in den Universitätsstädten beteiligt. In den Wochen seit dem Beginn der Klimastreikbewegung haben die Städte Basel, Olten und Delsberg den Klimanotstand ausgerufen. Hinzu kommt der Kanton Waadt als ganzes.

Damit anerkennen diese Gemeinwesen den Klimawandel als von Menschen gemacht und verpflichten sich, die globale Erwärmung auf 1.5 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zustand zu begrenzen.

Die Stadt Sitten bewilligte die Klimademonstration nicht. Der Genehmigungsantrag traf gemäss den Behörden nicht rechtzeitig und nicht in der erforderlichen Form ein.

Ambitioniert aber machbar

Die Forderungen der Klimastreikbewegung sind der nationale Klimanotstand, keinen Treibhausgasaustoss im Inland mehr bis 2030 und Klimagerechtigkeit. Über 23'000 deutschsprachige Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bezeichnen diese Forderungen als gerechtfertigt.

«Die Forderungen des Klimastreiks sind ambitioniert, aber nötig und umsetzbar», erklärte der Berner Gymnasiast Jan Burckhardt. «Es ist reine Willenssache, ob wir auf die Stimme der Wissenschaft hören.»

Die Klimastreikbewegung versteht sich als dezentrale Jugendbewegung mit basisdemokratischen Strukturen. Demnach fällt sie ihre Entscheide im Konsens und vermeidet Hierarchien. Sie ist nicht an eine Partei oder Organisation gebunden. (sda)

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